Dienstag, 12. November 2019

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Philipp Förster fehlt an allen Ecken und Enden - Der SV Sandhausen in der Abwärtsspirale

erstellt am Dienstag, 22 Oktober 2019
Zum Verzweifeln: Kapitän Dennis Diekmeier ist mit dem SV Sandhausen im Abwärtstrend (Archivbild) Zum Verzweifeln: Kapitän Dennis Diekmeier ist mit dem SV Sandhausen im Abwärtstrend (Archivbild) alle Bilder: AS Sportfoto

sport-kurier. Noch ist die Lage nicht beängstigend, alarmierend ist sie dafür aber allemal: Der SV Sandhausen befindet sich in der 2. Liga weiter in einer Abwärtsspirale.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass viele Sympathisanten der Hardtwälder sogar laut träumten und vom Aufstiegskampf Richtung Bundesliga sprachen.

Und dieser Optimismus war auch zumindest nicht ganz unbegründet. Denn beim SVS lief vieles zusammen: Zwischen dem 16. und 30. August landete Sandhausen drei Siege in Serie, was die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat zwischenzeitlich bis auf den 3. Tabellenplatz nach vorne gespült hatte.

Doch seit dem 1:0 Heimsieg gegen den SV Darmstadt 98 geht es abwärts: Beim Karlsruher SC (0:1), gegen den VfL Bochum (1:1), in St. Pauli (0:2), gegen Erzgebirge Aue (2:2) und in Regensburg (0:1) ergatterte man nur magere 2 Pünktchen. Die Folge: Der Absturz vom 3. auf den 11. Tabellenplatz. Der hört sich zwar immer noch beruhigend an für das Fußball-Dorf, ist er aber nicht. Mit seinen 12 Punkten hat Sandhausen gerade mal noch 3 Zähler Vorsprung auf den VfL Bochum, der aktuell auf dem 16. Tabellenrang und somit auf dem Relegationsplatz zur 3. Liga rangiert.

Zu klären ist nun, wie es so weit kommen konnte. Es lief doch alles so gut für die Elf vom Hardtwald. Man schien genau dort, wo man in der Vorsaison, in der man nur dank einer richtig starken Rückserie überhaupt die Liga halten konnte, aufgehört hatte, weiterzumachen. Das Problem in Regensburg ist jedenfalls schnell erklärt: Dem SV Sandhausen gelang es nicht ein geordnetes Offensivspiel aufzuziehen. Zu harmlos war es, was man im Spiel nach vorne zeigte. Hinzu gesellten sich auffällig viele Fehlpässe und technische Fehler, die es gegen jeden Gegner in der 2. Liga schwer machen etwas Zählbares mitzunehmen.

Hatten zuletzt wenig Grund zum Jubel: Die Spieler des SV Sandhausen (Archivbild)

Die Hauptursache für den momentanen Absturz sehen viele Szenekenner jedoch in einem anderen Grund. Und der hat sogar einen Namen: Philipp Förster. Der Mittelfeldmann, der einst von Ex-Trainer Kenan Kocak zunächst zum SV Waldhof und später auch nach Sandhausen geholt wurde, war der Dreh- und Angelpunkt im Sandhäuser Spiel.

Dass man ihn trotzdem - unmittelbar nach dem letzten Sieg gegen Darmstadt - zum Ligakonkurrenten VfB Stuttgart ziehen ließ, hing mit dem lieben Geld zusammen. Sandhausen kassierte kräftig ab. 3 Millionen Euro haben damals die Seiten gewechselt. Für den SVS natürlich ein Angebot, das man nur schwer ablehnen kann und wieder einmal beweist, dass man vieles richtig macht und durch solides wirtschaften auffällt.

Präsident Jürgen Machmeier sagte unmittelbar nach dem Transfer auf der clubeigenen Homepage: "Mit dem Transfer von Philipp Förster zum VfB Stuttgart dringt der SV Sandhausen in eine neue wirtschaftliche Dimension in diesem Bereich vor." Das ist sicher richtig, das Problem ist nur, dass man zumindest einen Teil des Geldes eben auch wieder reinvestieren muss, um die entsprechende Lücke schließen zu können. Was bekanntermaßen in den meisten Fällen nicht klappt.

Koschinat und Co. lotsten daraufhin den gebürtigen Frankfurter Besar Halimi vom dänischen Erstligisten Bröndby Kopenhagen nach Sandhausen. Bislang mit mäßigem Erfolg. Nun muss man sehen, ob Koschinat ähnlich wie in der Vorsaison wieder die Kurve bekommt, andernfalls hat man im nächsten Sommer vielleicht immer noch ein prall gefülltes Bankkonto, kickt dafür aber nur noch in der 3. Liga.

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Oktober 2019

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