Mittwoch, 27. Januar 2021

Die Lage in der Kreisklasse A 1 Mannheim

erstellt am Dienstag, 12 Januar 2021
Spielszene Spvgg. 06 Ketsch II - FV Brühl II Saison 2020/2021. Spielszene Spvgg. 06 Ketsch II - FV Brühl II Saison 2020/2021. Bild: Lofi

sport-kurier. Die Corona-Pandemie hält ganz Deutschland weiterhin in Atem.

In vielen Bereichen geht nichts mehr. Auch der Fußball befindet sich unterhalb der Regionalliga im Winterschlaf. Wie lange der sich noch hinzieht, steht in den Sternen. Viele hätten darauf gerne eine Antwort, dazu zählen auch die Fußballer der Mannheimer Kreisklasse A1. Bereits seit Anfang November 2020 sind sie zum Zuschauen verdammt.

Längst klar scheint mittlerweile zu sein, dass man niemals die komplette Saison zu Ende spielen können wird. Mehrere Ansätze für einen alternativen Spielplan kursieren. Die vielleicht schlüssigste Variante wäre es, wenn man nur die Hinrunde zu Ende spielen lassen würde und danach die Auf- und Absteiger ermittelt hätte.

Dass die bisherigen Darbietungen in der Mannheimer A1 Lust auf mehr machen, lässt sich bei einem kurzen Blick auf die Statistik ablesen: Bisher fielen 305 Tore, das ergibt einen Schnitt von 4,98 Toren pro Partie. Man könnte es auch so formulieren: Langweilig ist anders.

Einen nicht unerheblichen Anteil am Toreschnitt hat der FV Brühl 2, der die Tabelle derzeit mit 19 Zählern punktgleich mit dem SV Rohrhof anführt, allerdings noch ein Spiel in der Hinterhand hat. Die Brühler Reserve hat bis dato 31 Treffer erzielt. Und das hat vor allem mit zwei Spielern zu tun: Tim Heene (12 Tore) und Mario Tessitore (10). Das Brühler Knipserduo rangiert im A1-Torjägerranking ganz oben. Heene ist die Nummer 1, Tessitore die Nummer 2. Lediglich Manuel Fuchs (ebenfalls 10 Treffer) vom Kellerkind Viktoria Neckarhausen mischt da noch ganz vorne mit.

 

Brühls Toptorjäger Tim Heene (12 Treffer/am Ball/rot) hat den Verein in der Wintertransferzeit verlassen, spielt jetzt in der Pfalz, seinem neuen Wohnort. Foto: lofi

Tessitore und Heene kennen sich schon lange, haben schon in der Landesliga in Brühl zusammen gekickt. Da weiß der eine, was der andere macht. Der Traumsturm ist mittlerweile Geschichte. Heene ist im November in die Pfalz gezogen und hätte nun einen Anfahrtsweg von 40 Minuten einfach zu bewältigen. "Das ist schon sehr lang und ich weiß derzeit wirklich nicht, ob ich im neuen Jahr noch für Brühl spielen werde", sagte er uns vor ein paar Wochen. Nun kickt er für den TuS Knittelheim in der Pfalz.

Und nochmals kurz zurück zu Manuel Fuchs. Seine 10 Tore sind umso beeindruckender, wenn man sich die Statistik seiner Viktoria mal ein wenig genauer anschaut. Die Neckarhäuser liegen mit nur 4 Punkten auf dem drittletzten Platz und haben erst 16 Tore erzielt. 10 davon gehen auf das Konto von Fuchs. Er ist also eine Art Lebensversicherung für die Viktoria.

Geht man davon aus, dass die Saison nicht komplett zu Ende gespielt werden kann, und nach der Hinrunde Schluss ein könnte, dann dürften die erste beiden Plätze fünf Mannschaften unter sich ausmachen. Gemeint sind der FV Brühl 2 (19 Punkte), der SV Rohrhof (19), die DJK/Fortuna Edingen-Neckarhausen (18), der SC Pfingstberg-Hochstätt (17) und die TSG Rheinau, die 16 Zähler auf dem Konto hat, allerdings aber wie Brühl 2 erst 7 Partien gespielt hat.

Im Keller hängen mit der Viktoria aus Neckarhausen (4 Punkte), Badenia Hirschacker (4) und dem noch punktlosen SV Altlußheim drei Mannschaft fest. Bosna Mannheim hat sich mit 9 Zählern als 13. schon ein kleines Polster angefuttert.

 

Rohrhofs Trainer Daniel Katsch steht mit seiner Mannschaft punktgleich mit Brühl II ganz oben. Bild: lofi

Splittet man die Tabelle der A1 in ein Heim- und ein Auswärtstableau auf, so zeigt sich das Spitzenreiter Brühl 2 eine Heimmacht ist. 4 Siege aus 4 Spielen und eine Tordifferenz von 21:8 verdeutlichen, dass man zuhause nichts anbrennen lässt. Konkurrent Rohrhof glänzt dagegen in der Fremde. 4 Spiele, 4 Siege, macht 12 Punkte.

In der Fairnesstabelle hinkt der SVR dagegen etwas hinterher. Mit 23 gelben Karten auf einem Quotienten von 2,87 rangiert man auf dem 12. Platz. Auf dem letzten Rang hat sich hier Turanspor Mannheim eingenistet. Mit 33 gelben und 3 gelbroten Karten (Quotient 5,25) wird man nur noch schwer einzuholen sein. Und wer ist die fairste Mannschaft im A1-Land? Ein Kellerkind: Viktoria Neckarhausen hat nur 6 gelbe und eine gelbrote Karte auf dem Konto, ergibt einen Quotienten 1,12. Was vorbildlich ist, gleichzeitig aber auch zeigt, dass man für eine faire Spielweise nicht zwangsläufig mit Punkten belohnt wird. Gleiches gilt für Schlusslicht Altlußheim, das 5 Mal den gelben und 2 Mal den gelbroten Karton sah (Quotient 1,37).

Auf eine entspannte weitere Runde können sich wohl der SV 98 Seckenheim (6. Platz/13 Punkte), die SpVgg Ketsch 2 (7./12) und Türkspor Mannheim 2 (8./12) einstellen. Sie dürften mit dem Auf- und Abstieg nichts mehr am Hut haben. Tun sich Viktoria Neckarhausen, Badenia Hirschacker und der SV Altlußheim unten drin weiterhin so schwer, dürften auch Olympia Neulußheim (9./10), die SG Oftersheim (10./10), der TSV Neckarau 2 (11./10), Turanspor Mannheim (12./9) und Bosna Mannheim (13./9) für ein weiteres Jahr in der A1 planen können.


Kurzanalyse:


1. Platz FV 1918 Brühl II (19 Punkte)
Der Tabellenführer steht verdientermaßen ganz oben in der Tabelle. Das Team wurde vor der Saison aufgerüstet und es spielen einige Akteure im Kader von Trainer Michael Eisenhauer, die Erfahrung aus höherklassigen Ligen mit sich bringen. Tim Heene mit 12 Saisontreffern gilt es jedoch zu ersetzen, da er bei Fortsetzung der Runde "Wohnortbedingt" nicht mehr mitspielen wird.


2. Platz SV Rohrhof (19 Punkte)
Punktgleich mit Brühl, aber ein Spiel mehr ausgetragen, sind die Rohrhofer im Aufstiegskampf gut dabei. Vor allem die Auswärtsstärke (4-0-0) trug zu einem sehr guten Saisonstart bei. Sowohl in der Defensiv- als auch Offensivstatistik steht der SVR unter den TOP 3 der Liga.


3. Platz DJK/Fortuna Edingen-Neckarhausen (18 Punkte)
Bis auf die Auftaktniederlage gegen Brühl II und dem 0:1 gegen Turanspor Mannheim, fegten die Neckarhausener alles weg. 28 Treffer erzielte die Rocca-Elf und untermauerte durch gute Leistungen die Ambitionen auf den Aufstieg.

 

Edingen-Neckarhausen hat noch gute Karten im Aufstiegskampf. Szene aus dem Pokalfinale SKV Sandhofen - DJK/Fortuna Edingen Neckarhausen. Bild: Lofi


4. Platz SC Pfingstberg-Hochstätt (17 Punkte)
Sie haben positiv überrascht, die Pfingstberger. Nach einem mäßigen Saisonstart ging es richtig nach oben. Auswärts sind die Mallauer ungeschlagen (3-1-0). Trainer Miguel de Mingo hat die richtige Mischung im Kader, der auch noch für die restlichen Saisonspiele einiges zuzutrauen ist.


5. TSG Rheinau (16 Punkte)
Die Rheinauer haben noch ein Spiel in der Hinterhand, so dass sie nach wie vor zu den heißen Aufstiegskandidaten zählen. Die einzige Saisonniederlage zog sich die TSG gegen seinerzeit sehr gut aufgelegte Edingen-Neckarhausener zu. In der Offensive sind die Rheinauer schwer auszurechnen, da sich die 27 erzielten Treffer auf etliche Torschützen verteilen.


6. SV 98/07 Seckenheim (13 Punkte)
Die Seckenheimer sind personell wesentlich besser aufgestellt, als in den letzten 2,3 Jahren - als man mehr oder weniger um den Klassenerhalt spielte. Zu Hause lief es noch nicht so gut (1-0-3), so dass es für ganz oben nicht reichte. Auswärts stellen die Seckenheimer hingegen das zweitstärkste Team (3-1-0).


7. Spvgg. 06 Ketsch (12 Punkte)
Im gesicherten Mittelfeld der Tabelle ist der ehemalige Kreisligist aktuell fern von Auf- und Abstiegsgedanken. Der Unterbau des Landesligateams zeigt konstante Leistungen und ist auch für Spitzenteams eine Herausforderung. Die Offensive gehört mit 24 erzielten Treffern zu den besseren der Liga.


8. FC Türkspor Mannheim II (12 Punkte)
Der Aufsteiger sprach schon vom Kampf um die vordersten Plätze, aber dazu hat es aufgrund der großen Leistungsschwankungen bislang nicht gereicht (4-0-4). Mit einer ausgeglichenen Spielbilanz bewegt sich der FCT im Mittelfeld der Tabelle in ruhigen Fahrgewässern. Gab es Niederlagen, waren diese meist deutlich (1:5/2:5/2:5).


9. SC Olympia Neulußheim (10 Punkte)
Der ehemalige Kreisligist, der wenn er in der A-Klasse spielte, meist vorne mit dabei war, backt derzeit kleinere Brötchen. Nur 10 Punkte aus 8 Spielen ist für die SNO etwas zu wenig. Gelingt es die Heimschwäche abzulegen (1-0-3), dann könnte sich die Sitnikow-Elf noch um ein paar Plätze verbessern.


10. Platz SG Oftersheim (10 Punkte)
Von den Hardtwäldern hatte man sich doch etwas mehr erhofft. Die Offensive ist zu stumpf (15 Tore) und gehört zu den schwächeren der Liga. Aus den letzten 6 Saisonspielen holte die SG Oftersheim nur 4 von 18 möglichen Zählern.


11. TSV Neckarau II (10 Punkte)
Der Aufsteiger aus Neckarau ist im Soll. Im ersten Jahr der A-Klassenzugehörigkeit hat der Klassenerhalt oberste Priorität und der ist machbar. Nach einer langen Durststrecke konnte der TSV seine letzten beiden Saisonspiele gewinnen. Damit gelang der Sprung aus der Abstiegszone.

 

Spielszene SC Pfingstberg-Hochstätt vs. FC Türkspor Mannheim II. Bild: Berno Nix


12. 1. FC Turanspor Mannheim (12.)
Vor der Saison hatte der 1. FCT gehörig "gerasselt". Von Aufstieg war die Rede, aber die Realität sah ganz anders aus (3-0-5). Nach einem kurzen Zwischenhoch mit 3 Siegen in Folge, gingen die letzten beiden Partien wieder verloren. Man darf gespannt sein, wie die "Wundertüte" Turanspor im restlichen Verlauf der Saison auftritt.


13. FK Bosna Mannheim (9 Punkte)
Der FK Bosna Mannheim hat nur 5 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Ertönt wieder der Anpfiff, dann dürfen sich die Bosnier nicht in Sicherheit wähnen. Gegen die Spitzenteams gab es durchweg Niederlagen, aber gegen alle anderen Mannschaften zeigte sich der FK konkurrenzfähig.


14. Viktoria Neckarhausen (4 Punkte)
Wie jede Saison geht es für die Viktoria um den Klassenerhalt. 4 Punkte, 16 erzielte Treffer. Davon gehen alleine auf Manuel Fuchs 10 Tore. Die Neckarhausener müssen sich bei einem Re-Start auf breitere Füße stellen, ansonsten könnte am Ende der Abstieg in die B-Klasse stehen.

 

Spielszene Badenia Hirschacker - 1. FC Turanspor Mannheim. Archivbild Berno Nix


15. FC Badenia Hirschacker (4 Punkte)
Nur ein Saisonsieg und die zweitmeisten Gegentreffer kassiert (30). Man sieht, wo der Schuh drückt. Soll die Liga erhalten bleiben, muss das Spiel gegen den Ball stark verbessert werden. Auch 12 erzielte Tore sprechen nicht gerade für eine furchteinflößende Offensivpower.


16. SV Altlußheim (0 Punkte)
Ja, weniger geht nicht. Keinen einzigen Punkt errungen und nur einen einzigen Saisontreffer erzielt (1:39). Zudem die meisten "Buden" kassiert. Für den SVA geht es in Riesenschritten eine Spielklasse tiefer, wenn denn nicht in der restlichen Spielzeit eine bessere Personaldecke zur Verfügung steht.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 12 Januar 2021

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