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"Wir wollen aufsteigen, alles andere braucht man nicht formulieren" ++ VfB Stuttgart strebt in Sandhausen einen Sieg an

erstellt am Donnerstag, 28 November 2019
"Wir wollen aufsteigen, alles andere braucht man nicht formulieren" ++ VfB Stuttgart strebt in Sandhausen einen Sieg an Bild: Lörz

sport-kurier. Im baden-württembergischen Derby empfängt Zweitligist Sandhausen am Sonntag um 13.30 Uhr den Tabellendritten VfB Stuttgart.

Die Kurpfälzer haben nach dem Punktgewinn beim gestürzten Tabellenführer Bielefeld eine große Portion Selbstvertrauen vor der bevorstehenden schwierigen Aufgabe gewonnen.

Dass es kein leichtes Unterfangen wird, zeigte der 3:0-Derbysieg des VfB am letzten Spieltag gegen den Karlsruher SC. Die Schwaben werden bei einem Schnitt von 3.000 Fans bei Auswärtsspielen auch am Hardtwald mit einem starken zwölften Mann aufwarten.

Es ist davon auszugehen, dass Sandhausen im Duell des 15. Spieltages erneut mit einer Doppelspitze beginnt, nachdem Bouhdaddouz, der in den letzten Wochen nach seinen Einwechslungen als Torschütze glänzte, in Bielefeld mustergültig zum siebten Saisontor von Behrens auflegte. "Wir hatten eine gute Spielstruktur mit zwei permanent gefährlichen Spitzen, die nicht nur durch ihre körperliche Präsenz gut im Spiel waren, sondern auch am Boden viel für die Mannschaft gearbeitet haben", sagte SVS- Trainer Koschinat, der sich über die positive Tendenz seines Teams aus den letzten Partien freute.

Womit sich auch die Aussage von Sandhausens Sportlichem Leiter Kabacas nach dem letzten Heimspiel bestätigt, dass Sandhausen kein Stürmerproblem hat, doch aus dem Mittelfeld könnte weiterhin noch mehr Gefahr entstehen. Neben den elf Saisontoren des Sturmduos trugen sich bisher nur Zenga, Türpitz, Engels und Förster mit je einem Treffer in die Liste ein.

In den letzten Jahren entwickelte sich der fünffache Deutsche Meister aus der Landeshauptstadt zur Fahrstuhlmannschaft. Drei Jahre nach dem letzten Absturz in die Zweitklassigkeit mussten die Schwaben dieses Jahr wieder den Gang ins Unterhaus antreten, doch der neue Trainer Walter ließ beim Amtsantritt keine Zweifel aufkommen: "Wir wollen aufsteigen, alles andere braucht man nicht formulieren".

Der 44-jährige Coach lebt seinen Mannschaften einen offensiven Stil vor und wirkt dabei mitunter auch mal arrogant, wie bei der Pressekonferenz als Kieler Trainer am Sandhäuser Hardtwald im April diesen Jahres, als er wissen wollte, wie lange die PK noch dauern würde.

Über seine vor der Mannschaft laute und direkte Art sagt er: "Genauso bin ich. Ich bin mutig und versuche, Menschen zu überzeugen. Für manchen kommt das als Arroganz rüber, aber das ist die Überzeugung von dem, was ich tue. Denn wenn ich nicht überzeugt bin, werde ich meine Spieler nicht erreichen". Bei Walters Spielphilosophie rücken die Innenverteidiger beim Spielaufbau bis ins defensive Mittelfeld vor, womit die Defensive hoch steht und dadurch hinten anfällig ist.

Allein für die talentierten Neuzugänge Klimowicz, Kalajdzic, Awoudja und Klement gab der VfB über acht Millionen Euro aus. Feste Größen sind die ausgeliehenen Mittelfeldspieler Mangala und Torhüter Kobel. Als weiterer Neuzugang kam am letzten Tag der Wechselperiode für drei Millionen Euro Sandhausens Spielmacher Förster, der gleich zum wichtigen Bestandteil des Teams wurde und gegen Karlsruhe sein zweites Tor für den VfB im neunten Einsatz erzielte.

Nach acht Spieltagen bauten die Bad Cannstatter ihre Tabellenführung mit dem Sieg in Bielefeld aus, doch es folgte eine Serie von fünf sieglosen Spielen, bei denen man viermal verlor. Schmerzlicher Verlust ist am Sonntag der Ausfall von Innenverteidiger und Kapitän Kempf, der gegen den KSC mit Rot vom Platz flog.

Bei 18 Gegentreffern ist die Defensive ohnehin alles andere als sattelfest, worin die Chancen des SVS liegen, erstmals in der Liga gegen den VfB zu punkten. In der Saison 2016/17 gab es bei den einzigen Ligaduellen trotz großer Gegenwehr zwei knappe 1:2-Niederlagen.

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 28 November 2019