Freitag, 03. April 2020

Keine Artikel in diesem Warenkorb

Gelingt der Befreiungsschlag? - SV Sandhausen empfängt SV Wehen Wiesbaden

erstellt am Freitag, 25 Oktober 2019
Konnte in Regensburg nicht die gewünschten Akzente setzen: Robin Scheu (SV Sandhausen) Konnte in Regensburg nicht die gewünschten Akzente setzen: Robin Scheu (SV Sandhausen) Bild: KraichgauSport / Lörz

sport-kurier. Am elften Zweitligaspieltag feiert der SV Sandhausen am kommenden Montag um 20.30 Uhr gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden eine Premiere:

Nach dem Auswärtsspiel im Mai 2016 beim Karlsruher SC ist es das erste Montagabendspiel in der achtjährigen Zweitligageschichte der Kurpfälzer am heimischen Hardtwald. Mit mehr Durchschlagskraft und Willen erhofft man sich beim Tabellenelften endlich der Serie von fünf sieglosen Spielen in Folge ein Ende zu bereiten.

Mit Blick auf die noch ausstehenden sieben Spiele bis zum Ende der Hinrunde, in der vier Mannschaften aus dem oberen Drittel und mit Arminia Bielefeld, dem VfB Stuttgart und dem Hamburger SV die "Top 3" auf den SVS warten, würde ein Sieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Hessen schon für ein Durchschnaufen sorgen. Doch die Platzierung täuscht gewaltig, denn nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen ist der Aufsteiger so etwas wie eine Mannschaft der Stunde.

Weder die geforderte und umgesetzte aggressivere Gangart noch die Hereinnahme im Mittelfeld des offensiver orientierten Scheu für Taffertshofer brachten dem SVS den Erfolg beim 0:1 in Regensburg, da es neben Abschlussglück im Vergleich zum Spiel gegen Aue bei vielen hohen Bällen auf die Stürmer auch an Kreativität fehlte.

Während die Defensive weiterhin weniger Sorgenfalten bereitet und man dem Jahn nicht viele Torchancen zuließ, ist Trainer Uwe Koschinat unter den Neuzugängen weiterhin auf der Suche nach der optimalen Formation, wohlwissend, dass man sich in einem "gefährlichen Trend" befindet.

Ist beim jüngsten Neuzugang Halimi, der auch in Regensburg nicht über einen Kurzeinsatz hinauskam oder beim zweitligaerfahrenen Türpitz noch mit einer Leistungsexplosion zu rechnen? Brauchen die weiteren Neuzugänge Biada und Scheu, die aber in Regensburg nicht überzeugen konnten, noch mehr Zeit, sich eine Liga höher zu akklimatisieren?

Von den acht erreichten Punkten holte der SV Wehen Wiesbaden in den letzten drei Spielen sieben. Nach zehn Jahren dritter Liga in Folge schaffte man in den Relegationsspielen zur 2. Liga nach einer 1:2-Hinspielniederlage in der heimischen Brita-Arena durch ein 3:2 beim FC Ingolstadt die kaum noch für möglich gehaltene sensationelle Rückkehr in Liga 2.

Seit dem Amtsantritt von Trainer Rüdiger Rehm im Frühjahr 2017 mauserte sich der Drittligist, bei dem Anspruch und Realität auseinandergeklafft hatten, zu einer Mannschaft, die mit Offensivfußball zu begeistern wusste. Rehm und die sportliche Leitung mit Nico Schäfer und Christian Hock haben in der jüngeren Vergangenheit mit dem Konzept der Verpflichtung von jüngeren entwicklungsfähigen Spielern einen guten Riecher bewiesen.

Der Aufprall auf dem Boden der Realität der 2. Liga war zunächst ein harter, denn die Hessen starteten mit einem Punkt aus den ersten fünf Spielen bei 16 Gegentoren. "Was tun?", dachte sich Trainer Rehm und stellte von der bewährten Vierer-Abwehrkette auf eine Dreierkette um. Es folgten zunächst zwei weitere Niederlagen in Fürth und gegen Bielefeld, doch in den letzten drei Spielen hat die Umstellung bei einem Gegentor Früchte getragen.

Nach dem ersten Dreier beim 2:0 gegen den VfL Osnabrück folgte der sensationelle, wenn auch etwas glückliche 2:1-Erfolg beim VfB Stuttgart, bei dem der VfB ein Torschussverhältnis von 29:6 aufwies. Zuletzt gab es ein torloses Remis daheim gegen Heidenheim. Rehm: "Wir haben in den letzten drei Spielen zweimal zu Null gespielt. Aus dieser Stabilität heraus müssen wir weiter unsere Punkte holen und uns vorne Chancen erarbeiten".

Im neuen erfolgreichen System mit einer Sturmspitze ist Schäffler gesetzt. Der erfahrene, vor dem Tor eiskalte und schnelle Stürmer, der schon einige Profistationen durchlief, ist unverzichtbar für die Hessen. Nachdem er sich vorletzte Saison schon die Torjägerkanone in der 3. Liga sicherte, führt er aktuell die Torschützenliste der 2. Liga mit acht Treffern an.

Nach sechs Duellen zu Drittligazeiten, bei denen die Bilanz mit jeweils zwei Siegen für beide Vereine und zwei Unentschieden ausgeglichen ist, sollten aus Sandhäuser Sicht die Punkte unbedingt am Hardtwald bleiben, um sich zum einen wieder etwas zu stabilisieren und zum anderen den Abwärtstrend zu stoppen.

 

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 25 Oktober 2019

2. Bundesliga