Montag, 04. Juli 2022

"5 Jahre Herzblut und ganz viel Kraft" - Thomas Jöhl von Fortuna Heddesheim 2 hat erstmal genug vom Fußball

erstellt am Donnerstag, 26 Mai 2022
"5 Jahre Herzblut und ganz viel Kraft" - Thomas Jöhl von Fortuna Heddesheim 2 hat erstmal genug vom Fußball Bild: Alfio Marino

sport-kurier. 5 Jahre als Trainer bei dem gleichen Verein.

Das ist eine Leistung, die heutzutage alles nur nicht selbstverständlich ist. Thomas Jöhl hat genau das geschafft und er hätte wohl auch noch weitere Jahre hinten dranhängen können, doch letztlich hat er bei der Reserve der Heddesheimer Fortuna, die in der A Klasse am Ball ist, selbst den Schlussstrich gezogen. Warum, erklärt er im Interview.

Hallo Herr Jöhl, Sie hören nach dieser Saison auf. Wie kommt's?

Ich persönlich denke, dass 5 Jahre genug sind für eine Mannschaft. Irgendwann schläft es ein. Ich habe wirklich 5 Jahre Herzblut und ganz viel Kraft in Mannschaft und Verein gesteckt. Und irgendwann braucht man dann eben einfach auch mal eine Pause.

Sie sprechen es schon an, es wird also eine Pause und kein endgültiger Abschied vom Trainerjob.

Das kann ich wirklich noch nicht sagen. Dazu ist es noch zu früh. Vielleicht lasse ich es auch ganz bleiben. Anfragen gibt es natürlich, aber momentan ist es definitiv so, dass ich auf alle Fälle mal ein halbes Jahr gar nichts mache. Und danach werde ich entscheiden, ob es noch Sinn macht, irgendwo eine andere Aufgabe zu übernehmen.

Leicht wird es ohne den Fußball aber sicher nicht. Das merkt man dann oft ja auch erst, wenn man mal raus dem Geschäft ist.

Also bei mir ist es so, dass ich sage, dass ich 5 Jahre lang in der Vor- und der Rückrunde eine Planung gemacht habe für die Vorbereitung. Ich habe das Training gestaltet zwei- bis dreimal die Woche, Ansprachen gehalten zum Training, zu den Spieltagen. Irgendwann wird man wirklich müde und freut sich darauf, wenn man mal nichts mehr machen muss.

Aber die 5 Jahre in Heddesheim waren sicherlich auch eine schöne Zeit, andernfalls wären Sie dort nicht so lange geblieben…

Ja, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht so war. Es war ein angenehmes arbeiten. Das Umfeld war toll. Ich konnte so arbeiten, wie ich wollte. Der Verein hat mir das zugestanden.

Gibt es den einen Moment, der im Nachhinein der schönste war?

Das ist schwierig. Da kann man kaum etwas raus suchen. Es waren viele schöne Momente. Man erlebt einfach sehr viel, wenn man zwei- bis dreimal die Woche auf dem Platz steht. Es gibt Dinge, die waren super schön und welche, die nicht ganz so schön waren.


Stichwort unschön. Gab es einen extrem bitteren Moment?

Jede Niederlage tut weh, so kann man es ganz gut zusammenfassen. Dennoch kann man eine vielleicht etwas herausheben, weil sie noch gar nicht so lange her ist. Zu Saisonbeginn haben wir mit 0:5 gegen DJK Feudenheim verloren. Diese Niederlage hat besonders geschmerzt.

Warum?

Es war ein Spiel, das eigentlich ausgeglichen war, aber der Gegner kam fünf Mal vor unser Tor und hat fünf Mal getroffen. Diese Saison war ohnehin besonders schwierig für mich. Wir hatten viele verletzte und kranke Spieler. Zudem auch Spieler, die leider nicht so mitgezogen haben, wie ich es mir eigentlich erhofft hatte. Wir hätten eigentlich viel weiter kommen können und müssen.

Sie waren mit Heddesheim 2 eigentlich immer vorne mit dabei, auch in dieser Saison wieder. Erst die letzte 1:3 Niederlage bei Lützelsachsen 2 hat ihre Mannschaft entscheidend im Kampf um den Relegationsplatz ausgebremst.

Ja, das stimmt. Es war definitiv so, dass mir meistens 4, teilweise sogar 5 Stammspieler ausgefallen sind und das über Wochen. Das konnte ich mit dem Rest der Mannschaft nicht kompensieren. Das tat weh. Trotzdem war die Mentalität da, die Mannschaft hat sich nie aufgegeben. Beim letzten Spiel in Lützelsachsen hätten wir mehr machen können, wenn nicht sogar müssen. Was schade ist, denn wir hatten wirklich die Chance nochmals ganz oben ran zu rücken.

Wie ist es denn eigentlich als Trainer einer Reserve? Das ist sicher nicht immer einfach, wenn beispielsweise Spieler nach oben abgegeben werden müssen.

In Heddesheim war das einfach zu handhaben. Ähnlich wie in Brühl, wo ich auch schon mal die Reserve trainiert habe. Jetzt war es so, dass wir schon mal Spieler nach oben abgeben mussten, haben aber ab und an auch welche von oben bekommen. Das lief wirklich klasse ab.

Ist noch eine Art Abschiedsparty geplant?

Von meiner Seite nicht. Ich warte mal ab, ob was auf mich zukommt.

 

 

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