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SVS strebt nach zweitem Sieg am Millerntor - Sandhausen gastiert beim FC St. Pauli

erstellt am Donnerstag, 26 September 2019
Aziz Bouhaddouz (#11) war Sandhausens Torschütze gegen den VfL Bochum. Aziz Bouhaddouz (#11) war Sandhausens Torschütze gegen den VfL Bochum. Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Nach der ersten schwächeren Leistung der Saison beim glücklichen 1:1-Remis gegen Bochum muss der SV Sandhausen die Hürde beim seit vier Spielen ungeschlagenen FC St. Pauli nehmen.

Spielbeginn im legendären Millerntor-Stadion ist am Sonntag um 13.30 Uhr. SVS-Trainer Koschinat sah bei der Laufleistung seines Teams gegen Bochum Defizite, sprach von technischen Fehlern und war auch nicht zufrieden, wie die taktische Ausrichtung umgesetzt wurde.

Er bremste auf die Frage, ob man zur Normalität zurückgekommen sei, vor zu überzogenen Erwartungen: "Wenn für den SVS Normalität bedeutet, nach sieben Spielen elf Punkte zu haben, dann fühle ich mich unfassbar wohl in der Normalität".

Nachdem nach einer defensiveren Taktik beim Spiel in Karlsruhe (4-4-2 System) die Rückkehr zur offensiveren Ausrichtung gegen Bochum (4-2-3-1 System) nicht den gewünschten Erfolg brachte, wird es des Trainers anspruchsvolle Aufgabe sein, welches Team man in Hamburg auf den Platz bringt.

In der Offensive dürften hierbei einige Plätze umkämpfter sein, da weder die Neuzugänge Halimi noch Türpitz bisher den abgewanderten Förster vergessen ließen - zudem auch Gislason und Behrens zuletzt nicht überzeugten. Dass jedoch alle gegen aggressive Bochumer nicht ihr volles Potential abgerufen haben und das neuformierte Team sich noch finden muss, steht auch außer Frage. Als Alternativen stünden Biada, Bouhaddouz oder in der defensiveren Variante Zenga bereit, sollten seine in Karlsruhe erlittenen Adduktorenprobleme ausgestanden sein.

Eine ganz besondere Rückkehr ans Millerntor wird es für den Sandhäuser Torschützen gegen Bochum, Aziz Bouhaddouz, der in 58 Zweitligaspielen für den SVS und 56 Spielen für St. Pauli jeweils 19 Tore für beide Klubs erzielte und am Sonntag die 20-Tore-Marke knacken kann.

Der FC St. Pauli schien in der letzten Saison beim Kampf um die erstmalige Rückkehr in die Bundesliga seit dem Abstieg 2011 mitmischen zu können, doch nach erneuten Schwankungen und einer Negativserie zur Mitte der Rückrunde trennte man sich im April von Trainer Markus Kauczinski und holte den ehrgeizigen Niederländer Jos Luhukay ans Millerntor.

Vor dem Saisonstart hielt Luhukay eine denkwürdige Pressekonferenz ab, in der er sagte, dass "St. Pauli keine Ausnahmespieler besitze und man nicht Erwartungen schaffen könnte, von denen die Realität weit entfernt sei". Da sich viele verletzungsbedingte Ausfälle durch die jüngere Vergangenheit zogen, ist es Luhukays primäres Ziel, an der Fitness zu arbeiten und "20 Spieler auf den Platz zu bekommen, die mehr als 25 Spiele bestreiten können".

Der Kiezklub ließ einem Unentschieden in Bielefeld eine Niederlage gegen Greuther Fürth im ersten Saisonheimspiel folgen, die doppelt bitter war. Denn Abwehrchef Avevor zog sich einen Wadenbeinbruch zu, womit die Norddeutschen nach einer weiteren unglücklichen Last-Minute-Niederlage beim Aufstiegsfavoriten Stuttgart nochmals zum Handeln gezwungen waren.

Nach denen vor der Saison verpflichteten Benatelli aus Dresden und Stürmer Tashchy vom Absteiger Duisburg wurde Luhukays Wunsch nach weiteren Verstärkungen erhört. Zur Verstärkung der Abwehr kamen noch Rechtsverteidiger Ohlsson aus Göteborg und der walisische Nationalspieler und hochgewachsene Innenverteidiger Lawrence vom RSC Anderlecht auf Leihbasis, die sich bereits als Verstärkungen erwiesen.

Durch das 1:1 am vergangenen Sonntag beim heimstarken Aufsteiger Osnabrück blieben die Paulianer bei zwei Unentschieden auswärts und zwei Heimsiegen gegen Holstein Kiel und den Hamburger SV im vierten Spiel in Folge unbesiegt. Mit dem eingewechselten Diarra sah ein weiterer Neuzugang in Osnabrück die Gelb-Rote Karte und ist gegen Sandhausen gesperrt.

Nach dem 2:0-Derbysieg gegen den ungeliebten Nachbarn HSV war die Begeisterung groß - es war der erste Sieg im großen Stadtderby nach fast 60 Jahren. Herausragend dabei war im Mittelfeld neben dem zweifachen Torvorbereiter Knoll der momentane Dreh- und Angelpunkt im Spiel des FC St. Pauli, der norwegische Nationalspieler Möller Daehli, dem insgesamt schon fünf Torvorlagen zu Buche stehen. Der wiedererstarkte Stürmer Diamantakos traf bereits viermal.

Den bisher einzigen Auswärtssieg des SVS am Millerntor bei drei Remis und drei Niederlagen gab es am Tag der deutschen Einheit im Jahr 2015, als die Kurpfälzer bei Toren von Kosecki, Jovanovic, Bouhaddouz und einem Gegentor von Choi mit 3:1 gewannen. Ziel des FC St. Pauli ist es, mit einem Heimsieg ins erste Tabellendrittel vorzudringen und der SVS hat das Ziel, seinen weiterhin starken Platz 5 dort zu verteidigen.

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 26 September 2019

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