Samstag, 28. Mai 2022

Der viermalige Titelträger 1.FC Kaiserslautern kommt zum SV Sandhausen

erstellt am Mittwoch, 27 März 2013
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Ausverkauftes Haus am Hardtwald

Sandhausen (sim). Ein „Dino" des deutschen Fußballs gibt am Ostersonntag (13.30 Uhr) im Hardtwaldstadion beim SV Sandhausen seine Visitenkarte ab:

Der 1.FC Kaiserslautern kommt in die Kurpfalz und sorgt dabei erstmals in dieser Saison für ein ausverkauftes Stadion und einen warmen Regen in der Kasse des Aufsteigers.

„Wir sind zwar Außenseiter bei diesem Duell, doch auch wir haben keine Punkte zu verschenken", so die einhellige Meinung der Verantwortlichen und des Trainerstabs der Gastgeber. Schon im Vorspiel auf dem Betzenberg im WM-Stadion waren die Vorzeichen ähnlich „und dort haben wir uns sehr teuer verkauft und wurden erst in der Nachspielzeit mit 3:1 bezwungen", erinnert sich Geschäftsführer Otmar Schork an die Reise in die Pfalz.

Seit 1920 tragen die „Roten Teufel" ihre Heimspiele dort aus, wobei das Stadion letztmals zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 renoviert wurde. Es ist auf den zwischenzeitlich verstorbenen Ehrenspielführer, ersten Weltmeister der deutschen Nationalmannschaft und „Pfälzer Bub", Fritz Walter getauft und fasst 49.780 Besucher. Die 34.354 Sitz- und 15.426 Stehplätze sind allesamt überdacht. In der ewigen Bundesligatabelle nehmen die „Lauterer" den neunten Rang ein und wurden gerade vom FC Schalke 04 überholt. In 44 Bundesligajahren absolvierte der FCK 1.492 Punktespiele, wovon 538 gewonnen und 552 verloren wurden. 368 Partien endeten ohne einen Sieger.

Foto: Lauterns Idrissou köpft auf das Gehäuse des FSV Frankfurt. Szene aus FSV-1. FCKfsvffm-fck2411120143
In den Annalen stehen vier deutsche Meisterschaften 1951 und 1953 (mit der berühmten „Walter-Elf") sowie 1991 und 1998. Zweimal holte der 1.FC Kaiserslautern den Pokal in die Pfalz und zwar 1990 und 1996. Letztmals also in dem Jahr (1:0 gegen den KSC) wo das Team erstmals das Oberhaus seit Gründung 1963 verlassen musste. Nach einem Jahr ging es aber wieder auf Anhieb zurück und dann wurde der FCK 1998 zum vierten Mal sofort deutscher Meister. Die Pfalz, wo die „Roten Teufel" ganz einfach „Religion" sind, stand Kopf. Der 1900 gegründete Verein musste zum zweiten Mal 2005/06 die Eliteklasse verlassen, wobei der Zweitligaaufenthalt danach vier Punkterunden dauerte, ehe wieder der Aufstieg 2009/10 klappte. Zwei Jahre später dann der erneute, wahrscheinlich völlig unnötige dritte Abstieg in der 112-jährigen Vereinsgeschichte. sv sandhausen

Das Ziel wurde von Vorstandschef Stefan Kuntz klar formuliert: „Wir wollen im direkten Weg wieder dorthin zurück, wo wir hergekommen sind". Aufgrund der Belastungen mit der Stadionmiete ein erforderliches unterfangen.

Bislang befinden sich die Lauterer noch in der Aufstiegsspur als Dritter, während man die direkte Rückkehr wahrscheinlich schon jetzt abschreiben kann. Hertha BSC Berlin mit 56 und Eintracht Braunschweig mit 55 Punkten sind schon zu weit enteilt, um noch eingeholt werden zu können. Der 1.FC Kaiserslautern mit 44 Zähler nach 26 Begegnungen (jeweils elf Siege und Unentschieden sowie vier Niederlagen) muss vielmehr aufpassen, den dritten Rang zu verteidigen.

Von hinten drückt vornehmlich Mitabsteiger 1.FC Köln nach vorne und besitzt nach einem total verkorksten Start bereits 43 Punkte. Das direkte Duell zwischen den „Roten Teufeln" und der „Geißbockelf" steigt im Übrigen eine Woche nach Ostern auf dem Betzenberg und der ist in dieser Saison nicht mehr unbedingt die fast uneinnehmbare Erhebung inmitten des Pfälzer Waldes.

Der Abstieg konnte in der letzten Saison vornehmlich deshalb nicht verhindert werden, weil die Offensive nicht das hielt, was man sich von ihr versprach. Dort setzte der Vorstandsvorsitzender den Hebel an und wechselte den Angriff komplett aus. Deshalb wird ein besonderes Augenmerk die Defensivabteilung des SV Sandhausen auf die Bundesliga erfahrenen Neuzugänge legen müssen. Albert Bunjaku (kam vom 1.FC Nürnberg) traf schon zehn Mal ins Schwarze und Mohamadou Idrisson, für 450.000 Euro von Eintracht Frankfurt gekommen, markierte bislang elf Treffer. 21 der insgesamt 37 FCK-Tore gehen also auf das Konto des Sturmduos. Zwischendurch hatten sie Ladehemmung, doch die ist wieder behoben. Das letzte Heimspiel gegen den FC 04 Ingolstadt entschieden die beiden wieder einmal im Alleingang. Fehlen wird letztmals Alexander Baumjohann nach seiner roten Karte.

Neu am Regiepult steht mit Franco Foda ein „Insider". Er bestritt 321 Bundesligaspiele (ein Teil auch für den FCK) sowie zwei A-Länderspiele und war in den letzten zehn Jahr in verschiedenen Trainerfunktionen bei Sturm Graz in Österreich, wo er 200/01 auch seine aktive Laufbahn beendete. Cheftrainer war er in der Alpenrepublik von 2006 bis 2012, ehe es ihn jetzt zurück in die Heimat mit „Stallgeruch" zog, um die sicherlich nicht leichte Herausforderung des sofortigen Aufstiegs anzunehmen.

Quelle: SV Sandhausen / SIM    Foto 1 Rhein-Neckar Picture   Foto 2 Marc Schüler
Letzte Änderung am Donnerstag, 28 März 2013