Samstag, 08. August 2020

Hoffenheim verschenkt Sieg in Stuttgart und verliert Rupp mit Kreuzbandriss

erstellt am Sonntag, 06 Mai 2018
Hoffenheim - VfB Stuttgart / Szene aus dem Hinspiel in Hoffenheim. Archivbild. Hoffenheim - VfB Stuttgart / Szene aus dem Hinspiel in Hoffenheim. Archivbild. Bild: Siegfried Lörz

Die TSG Hoffenheim hat das prestigeträchtige Duell beim VfB Stuttgart mit 0:2 verloren und dadurch die große Chance sich vorzeitig für die Champions League zu qualifizieren vertan.

Matchwinner war der zweifache Torschütze Mario Gomez, der nach seiner Rückkehr im Winter aus Wolfsburg nach sechs Auswärtstoren im neunten Heimspiel erstmals traf.

Die Kraichgauer haben sich, nach zuletzt neun ungeschlagenen Spielen in Folge, die Niederlage selbst zuzuschreiben. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann war vor allem in der Anfangsphase das überlegene Team, vergab aber leichtfertig eine Reihe hochkarätiger Torchancen.

Der Niederlage nicht genug, mussten sie eine weitere schwere Verletzung eines Spielers wegstecken. Nach den Stammspielern Serge Gnabry (Muskelbündelriss) und Kerem Demirbay (Kapselriss im Sprunggelenk) erwischte es nun Lukas Rupp. Der Mittelfeldspieler erlitt in der 20. Spielminute einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. Rupp kam ohne Einwirkung eines Gegenspielers zu Fall, nachdem er im Rasen hängen geblieben war.

TSG-Coach Nagelsmann sprach von einer "Katastrophe für Lukas". Der 27-jährige ehemalige Stuttgarter, der im bisherigen Saisonverlauf 24 Pflichtspiele für die Blau-Weißen bestritt, wird der TSG frühestens im Oktober oder November wieder zur Verfügung stehen.

Zum Spiel: Die Gäste übernahmen von Beginn an die Initiative und drängten den Gegner weit in dessen eigene Hälfte. Bereits nach fünf Minuten brannte es im Stuttgarter Strafraum lichterloh. Nach Vorarbeit von Rupp, kommt TSG-Stürmer Mark Uth zweimal am Fünf-Meter-Raum zum Torschuss, doch beides Mal blockt Pavard den Ball. Auch der Nachschuss von Nadiem Amiri wird zur Ecke abgefälscht.

Vier Minuten später kann Andrej Kramaric aus 13 Metern frei vor dem Tor VfB-Keeper Zieler nicht überwinden. Nur drei Minuten später hat der Kroate erneut die Führung auf dem Fuß, als er nach herrlichem Steilpass von der Strafraumlinie um Zentimeter am rechten Torpfosten vorbeischießt.

Effektiver und kaltschnäuziger zeigte sich das Team von Trainer Tayfun Korkut. Mit ihrer ersten Torchance gingen die Rot-Weißen nach 25 Minuten überraschend in Führung. Christian Gentner flankt von rechts in den Strafraum, Hoffenheims Innenverteidiger Kevin Akpoguma verschätzt sich, indem er unter dem Ball durch springt, und der dahinter lauernde Gomez schießt völlig frei vor Torhüter Oliver Baumann zur 1:0-Führung ins rechte Eck.

Der Treffer mobilisiert die Gastgeber und deren Fans. Doch trotz aller Bemühungen und spielerischen Übergewicht mit deutlich höherem Ballbesitz gelingt es den Gästen bis zur Pause nicht, sich weitere gute Tormöglichkeiten zu erspielen.

Auch als nach 65 Minuten die Schwaben nach einer Gelb-Rot-Sperre für den Argentinier Ascacibar, nach einem Tritt auf den Knöchel von Zulj, numerisch in Unterzahl waren, konnte die TSG daraus keinen Vorteil ziehen. Im Gegenteil: Stuttgarts erste Möglichkeit in der zweiten Hälfte führte erneut zum Torerfolg.

In der 73. Minute leistet sich Hoffenheim Kapitän Kevin Vogt beim Spielaufbau in der gegnerischen Hälfte einen Fehlpass, der Ball wird postwendend als Steilvorlage auf Gomez gespielt, der im Vollsprint aufs TSG-Tor läuft, hier im Strafraum noch den an diesem Tag unglücklichen Akpoguma ausspielt und durch die Beine von Baumann zum 2:0 einschiebt. Während der VfB-Anhang frenetisch den endgültigen Klassenerhalt vorzeitig feiert, ist die Enttäuschung bei den 3.500 mitgereisten Hoffe-Fans riesen groß.

 

1. Bundesliga