Dienstag, 30. November 2021

"Wiederaufbau vor Wiederaufstieg" ++ Bundesligaabsteiger Werder Bremen spielt beim SV Sandhausen

erstellt am Freitag, 22 Oktober 2021
"Wiederaufbau vor Wiederaufstieg" ++ Bundesligaabsteiger Werder Bremen spielt beim SV Sandhausen Bild: Siegfried Lörz Kraichgaufoto

sport-kurier. Am 11. Zweitligaspieltag empfängt der SV Sandhausen am Sonntag um 13.30 Uhr mit dem Bundesligaabsteiger SV Werder Bremen einen besonders attraktiven Gegner.

Die Hanseaten belegen zwar in der Ewigen Bundesligatabelle den 3. Platz, doch ergebnistechnisch sind sie nach drei Niederlagen aus den letzten vier Ligaspielen auf einem enttäuschenden 10. Tabellenplatz mit 14 Punkten nur Mittelmaß.

Beim SV Sandhausen hingegen ist nach drei Spielen unter Alois Schwartz schon ein stückweit mehr die altbekannte Handschrift des neuen alten Coaches zu erkennen, auch wenn spielerisch noch einiges im Argen liegt und man im Spiel nach vorne noch einiges schuldig bleibt. 16:4 Torschüsse und 67:33 Prozent Ballbesitz für Hansa Rostock beim Unentschieden der Sandhäuser im hohen Norden verdeutlichen dies.

Dennoch zeigten sich die Kurpfälzer zuletzt defensiv kompakter, rehabilitierten sich in kämpferischer Hinsicht und streben nach erst einem Punkt aus den bisherigen fünf Heimspielen nach dem ersten Heimsieg. Schwartz zeigte sich nach dem von ihm selbsternannten "Systemabsturz" beim 1:6 gegen Darmstadt nach dem Punkt in Rostock zufriedener: "Wenn man sieht, was in Rostock los war mit dem 12. Mann auf der Tribüne, muss man erstmal so dagegenhalten, wie wir es getan haben."

Die Schwarz-Weißen treffen das erste Mal auf die Werderaner, die mit Ausnahme der Spielzeit 1980/81, immer in der 1963 gegründeten Bundesliga spielten. In den Jahren 2008 bis 2012, als die Vereine noch Welten trennten, duellierte sich der SVS in der 3. Liga mehrere Male mit der U23 der Bremer. Der zweite Abstieg in die 2. Liga nach 1980 war schmerzhaft für den vierfachen Deutschen Meister, sechsmaligen DFB-Pokalsieger sowie Europapokalsieger der Pokalsieger 1992 aus der Hansestadt, doch es war ein schleichender Prozess, der sich abzeichnete.

Überteuerte Verpflichtungen von Spielern durch den ehemaligen Werder-Profi und in der Kritik stehenden jetzigen Sportchef Frank Baumann auf der einen Seite sowie fehlenden Einnahmen in der Pandemie, die den Verein besonders trafen, sorgen für Verbindlichkeiten von über 60 Millionen Euro. Durch den Abstieg sanken die Profigehälter um die Hälfte, weswegen es die logische Folge war, Leistungsträger wie Augustinsson, Eggestein, Möhwald, Rashica und Sargent und damit fast das komplette Mittelfeld abgeben zu müssen und Ablösesummen zu erzielen. Durch die unter anderem elf Millionen Euro Ablöse für Rashicas Wechsel zu Norwich City war etwas Spielraum da, der für den zweitligaerfahrenen Torjäger Marvin Ducksch reinvestiert wurde. Bei vier Toren und zwei Vorlagen in sechs Spielen hat Ducksch seine Klasse bereits unter Beweis gestellt.

Ebenfalls mit viel Zweitligaerfahrung ausgestattet ist der neue Trainer Markus Anfang, der für den Neuaufbau vom Ligakonkurrenten Darmstadt 98 losgeeist wurde, als Stabilisatoren für die Defensive Lars Lukas Mai und Nicolai Rapp aus Darmstadt mitbrachte und gut zu Bremens Spielphilosophie passt. Bester Vorbereiter mit vier Torvorlagen ist das Eigengewächs Niklas Schmidt. Zudem wurde mit Mitchell Weiser ein hochkarätiger Flügelflitzer leihweise aus Leverkusen geholt.

Anfangs Vorstellung von einem aktiven Fußball im 4-3-3 System mit einem Sechser, zwei Achtern, zwei Außenspielern und einem Stürmer wurde teils schon gut in die Tat umgesetzt, wenngleich die Chancenverwertung noch ausbaufähig ist. Trainer Anfang: "Es ist derzeit ein Auf und Ab. Ja, wir haben eine entwicklungsfähige Mannschaft, aber wir müssen uns auch mal entwickeln". Sein Saisonziel: "Wiederaufbau vor Wiederaufstieg". Wie schwierig die Bundesliga-Rückkehr wird, stellt bereits der große norddeutsche Erzrivale Hamburger SV unter Beweis. Beim SV Sandhausen hingegen wären drei Punkte wichtig, um wieder einen Anschluss ans Mittelfeld zu bekommen.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 22 Oktober 2021

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