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TSG Hoffenheim steht vor einem spannenden Saisonfinale ++ Die Königsklasse der Traum

erstellt am Donnerstag, 26 April 2018
TSG 1899 Hoffenheim vs. Hamburger SV. Pacel Kaderabek (Hoffenheim) in Aktion. TSG 1899 Hoffenheim vs. Hamburger SV. Pacel Kaderabek (Hoffenheim) in Aktion. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Die Bundesliga-Saison 2017/18 ist auf der Zielgeraden. In den noch zu absolvierenden drei Spieltagen sind einige Entscheidungen offen.

Zu den derzeitigen Top-Teams zählt zweifellos die TSG Hoffenheim, die auf dem besten Weg ist, sich zum zweiten Mal in Folge für eine internationale Teilnahme zu qualifizieren.

Die seit nunmehr acht Partien ungeschlagenen Kraichgauer fliegen von Sieg zu Sieg und klettern auf Tabellenplatz 5. Mit zwei Punkten Rückstand auf Bayer Leverkusen auf Platz 4 ist sogar die Champions League Teilnahme möglich. Verständlich, dass das Selbstbewusstsein bei den Nagelsmännern riesengroß ist. Kapitän Kevin Vogt: "Bei uns lässt sich vor dem Saisonende keiner hängen, jeder gibt Vollgas. Natürlich hoffe auch ich, dass wir am Ende ein Highlight feiern können."



Hoffenheim hat einen unheimlichen Lauf. Der 5:2-Erfolg am letzten Spieltag in Leipzig war eine klare Ansage, ein dickes Ausrufezeichen an die Konkurrenz. Vor wenigen Wochen in öffentlichen Statements noch unvorstellbar, sind jetzt klar definierte, ehrgeizige Ziele zu vernehmen. Trainer Julian Nagelsmann: "Wenn wir in den restlichen drei Spielen neun Punkte holen, kommen wir auf Platz 4. Alles andere wird schwer."

Der zweite souveräne Saisonsieg über Leipzig hat den Blau-Weißen neue Dimensionen eröffnet. Der Traum von der Champions League, bei der man am letzten Saisonende auf Platz 4 noch nicht teilnehmen durfte, setzt neue Kräfte frei. Torjäger Mark Uth möchte sich erfolgreich in Richtung Schalke 04, wo er in der Königsklasse auf Tore-Jagd gehen kann, verabschieden: "Erst wollen wir die Europa League festmachen, und dann auf die Champions League lauern. Wenn wir die restlichen Spiele alle gewinnen, dann ist Platz 4 möglich."

In den restlichen drei Partien trifft die TSG zu Hause auf Hannover 96 und Borussia Dortmund, auswärts auf den VfB Stuttgart. Während das Saisonfinale gegen die ungeliebten Schwarz-Gelben bereits restlos ausverkauft ist, hat die Nachfrage zu den wenigen Restkarten gegen Hannover am Freitagabend (20.30 Uhr) stark zugenommen. Auch beim Auswärtsspiel im Baden-Württemberg-Derby in Stuttgart dürften viele Blau-Weiß-Trikots zu sehen sein.

TSG 1899 Hoffenheim vs. SC Freiburgin der Mitte Andrej Kramaric (Hoffenheim) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit seinen Mannschaftskameraden Dennis Geiger und Florian Grillitsch. Bild: S. Lörz


Die Hoffe-Fans beginnen bereits zu rechnen. Demnach dürfte Platz 5-7 für die Europa League mit zwei Heimsiegen sicher sein. Mindestens 7 Punkte müssen es schon sein, dass man noch an Leverkusen oder Dortmund womöglich vorbei zieht. Optimistisch ist auch der in Sinsheim wohnende Pavel Kaderabek, der in Leipzig in seinem 77. Bundesligaspiel seinen ersten Treffer erzielte: "Wir sind oben dabei, haben noch drei Spiele und glauben an uns. In unserer Form ist alles möglich. Es wird ein interessantes Saisonfinale."

Nachdem sich die Dreifach-Belastung in der ersten Saisonhälfte noch als großes Problem herausstellte, haben sich die Spieler nun durch intensiveres Training voll auf den Ligaalltag konzentriert. Trainer Nagelsmann: "Wir haben mehr Körner, deswegen sind wir vielleicht konzentrierter im Abschluss."

Ein Erfolgsgarant ist die Offensivpower. 23 Tore in den letzten acht Partien wurden nur vom Rekordmeister FC Bayern (29) getoppt. Ob Uth oder Serge Gnabry, die Stürmer haben eine herausragende Chancenverwertung, sind kaltschnäuzig und sehr effektiv vor dem Tor. Nagelsmann lässt nicht mehr bei hohem Ballbesitz bedingungslos nach vorn spielen, sondern setzt auf Überraschungsmomente, lässt verstärkt auf Konter spielen. Das veränderte Spielsystem scheint der TSG sehr gut zu liegen.

Der Hoffe-Express ist zum richtigen Zeitpunkt mit Volldampf auf Hochtouren gekommen. Ob die Reise am Ende in Richtung Europa- oder Champions-League geht ist völlig offen. Dass Zugführer Nagelsmann und sein Team es überhaupt soweit geschafft haben, verdient schon jetzt großen Respekt und Anerkennung - egal an welchem Bahnhof die Reise am 12. Mai endet.

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 26 April 2018