Mittwoch, 12. August 2020

Ausstiegsklausel von 5 MIO Euro - Nagelsmann wechselt 2019/2020 zu RB Leipzig

erstellt am Freitag, 22 Juni 2018
Ausstiegsklausel von 5 MIO Euro - Nagelsmann wechselt 2019/2020 zu RB Leipzig Bild: Siegfried Lörz

Hoffenheim verliert seinen Erfolgstrainer und begibt sich bereits auf die Nachfolger-Suche

sport-kurier. Die vielen Spekulationen und Gerüchte um die Zukunft von Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann haben ein Ende. Der 30-jährige Fußballlehrer wird die TSG am Ende der Saison 2018/19 verlassen und zu RB Leipzig wechseln. Bei den Sachsen soll er einen Vertrag bis Sommer 2023 erhalten.

Ermöglicht hat dies, trotz Vertrag bis 30. Juni 2021, eine greifende Ausstiegsklausel, nach der der gebürtigen Landsberger für fünf Millionen Euro am 1. Juli 2019 die TSG verlassen kann. Es ist davon auszugehen, dass dieser Deal schon von langer Hand geplant war. Nachdem sich die Vertragsverlängerung von RB-Trainer Ralph Hasenhüttl über dessen bestehenden Kontrakt bis 2019 lange hinauszögerten, kam es letztendlich aufgrund unterschiedlicher Sichtweisen zum Bruch. Wann bereits RB-Sportdirektor Ralf Rangnick Kontakt zu Nagelsmann aufgenommen hat, ist unklar. Wie die Sachsen nun das Überbrückungsjahr auf der Cheftrainerposition gestalten, ist noch offen.

Die Nachricht "Nagelsmann startet in seine letzte TSG-Saison", die am Donnerstag um 17.16 Uhr von der Pressestelle der TSG Hoffenheim verkündet wurde, schlug im Umfeld des Kraichgauer Bundesligisten ein wie eine Bombe. Nachdem die vielen Spekulationen um einen möglichen Trainerposten in München, Dortmund oder Madrid verhallt waren und TSG-Präsident Peter Hofmann kürzlich in einem Interview andeutete, dass er sich gut vorstellen könne, dass eines der größten Trainertalente in Deutschland auch nach 2019 Hoffenheim erhalten bleibt, überraschte diese Meldung sehr.

Reaktion der Fans

Vor allem der frühe Zeitpunkt, kurz vor dem Trainingsstart zur neuen Saison 2018/19, in der die Blau-Weißen erstmals in der Champions League an den Start gehen, verblüffte. Und dann noch RB Leipzig, der Rangnick-Club! Die spontane Reaktion der TSG-Fans sind vielsagend: "Warum wird dieser Wechsel schon so früh bekanntgegeben? Es ist zu befürchten, dass dadurch an Spannung in der neuen Saison verloren geht", meint Reiner S. Und Karl-Heinz R. schiebt hinterher, "Was will der denn in Leipzig, ausgerechnet Leipzig". Michael H. befürchtet, dass sich das auch auf den Spielerkader auswirken wird: "Es wird jetzt noch schwerer die Leistungsträger zu halten. Für viele war die Besetzung des Trainerpostens entscheidend".

Patrick K. bemängelt eine fehlende Konstanz: "Bis auf Rangnick konnte die TSG keinen Trainer längerfristig halten. Bei Nagelsmann war der Wunsch und Glaube groß, einen jungen, talentierten Cheftrainer längerfristig an den Verein zu binden, der über einen längeren Zeitraum dem Ganzen seinen Stempel aufdrückt. Der Wunsch ist jetzt ausgeträumt". Etwas mehr Verständnis zeigt Michaela B.: "Es verdient Respekt, dass er rechtzeitig die Karten auf den Tisch legt und allen Spekulationen ein Ende setzt. Ich bin gespannt, wie die Mannschaft in der neuen Saison damit umgeht."

Die Meinungen in den sozialen Netzwerken gehen weit auseinander. Während einige Fans spontan sehr enttäuscht sind und mit Unverständnis reagieren, zeigen andere Verständnis. Die Erfolge, die Nagelsmann bei seinem ersten Profiverein vorzuweisen hat, sind außergewöhnlich.

Fakt ist: Nagelsmann findet in Leipzig deutlich bessere finanzielle Mittel vor, kann so ein hochdotiertes Team ohne finanzielle Zwänge zusammenstellen. Während sich die TSG mit Mittelmaß begnügt und die Investition in Neuzugänge eher bescheiden ausfallen, kann der erfolgsbesessene Jungtrainer an neuer Arbeitsstelle nahezu aus dem Vollen schöpfen. Zudem sind bei den Top-Klubs in München (Kovac), Dortmund (Favré) und Schalke (Tedesco) die Cheftrainersessel in einem Jahr aller Voraussicht nach noch besetzt.

Wer wird Nachfolger werden?

Spannend auch die Frage, wer sein Nachfolger wird? Dr. Peter Görlich hat bereits angedeutet, im Winter einen Nachfolger zu präsentieren. Für Manager Alexander Rosen bleibt nach der frühen Entscheidung genügend Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu suchen. Als Kandidaten werden bereits David Wagner (46, vom englischen Erstligisten Huddersfield), Markus Weinzierl (43, zuletzt Schalke 04), Ralph Hasenhüttl (50, bisher RB Leipzig), Roger Schmitt (51, derzeit in China bei Beijing Sinobo Guoan unter Vertrag), und Marco Rose (41, von RB Salzburg) gehandelt.

Gut möglich auch eine interne Lösung mit Marco Wildermann (37), der die U23 trainiert und die Fußball-Lehrerausbildung mit der Traumnote 1,0 abschloss. Auch wenn sich die Diskussionen über die Nagelsmann-Zukunft nun erledigt haben, so werden die Spekulationen über dessen Nachfolge in nächster Zeit deutlich zunehmen.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 22 Juni 2018

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