Dienstag, 02. Juni 2020

Keine Artikel in diesem Warenkorb

Nagelsmann gegen seinen zukünftigen Chef Rangnick ++ Hoffenheim vs. Leipzig

erstellt am Freitag, 28 September 2018
Ralf Rangnick stieg 2008 mit den Hoffenheimern in die 1. Bundesliga auf. Er kommt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Ralf Rangnick stieg 2008 mit den Hoffenheimern in die 1. Bundesliga auf. Er kommt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Am 6. Bundesliga-Spieltag empfängt am Samstag (Beginn 15.30 Uhr) in der Sinsheimer WIRSOL Rhein-Neckar-Arena die TSG Hoffenheim den Tabellennachbarn RB Leipzig.

Besonders im medialen Mittelpunkt steht dabei Trainer Julian Nagelsmann, der am Saisonende die Kraichgauer in Richtung Sachsen verlässt.

Die außergewöhnliche Konstellation, dass es in 55 Jahren Bundesliga ein bis dato einmaliger Fall sei, dass ein Trainer auf seinen neuen Verein, bei dem sein zukünftiger Vorgesetzter (Ralf Rangnick) noch als Trainer tätig ist, wollte Nagelsmann so nicht ganz stehen lassen: "Diese Konstellation gab es sicherlich schön häufiger, nur jetzt mit dem Unterschied, dass es keiner vorher öffentlich machte."

Allgemein wollte der 31-Jährige sich, verständlicherweise, im Vorfeld der Partie am besten gar zu diesem Thema äußern. Sein Fokus ist, laut eigener Aussage, zu 1899% ganz der TSG gewidmet. Schon zu Wochenbeginn sagte er bei der Pressekonferenz: "Es interessiert mich null Komma null, wer auf der anderen Seite steht. Es ist ein ganz normales Bundesliga-Spiel für mich, bei dem es auch nur um drei Punkte geht."

Hoffenheim gegen Leipzig, von einigen Traditionsvereinen als ein Duell zweier Plastik-Klubs tituliert, sorgte in den bisherigen vier Aufeinandertreffen mit durchschnittlich 4,5 Toren stets für hohen Unterhaltungswert. In der vergangenen Saison kassierte RB in den beiden Niederlagen (0:4 und 2:5) gegen die TSG neun Gegentreffer. Dies wurmt den ehrgeizigen RB-Sportdirektor und Trainer Rangnick, der von 2006 bis Ende 2010 noch TSG-Coach war, noch immer.

Nagelsmann hat sich den nächsten Gegner im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart genau angeschaut: "Man hat gegen Stuttgart viel gesehen, von dem was sie spielen wollen. Sie bringen viel Power auf den Platz, erzeugen anfangs viel Stress. Leipzig hat noch mehr Spiele in den Knochen als wir und wurde gegen Stuttgart in der zweiten Hälfte etwas müde. Wir müssen die Power zu Beginn aushalten. Entsprechend wollen wir die Anfangsphase positiv gestalten. Je länger das Spiel dauert, desto größer werden die Räume für uns."

Archivbild - Strafraumszene TSG 1899 Hoffenheim vs. RB Leipzig. Bild: Siegfried Lörz

Nach einem eher durchwachsenden Saisonstart mit einem Punkt aus zwei Spielen kommen die Sachsen immer besser in Form, holten aus den vergangenen drei Bundesliga-Spielen sieben Punkte. Zuletzt gab es einen 2:0-Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart.

Personell hat sich bei der TSG wenig verändert. Gut möglich, dass Kerem Demirbay am Samstag zum Einsatz kommen kann. Die Belastungssteuerung nimmt bei Nagelsmann eine sehr wichtige Rolle ein: "Es ist keine leichte Aufgabe, alle drei Tage auf Top-Niveau zu spielen. Es war uns aber klar, dass wir uns darauf vorbereiten müssen. Das fängt bei der Kaderplanung an. Die körperliche und mentale Belastung ist genauso groß, wenn man gewinnt, allerdings wiegt die Belastung für Körper und Geist nicht so schwer."

Ein Thema bei der heutigen Pressekonferenz war auch die schlechte Hoffenheimer Statistik bei Standardsituationen, wonach im bisherigen Saisonverlauf null Tore bei Standards für die TSG heraussprangen, aber bereits sechs Gegentreffer nach Standards zu Toren führten.

Nagelmann: "Man hat die Bedeutung der Standardisationen bei der Weltmeisterschaft gesehen, wo 57-58 Prozent aller Tore nach Standardsituationen fielen. Wir beschäftigen uns damit und testen viel aus, um in der Defensive sicherer zu stehen. In der Offensive hängt viel vom Schützen ab. In der Mitte fehlt uns Benjamin Hübner, der viele Kopfballtore gemacht hat, auch ein Kasim Adams. Ein Tor nach einer Standardsituation kann manchmal ein Dosenöffner sein. Entsprechend sollten wir da besser werden."

Laut Pressesprecher Holger Kliem werden 800-1.000 Gäste-Fans am Samstag erwartet. Der Heimbereich ist nahezu ausverkauft, aktuell sind noch knapp 1.000 Restkarten im Fanshop der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena erhältlich.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 28 September 2018

1. Bundesliga