Samstag, 28. Mai 2022

Durchgestartet ++ Timo Königsmann ist mehr als nur ein Ersatz im Kasten des SV Waldhof

erstellt am Donnerstag, 06 Februar 2020
Durchgestartet ++ Timo Königsmann ist mehr als nur ein Ersatz im Kasten des SV Waldhof Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Ein Torhüterleben kann hart sein.

Hat sich der Trainer für seine Nummer 1 entschieden, dann bleibt für den zweiten Torwart erst einmal nur der Platz auf der Ersatzbank und die Hoffnung, irgendwann eine Chance zu bekommen.

Beim SV Waldhof ist es Timo Königsmann, der sich beim Rundenstart hintenanstellen musste. Aufgrund der gegen den MSV Duisburg erlittenen Kreuzbandverletzung von Stammtorwart Markus Scholz rückte der 22-jährige von jetzt auf nachher in das Rampenlicht der 3. Liga. Seine erste Aktion gegen den MSV war es, den Ball aus dem eigenen Netz zu holen. Zwischenzeitlich lag Waldhof mit 2:3 zurück, doch mit einem Kraftakt rissen die Arbeitskollegen von Königsmann das Ruder noch herum und gewannen das Spiel mit 4:3.

Seine Nagelprobe bestand der Niedersachse eine Woche darauf auf dem gefürchteten Betzenberg in Kaiserslautern. Fast hätte Königsmann beim Heimspiel gegen Halle seinen Platz im Tor wieder für längere Zeit räumen müssen, doch die in diesem Spiel erlittene Schulterverletzung erwies sich als nicht so schlimm, so dass er nur die folgenden beiden Spiele ausfiel.

Sportlich hätte es für Königsmann in dieser Saison kaum besser laufen können, doch den Höhenflug des SVW nur anhand von ihm festzumachen, wäre nicht richtig. Klar ist aber auch, der gebürtige Hannoveraner hat sich längst zum gleichwertigen Ersatz von Scholz gemausert. "Mit den anderen Torhütern besteht ein gutes Verhältnis und ein gesunder Konkurrenzkampf", betont er. Die Entscheidung des Trainers, wer letztlich den Kasten hütet, müssten dann schließlich alle Keeper respektieren.

                                                                                                                                                                                                                             Bild: Alfio Marino

Der SV Waldhof wurde zum Neuanfang für Königsmann nach einer turbulenten Zeit davor. Nach zehn Jahren Ausbildung bei Hannover 96 nahm die Karriere schnell Fahrt auf. Als Junior rückte er wie auch sein alter und neuer Kollege Valmir Sulejmani in den Bundesligakader auf und wurde dort verheizt.

Statt eines schnellen Neustarts folgte eine Odyssee. Über Greuther Fürth, dort spielte er lediglich in der Reserve, ging der Weg zum VfR Aalen. Nach dem Abstieg der Schwaben verschlug es ihn nach Mannheim, weil dort noch ein dritter Torwart gesucht wurde.

Sein Empfehlungsschreiben kann sich sehen lassen: Königsmann hat beim DFB bis zur U20-Nationalmannschaft insgesamt 19 Einsätze zu verzeichnen. In der U21 bekamen dann andere wie z. b. der künftige Bayern-Torwart Alexander Nübel mit ihrer Bundesligaerfahrung den Vorzug. "Für einen Torwart, der bei Greuther Fürth 2 aufläuft, war ich für den DFB natürlich nicht interessant", hatte der Keeper für diese Entscheidung volles Verständnis.

Dass es mit seiner jetzigen Station SV Waldhof vielleicht schon bald noch weiter nach oben geht, man sich jedenfalls derzeit keine Sorgen um den Klassenverbleib machen muss, ist für den glühenden Verehrer des VfB-Profis Holger Badstuber aber nicht von Relevanz. "Wir schauen jetzt noch nicht nach oben oder unten in der Tabelle. Dafür sind es noch viel zu viele Spiele", gilt Königsmanns Aufmerksamkeit immer nur dem nächsten Gegner.

Dass aber er statt seines Torwartkollegen Miro Varvodic das Vertrauen seines Trainers bekam, den Waldhof-Kasten hüten zu dürfen, ist für Königsmann nach seiner Durststrecke eh schon der größte Erfolg seit langer Zeit.

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 06 Februar 2020