Montag, 30. November 2020

"Momentan Tote Hose" ++ Die Situation im Jugendfußball am Beispiel der U10 des SV Waldhof

erstellt am Mittwoch, 18 November 2020
Dennis Hardung coacht die U10 des SV Waldhof und ist für Badenia Hirschacker nur noch administrativ tätig Dennis Hardung coacht die U10 des SV Waldhof und ist für Badenia Hirschacker nur noch administrativ tätig Bild: Lothar Fischer

sport-kurier. Zwei Trainerjobs war dann doch einer zu viel.

Dennis Hardung, bis zum Sommer noch als Chefcoach beim A-Ligisten Badenia Hirschacker im Amt, hat schon kurz nach Saisonbeginn den Trainerstab an Timo Becker weitergereicht und ist für die Badenia nur noch administrativ im Hintergrund tätig.

Seine ganze Aufmerksamkeit als Trainer gilt nun der U10 des SV Waldhof. "Ich bin froh, diese Einstiegsmöglichkeit bekommen zu haben, das funktioniert ganz gut. Es war auch für mich ein Umbruch, aber ich bin in die neue Aufgabe schon reingewachsen und es macht viel Spaß", zieht er eine erste und auch positive Zwischenbilanz.

Mit dem Nachwuchs beim Traditionsverein hat er derzeit auch wie alle anderen Mannschaftssportler Zwangspause auf dem Trainingsplatz. Ein Zustand, mit dem er sich nicht so recht anfreunden kann. "Momentan ist das Gelände auf dem Alsenweg gesperrt, es ist Tote Hose, wie man so schön sagt."

Dabei hat man auch im Jugendförderzentrum des SVW alles getan, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. "Beim Waldhof geht es sicher noch ein Stück weit strenger zu als woanders. Wir mussten uns desinfizieren und unsere Zeiten des Aufenthaltes auf dem Gelände immer eintragen", betont er die strikte Einhaltung des Hygienekonzepts.

Dieses strenge Konzept beim SVW ging bislang auf. "Wir hatten noch keinen einzigen Corona-Fall. Lediglich Verdachtsfälle gab es, weil Personen mit infizierten Personen in Kontakt standen, doch alle daraufhin durchgeführten Tests verliefen negativ", verweist er auf die aktuelle erfreuliche Lage.

So ist Hardung auch auf einer Linie mit dem DFB, der den Jugendfußball nicht verbieten lassen will. "Es gibt da ja auch klare Aussagen von Ärzten, dass auf dem Platz im Freien die Ansteckungsgefahr fast bei Null ist. Klar ist, dass man nicht zusammen in die Kabine gehen und duschen soll, aber das könnten wir regeln, wenn unsere Jugendlichen bereits umgezogen zum Training erscheinen und kein Gebäude betreten", wäre der SVW für einen Trainingsbetrieb jederzeit gerüstet.

Natürlich müsse sich aber der Verband den Anordnungen von ganz oben unterwerfen, wie er betont. Trotz des Sportverbots auf dem Platz sei die Stimmung bei seinen Spielern aber sehr gut, denn Hardung griff zu Plan B. Eine Challenge mit drei Durchgängen in drei Wochen wird von seinen Spielern begeistert angenommen. "Alle haben Bewegungsdrang", gibt es auch während Corona für Hardung und Co keinen Stillstand zu beklagen.

Intern wird diskutiert, wie lange der momentane Zustand noch andauen könnte. "Vielleicht dauert es gar bis zum März", will Hardung eine längere Sportpause nicht ausschließen. Aber spätestens dann will er wieder auf dem Platz stehen und seine jungen Talente formen.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 18 November 2020