Sonntag, 11. April 2021

SV Sandhausen empfängt den VfL Osnabrück zum Krisengipfel

erstellt am Freitag, 26 Februar 2021
Kleppinger (links) und Kulovits (rechts) wollen den SVS von den Abstiegsrängen bringen. Kleppinger (links) und Kulovits (rechts) wollen den SVS von den Abstiegsrängen bringen. AS Sportfoto

sport-kurier. Der Krisengipfel des 23. Zweitliga-Spieltages steigt am Sonntag um 13.30 Uhr zwischen dem SV Sandhausen und dem VfL Osnabrück.

Der SVS ist nach der Niederlage in Paderborn und dem Sieg des übernächsten Gegners aus Braunschweig auf Abstiegsplatz 17 gerutscht und hat unverändert vier Punkte Rückstand zu den Osnabrückern auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 15.

Ein Sieg wird daher für die Kurpfälzer nahezu zur Pflichtaufgabe. Beide Teams werden in dem Abstiegskrimi ihre Defensivreihen wegen Gelbsperren umstellen müssen: Während beim SVS Aleksandr Zhirov fehlt, müssen die Niedersachsen mit Timo Beermann und Ludovit Reis gleich zwei wichtige Akteure ersetzen. Während die Sandhäuser zuletzt dreimal in Folge als Verlierer vom Platz gingen, hat der VfL eine Durststrecke von acht Spielen ohne einen einzelnen Punktgewinn hinter sich, wodurch der Klub von Rang 8 auf Platz 15 durchgereicht wurde. Doch davor konnten die Osnabrücker bereits vier Auswärtssiege feiern.

Die vom neuen SVS-Trainerduo Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits vor dem Spiel in Paderborn geforderten Tugenden wie Kompaktheit und starkes Zweikampfverhalten setzten die Kurpfälzer im ersten Spiel nach dem Trainerwechsel gut in die Tat um, was auch eine Zweikampfquote von 59:41 Prozent unterstrich. Doch die Spielweise kostete auch Kraft, was dazu führte, dass der SVS in der zweiten Hälfte zwar ebenbürtig, aber zum wiederholten Male nicht mehr ganz so zwingend war und am Ende jetzt schon zum fünften Mal in den letzten sieben Partien trotz einer Führung leer ausging.

Womöglich können dabei auch Rückschlüsse zum Durchschnittsalter gezogen werden: 10 der 16 in Paderborn zum Einsatz gekommenen Akteure sind 29 Jahre oder älter. Die an den Tag gelegte Gier nach einem Erfolg wird jedoch der Grundstein zu einem womöglichen Dreier gegen Osnabrück sein, was auch Präsident Jürgen Machmeier bestätigte und dem Trainerduo weiterhin das Vertrauen aussprach: "Die Mannschaft glaubt an Kulo und Kleppo."

Mindestens so turbulente Zeiten durchleben auch die Gäste aus Osnabrück, die sich nach der Niederlagenserie am selben Tag von ihrem Coach Marco Grote wie der SVS von Michael Schiele trennten. Grote musste seiner Unerfahrenheit im Profigeschäft Tribut zollen, obwohl er mit dem VfL stark gestartet war und die ersten acht Saisonspiele ungeschlagen blieb. Nachdem die Osnabrücker jedoch in der Tabelle durchgereicht wurden, sah sich Geschäftsführer Benjamin Schmedes gezwungen, die Reißleine zu ziehen und Florian Fulland als Interimstrainer zu benennen.

Präsident Manfred Hülsmann spricht von einem "Meilenstein hin zum etablierten Zweitligisten. Es kann jetzt nur bergauf gehen." Mit einer neunten Niederlage in Folge in Sandhausen ginge der Blick jedoch zunächst nach unten, was die Bedeutung des Kellerduells für beide Teams aufzeigt. Bei nur acht Gegentoren in den letzten sechs Partien stand der VfL am Ende mit leeren Händen da, was die Problemzone Sturm verdeutlicht. Bei 22 Treffern haben nur die Braunschweiger weniger Tore erzielt.

Um den Konkurrenzdruck für den 32-jährigen Christian Santos und Luc Ihorst zu erhöhen, wurden somit in der letzten Transferperiode noch Sebastian Müller per Leihe aus Bielefeld sowie Jay-Roy Grot von Leeds United an Land gezogen. Verlass war zuletzt auf Sebastian Kerk, der acht Tore und sieben Vorlagen beisteuerte. Mit Torhüter Philipp Kühn und David Blacha haben die Gäste zwei Leistungsträger in ihren Reihen, die 2012 beim Zweitligaaufstieg im Kader des SV Sandhausen standen.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 26 Februar 2021

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