Sonntag, 19. September 2021

Machmeier: "Viele Häuptlinge und zu wenige Indianer" ++ Sandhausen will gegen Regensburg nachlegen

erstellt am Donnerstag, 14 Januar 2021
Sandhausens Behrens (weiß) beim Kopfball im Spiel gegen Holstein Kiel. Sandhausens Behrens (weiß) beim Kopfball im Spiel gegen Holstein Kiel. AS Sportfoto

sport-kurier. Noch wichtiger als drei Punkte nach dem überraschend deutlichen 4:0-Erfolg gegen den bisherigen

... Angstgegner 1. FC Heidenheim nach zuvor fünf Niederlagen war auf Seiten des SV Sandhausen die Erkenntnis, dass länger vermisste Grundtugenden wie Gier und Leidenschaft wieder mit im Spiel waren.

Interne Gespräche dürften sich um den Mannschaftsgeist gedreht haben, denn Machmeier konnte auch nicht leugnen, dass bei der Kaderzusammenstellung wohl Fehler gemacht wurden: "Ich denke, das Hauptproblem ist, dass wir vielleicht zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer geholt haben. Einige Spieler haben noch nicht verinnerlicht, was das SV-Gen ist und was man hier abliefern muss. Wir bekommen nirgendwo was geschenkt und müssen uns alles hart erarbeiten".

Entscheidend ist es, die Tugenden auch am kommenden Sonntag auf den Platz zu bringen, wenn der SVS im Auswärtsspiel des 16. Spieltages um 13.30 Uhr beim SSV Jahn Regensburg gastiert und die bisherige Auswärtsbilanz bei einem Sieg und sechs Niederlagen aufgebessert werden soll.

Während der SV Sandhausen seine Tore- und Punkteflaute beenden konnte, steckt Regensburg noch mittendrin. Die 0:2-Heimniederlage gegen den VfL Bochum war für die Oberpfälzer gleichbedeutend mit dem fünften sieglosen Spiel in Folge bei nur einem Torerfolg in den letzten vier Spielen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es der Jahn wie auch der SVS zuletzt fast ausschließlich mit Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel zu tun hatte.

Die zweite Heimniederlage in Folge soll natürlich verhindert werden, andererseits könnte der SVS in diesem "6-Punkte-Spiel" mit einem Auswärtserfolg auf 17 Punkte kommen und damit zum Tabellenvierzehnten aus Regensburg aufschließen.
Es bestehen berechtigte Hoffnungen, dass die Leistung gegen Heidenheim keine Eintagsfliege war, denn auch Spielgestalter Julius Biada sprach von einem Ruck, der durch die Mannschaft ging: "Wir haben hinter den Kulissen an Stellschrauben gedreht und versucht, weiter zusammenzuwachsen".

Herausragen konnte Alexander Rossipal, der Diego Contento die Rückkehr nach seiner überstandenen Verletzung auf die Position des Linkverteidigers schwer machen dürfte. Der unter Koschinat zunächst schon aussortierte Rossipal ließ hinten nichts anbrennen, bereitete mit einem maßgenauen Eckball das zweite Tor vor und erzielte mit einem raffinierten Freistoß sein Debüttor.

Noch vor der Heimniederlage gegen Bochum sagte Mersad Selimbegovic, seit 2019 Trainer der Regensburger: "Unsere Punkteausbeute ist zu wenig für das, was wir geleistet haben". Nach seiner Gelbsperre kehrt Albion Vrenezi wieder ins Angriffszentrum zurück. Mit drei Toren und zwei Vorlagen zählt er zusammen mit dem dänischen Mittelstürmer Andreas Albers, der fünf Mal traf, zu den Effektivposten beim Jahn. Der Abgang des 35-jährigen Marco Grüttner, der seine Karriere in Freiberg ausklingen lässt und in den letzten Jahren Garant für Tore war, macht sich bei den Oberpfälzern noch bemerkbar.

Nach zweimonatiger Verletzungspause können die Gastgeber im defensiven Mittelfeld wieder auf seinen Mannschaftskapitän, den ehemalige Sandhäuser und Hoffenheimer Benedikt Gimber zurückgreifen. Der Spielerkader der Regensburger blieb weitgehend zusammen, für spektakuläre Neuzugänge war kein Platz, da der wirtschaftliche Höhenflug durch die Pandemie gebremst wurde und man mit einem um sechs Millionen Euro geringeren Gesamtumsatz von 17,2 Millionen Euro plant.
In der Gesamtbilanz der bisherigen 18 Duelle liegt der SVS mit sechs Siegen, sieben Unentschieden und fünf Niederlagen knapp vorn. Dies möchten die Kurpfälzer am Sonntag aufrecht erhalten.

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 14 Januar 2021

2. Bundesliga