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"Es wird ein Fußballfest" - SV Sandhausen empfängt den Hamburger SV

erstellt am Donnerstag, 12 Dezember 2019
SVS-Spieler Leart Paqarada (am Ball) ist nach seiner verbüßten Sperre wieder einsatzberechtigt SVS-Spieler Leart Paqarada (am Ball) ist nach seiner verbüßten Sperre wieder einsatzberechtigt Bild: Berno Nix

sport-kurier. Ein Saisonhighlight steht für Zweitligist SV Sandhausen am Sonntag an,

...wenn zum Hinrunden-Abschluss um 13.30 Uhr der Tabellenzweite Hamburger SV am Hardtwald gastiert. "Es wird wie schon gegen den VfB Stuttgart ein Fußballfest", freute sich SVS-Trainer Koschinat bereits.

Gelingt dem SVS gegen einen zuletzt schwächelnden HSV wie gegen Stuttgart eine weitere große Überraschung, käme man dem Punkterekord nach der Hinrunde aus der Saison 2015/16, der bei 26 Punkten liegt, bis auf einen Punkt nahe. Ähnlich wie der VfB wird auch der zweite große Aufstiegsfavorit aus dem hohen Norden wie gewohnt mehrere tausend Fans mit zum Auswärtsspiel bringen und will für die Anhänger nach zuletzt zwei Niederlagen eine Trotzreaktion zeigen.

Beim SVS möchte man unter allen Umständen die Serie von sechs Partien ohne Niederlage verteidigen. Sportlich zeigen sich die Kurpfälzer ohnehin auf dem richtigen Weg, so zeigte sich Koschinat neben der kämpferischen auch mit der spielerischen Leistung seines Teams in Dresden zufrieden: "Die Zeiten sind vorbei, in denen der SVS hinten drin gestanden und mit langen Bällen nach vorne operiert hat."

Als Vorlagengeber tat sich hierbei in den letzten drei Spielen der quirlige und trickreiche Halimi hervor, der sich nach einer Anlaufzeit langsam, aber sicher auf dem Weg befindet, den Abgang Försters im zentralen Mittelfeld kompensieren zu können. Koschinat hat momentan wenig Anlass, an dem System mit zwei Spitzen und einer Raute dahinter etwas zu rütteln.

Zwar wurde auf Seiten der Sandhäuser in Dresden wieder mehr über die Chancenverwertung gehadert, doch es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Spielen wieder weniger Millimeterentscheidungen wegen Abseitsstellungen mit Unterstützung des Videobeweises getroffen werden müssen.

Während man gegen Stuttgart noch davon profitierte, wurde es in Dresden zum Nachteil. Scheu zog sich in Dresden eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu und wird am Sonntag im Spiel gegen den Europapokalsieger der Landesmeister von 1983 fehlen, Paqarada hingegen wird nach Ablauf der Gelbsperre wohl wieder auf der linken Abwehrseite verteidigen.

Durch die Niederlagen in Osnabrück und zuletzt daheim gegen Heidenheim gab der Hamburger SV die Herbstmeisterschaft an Arminia Bielefeld ab. Beim HSV gibt es nicht nur die Parallele zum VfB Stuttgart, unbedingt aufsteigen zu wollen, wenn nicht sogar zu müssen aufgrund eines teuren Kaders. Auch die Hanseaten zeigten sich zuletzt bei deutlichen Vorteilen im Ballbesitz (76:24 % gegen Heidenheim) und dem Auslassen zahlreicher Torchancen als fahrlässig und ließen eher unnötig Punkte liegen.

Doch darauf sollte sich der SVS nicht verlassen, dass es der HSV ähnlich wie der VfB am Hardtwald macht, vielmehr sollte das Koschinat-Team wieder konsequent die Chancen nutzen und tief stehen wie die Heidenheimer, an denen sich die Hamburger die Zähne ausbissen.

Nach dem ersten Abstieg überhaupt in die Zweitklassigkeit folgte für den Klub aus der Millionenstadt die nächste schmerzhafte Erfahrung, als im Mai diesen Jahres der sofortige Wiederaufstieg knapp verpasst wurde. Als Nachfolger von Trainer Hannes Wolf setzte der neue Sportvorstand Jonas Boldt zur neuen Saison auf die Trainergröße Dieter Hecking, der in den letzten 13 Jahren erfolgreich bei den Erstligavereinen aus Hannover, Nürnberg, Wolfsburg und Mönchengladbach arbeitete.

Für Hecking gibt es nur ein Ziel, was auch in seinem Vertrag verankert ist, der besagt, dass sich dieser nur beim Aufstieg um ein Jahr verlängert. Beim Klassenerhalt im Oberhaus würde er sich um ein weiteres Jahr verlängern. "Ich wollte damit ein Zeichen setzen, dass es mir nicht nur darum ging, einen Dreijahresvertrag in Hamburg abzuschließen." so Hecking.

Sein Team ist in bereits mit erstligareifen Spielern bestückt. So konnte der umworbene Abwehrchef van Drongelen gehalten werden, während das große Talent Fein, der im defensiven Mittelfeld die Fäden zieht, Qualitäten im Spielaufbau hat und viele Kilometer abspult, nach seiner einjährigen Leihe wohl zum FC Bayern München zurückkehren soll.

Mit Heuer Fernandes wurde einer der stärksten Zweitligatorhüter aus Darmstadt verpflichtet und mit Leibold aus Nürnberg ein neuer Linksverteidiger, der ebenfalls voll einschlug und mit acht Torvorlagen bei seinen maßgenauen Flanken die meisten Tore in der Liga vorbereitete. Überhaupt ist die linke Seite das Prunkstück der Hamburger, denn der weitere Neuzugang Kittel konnte auf der Seite vor Leibold schon neun Tore erzielen - oftmals mit seiner harten rechten Klebe.

Trotz der Niederlage gegen Heidenheim gab es auch Positives aus dem Spiel zu ziehen, denn nach Verletzungspausen konnten Kapitän Hunt und Stürmer Hinterseer sowie Flügelstürmer Jatta nach dessen abgelaufener Rotsperre ihre Comebacks feiern. Hinterseer, der aus Bochum kam und dem mit dem VfL schon vier Tore gegen Sandhausen gelangen, wird am Hardtwald wohl mit dem von Werder Bremen ausgeliehenen österreichischem Nationalelfkollegen Harnik um den Platz in der Sturmmitte konkurrieren.

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Dezember 2019

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