Sonntag, 23. Januar 2022

DFB-Auswahl siegt 9:0 gegen Lichtenstein ++ Jogi Löw verabschiedet

erstellt am Freitag, 12 November 2021
Gündogan verwandelt einen Strafstoß zur 1:0 Führung. Gündogan verwandelt einen Strafstoß zur 1:0 Führung. Bild: Marc Schüler Sportpics

sport-kurier. Ein "Geschmäckle" hatte der 9:0 Sieg der Deutschen Nationalmannschaft am Donnerstagabend gegen Lichtenstein.

Denn bei der offiziellen Verabschiedung von Ex-Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich die Mannschaft so dominant wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Sicherlich keine Fußball-Großmacht ist Lichtenstein, weshalb ein deutscher Sieg schon vorausgesetzt wurde. Dass es dann einer mit neun Toren wurde (sowie ein paar Pfosten- und Lattentreffern), mag man sowohl als Hommage zum Abschied des ehemaligen Bundestrainers werten als auch als Beweis, dass mehr in der Mannschaft steckt als sie in den vergangenen drei Jahren gezeigt hatte. Verständlich ist es, dass der Deutsche Fußball Bund seinem verdienten Weltmeister-Trainer einen würdigen Abschied bereiten möchte und diesen am besten recht zeitnah.

Kritik gab es aber an der Entscheidung dies im kleinen Wolfsburger Stadion zu tun (25.984 Zuschauer, ausverkauft) und gegen Fußballzwerg Lichtenstein. Im Oktober wäre es in Hamburg gegen Rumänien sicher würdevoller gewesen, jedoch machte es von den anwesenden Fans aufgrund der Pandemie auch dort keinen Unterschied (25.000). Den Abschied auf kommenden März in die Länderspielphase zu verlegen, wäre ein terminliches Risiko gewesen, denn nicht zuletzt gab Löw unlängst zu, dass ihn ein Job an der Seitenlinie wieder reizen würde.

So versuchte der DFB aus den vorhandenen Mitteln das Beste zu machen, lud zahlreiche Weggefährten und Ex-Nationalspieler wie Lukas Podolski, Mario Gomez, Benedikt Höwedes oder Sami Khedira ein und bereitete dem Weltmeister-Trainer auf dem Feld vor dem Spiel den bestmöglichen Abschied. Die Fans feierten Löw noch einmal, am Ende überschattete der Kantersieg gegen Lichtenstein allerdings die Eindrücke der Abschiedsfeierlichkeiten.

Ex-Bundestrainer Jogi Löw wurde verabschiedet.  Bild: Marc Schüler Sportpics

Vielleicht war es Pech für Löw, dass der Lichtensteiner Jens Hofer nach neun Minuten dank Kung-Fu Einlage gegen Leon Goretzka mit Rot vom Platz musste. Dies löste den Abwehrriegel der Kicker aus dem Fürstentum auf, Ilkay Gündogan verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:0. Ein Eigentor von Daniel Kaufmann (20.), Leroy Sane (22.) und Marco Reus (23.) sorgte dann früh für die Entscheidung. Dies sah auch Torwart Manuel Neuer so. Da sich 95% des Spielgeschehens in der gegnerischen Hälfte abspielte und es Lichtenstein kaum gelang den Ball über die Mittellinie zu bringen, unternahm er ausgedehnte Ausflüge ins Mittelfeld und in die gegnerische Hälfte.

Überhaupt präsentierten sich die Spieler aus der zweiten Reihe stark, denn sie zeigten, wie gut es auch ohne die wegen Corona-Quarantäne ausgefallenen Stammkräfte Niklas Süle, Joshua Kimmich und Serge Gnabry gehen kann.
Auch wenn sein Debüt nicht mit einem Tor gekrönt wurde, da der Pfosten im Weg stand, zeigte der Wolfsburger Lukas Nmecha, dass er in den Kreis der Mannschaft gehört. In der 46. Minute kam er für Jonas Hofmann und sorgte ständig für Unruhe in der Lichtensteiner Hintermannschaft. Von der Veranlagung her könnte der hochgewachsene und physisch spielende Nmecha die Mittelstürmerposition besetzen, die ansonsten mit Serge Gnabry und Timo Werner eher mit kleinen, schnellen Spielern gefüllt wurde. Leroy Sane, Ridle Baku und zweimal Thomas Müller (sowie ein weiteres Eigentor durch Maximilian Göppel) sorgten dann für den 9:0 Endstand.

Am Sonntag geht es für die DFB-Auswahl dann ins letzte WM-Qualifikationsspiel. Dies wird eine schwerere Aufgabe als am Donnerstag gegen Lichtenstein, denn Armenien muss auf volles Risiko spielen, wenn sie ihre Außenseiterchance auf die WM-Qualifikations-Playoffs wahren wollen. Nur mit einem hohen Sieg, gepaart mit Niederlagen von Nordmazedonien (gegen Island) und Rumänien (gegen Lichtenstein), hätten die Armenier noch eine Chance. Deutschland könnte also sogar etwas experimentieren und sein Konter-Spiel verfeinern, denn auch wenn von der DFB-Elf als Favorit der Sieg erwartet wird, ist es der Gegner, der eigentlich das Spiel machen muss. Dabei wird Marc-Andre ter Stegen im Tor stehen, da Manuel Neuer die Reise nicht mitmachen wird und eine Pause erhält.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 12 November 2021