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Trotz Überlegenheit vergaß Sandhausen gegen Mönchengladbach das Toreschießen

erstellt am Montag, 12 August 2019
DFB Pokal - 19/20 - SV Sandhausen vs. Bor. Moenchengladbachv. li. im Zweikampf Alassane Plea (Gladbach) und Aleksandr Zhirov (Sandhausen). DFB Pokal - 19/20 - SV Sandhausen vs. Bor. Moenchengladbachv. li. im Zweikampf Alassane Plea (Gladbach) und Aleksandr Zhirov (Sandhausen). Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Die erhoffte Pokalsensation am Sandhäuser Hardtwald blieb aus.

Bundesligist Borussia Mönchengladbach siegte in der Erstrundenpartie des DFB-Pokals vor 13.695 Zuschauern glücklich mit 1:0 und sichert sich somit 351.000 Euro fürs Erreichen der nächsten Runde. Die Partie vor fast vollem Haus hatte ein langes Vorspiel.

Aufgrund heftiger Wolkenbrüche, Blitze und Donner stand das Spiel zeitweise auf der Kippe. Zwischenzeitlich fielen sogar Flutlicht, Tonanlage und Anzeigentafel aus. Erst mit 45-minütiger Verspätung pfiff Schiedsrichter Robert Hartmann um 21.30 Uhr an.

Nach anfänglichem Abtasten auf dem trotz des heftigen Dauerregens gut bespielbaren Rasens kamen die Gastgeber besser in die Partie und gewannen aufgrund einer couragierteren Herangehensweise immer mehr die Spielhoheit. Der Bundesligist war jedoch effizienter und ging mit seiner ersten Torchance nach 19 Minuten in Führung. Nach einer Rechtsflanke von Tobias Strobl aus dem Halbfeld stand VfL-Neuzugang Marcus Thuram, der für 10 Millionen Euro aus Guingamp kam, goldrichtig und köpfte rechts unten zur 1:0-Führung.

SVS-Abwehrchef Gerrit Nauber unterlief dabei ein Stellungsfehler, so dass der Schütze ungestört zum Köpfen kam. In der Folge erhöhten die Kurpfälzer den Druck und erspielten sich einige gute Ausgleichsmöglichkeiten, vor allem durch Distanzschüsse auf dem nassen Untergrund.

Innerhalb von 120 Sekunden scheiterten Philipp Förster (33.) und Denis Linsmayer (34.) am reaktionsschnellen besten Gladbacher Torhüter Yann Sommer. Das teils sehr körperbetonte und in der einen oder anderen Aktion auch etwas zu harte Einsteigen der Gastgeber missfiel dem Erstligisten. So sahen Robin Scheu, Rurik Gislason und Linsmayer zu Recht jeweils die Gelbe Karte. In einem über weiten Strecken chancenarmen ersten Hälfte blieb es bei anhaltendem "Fritz-Walter-Wetter" bei der knappen Gästeführung.

Im zweiten Abschnitt zogen sich die Gladbacher Fohlen immer weiter zurück, während die Schwarz-Weißen verstärkt auf den Ausgleich drängten. Zunächst verfehlte ein Flachschuss von SVS-Kapitän Dennis Diekmeier von rechts knapp das Tor (51.) und Förster fand erneut bei einem Distanzschuss in Sommer seinen Meister (61.). Während Gladbach sich kaum noch Torchancen erspielte, drängt die Koschinat-Truppe mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auf den inzwischen längst verdienten Ausgleich. Doch trotz aller Bemühungen fehlten dem Außenseiter die nötige Qualität und letzte Präzision im Abschluss, um gegen den enttäuschenden Favoriten die Verlängerung zu erzwingen.

In der vierminütigen Nachspielzeit wurde es nochmals hektisch. Nach einer Rechtsflanke kommt SVS-Stürmer Kevin Behrens im Strafraum an den Ball und wird kurz vor dem Einschuss regelwidrig von Keeper Sommer zu Fall gebracht. Doch Schiri Hartmann lässt trotz heftiger Proteste der Gastgeber weiterspielen und so blieb es zur ungewohnt späten Stunde um 23.30 Uhr beim letztendlich glücklichen Sieg des fünffachen Deutschen Meisters vom Niederrhein.

Trotz der Niederlage zeigte sich Sandhausens Trainer Uwe Koschinat alles andere als enttäuscht: "Man hat heute gemerkt, dass der unterschiedliche Saisonstart im DFB-Pokal ein kleiner Vorteil für den Underdog sein kann. Wir haben heute relativ schnell Rhythmus gefunden. Mir hat sehr gefallen, dass wir die offensive Idee gut umgesetzt haben. Unsere Angriffe haben wir zwar strukturiert nach vorne getragen, müssen uns am Ende aber vorwerfen, dass wir zwar attraktiv gespielt haben, aber keinen Treffer erzielt haben."

Sein Gegenüber Marco Rose sprach von einem glücklichen Sieg in seinem ersten Pflichtspiel für den VfL: "Wir haben gegen einen physisch starken Gegner bei einer tollen Pokalatmosphäre glücklich gewonnen. Von unserer gewünschten Form vor dem Saisonstart nächste Woche sind wir noch ein gutes Stück weit entfernt."

Am kommenden Freitag, den 16. August, empfängt der SV Sandhausen im dritten Heimspiel in Serie am 3. Zweitliga-Spieltag den Bundesligaabsteiger 1. FC Nürnberg.

SV Sandhausen: Fraisl - Diekmeier (C), Nauber, Zhirov, Paqarada - Linsmayer (70' Türpitz), Zenga (83' Frey) - Gíslason, Förster, Scheu (62' Engels) - Behrens
Borussia Mönchengladbach: Sommer (C) - Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt - Strobl, Zakaria (90' Benes), Hofmann (46' Embolo), Neuhaus - Thuram (62' Johnson), Plea
Tore: 0:1 Thuram (19')
Zuschauer: 13.695
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

 

 

 

Letzte Änderung am Montag, 12 August 2019

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