Sonntag, 29. Mai 2022

Dortmund vs. Hoffenheim: Bei gleichem Ziel vor Augen - Die einen müssen, die anderen wollen gewinnen

erstellt am Mittwoch, 03 Mai 2017
Dortmund vs. Hoffenheim: Bei gleichem Ziel vor Augen - Die einen müssen, die anderen wollen gewinnen Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Der Abpfiff beim 1:0-Erfolg der TSG Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt am Sonntagabend war gerade Mal vor wenige Minuten ertönt, da stand bereits die nächste Aufgabe im Fokus.

 Das mit großer Spannung erwartete Duell am Samstag gegen den Konkurrenten um die direkte Champions League-Qualifikation Borussia Dortmund, das vorentscheidende Knaller-Spiel um Platz 3 am 32. Spieltag, war bereits das Gesprächsthema bei den Kraichgauern.

Es ist gleichzeitig auch das Duell der beiden Trainerfüchse Thomas Tuchel gegen Julian Nagelsmann. Der TSG-Coach hat seine Spieler noch in der Mannschaftskabine auf den Megagipfel vor über 80.000 Zuschauern eingeschworen. 1899-Stürmer Mark Uth: "In Dortmund können wir einen großen Schritt machen. Wenn wir da gewinnen, dann haben wir den dritten Platz zwar nicht sicher, aber sind schon mal sehr weit vorne. Ich denke, es wird ein geiles Spiel."

Der gebürtige Kölner zur ersten Traineransprache vor dem Duell mit dem BVB: "Der Trainer hat noch in der Kabine gesagt, dass Bayern München hier auch noch nicht verloren hat, bis vor ein paar Wochen, warum können wir den BVB nicht auch in Dortmund schlagen? Wir wollen nach Dortmund fahren und dort gewinnen."

Nagelsmann wirkt unverkennbar optimistisch und angriffslustig:

"Der Druck liegt klar bei Dortmund. Der Anspruch und die Erwartungen dort sind groß. Sie haben seit 35 Spielen zu Hause nicht mehr verloren, spielen vor vollem Haus, haben hohe Transfer-Ausgaben." Sein Fazit daher: "Wir müssen nicht, wir wollen. Dortmund will sicher auch, aber die müssen auch."

Auch Stürmer Sandro Wagner hat bereits den Blick auf das Maximalziel: "Champions League in Hoffenheim hört sich gut an. Wir spielen eine super Saison bisher und haben wieder ein wichtiges Spiel vor uns. Natürlich ist es jetzt schon ein riesiger Erfolg, aber es bringt ja nichts, wenn wir jetzt aufhören zu spielen. Wir wollen jetzt natürlich das Maximum herausholen. Das ist dieses Jahr auch eine Mentalitätsgeschichte, die sich brutal gesteigert hat, im Vergleich zu den letzten Jahren."

Das Selbstvertrauen wird von Sieg zu Sieg größer. Die Mannschaft glaubt an sich, wird in Spielen, in denen es nicht so läuft wie gegen Frankfurt, nicht unruhig. Der Siegtreffer gegen die Eintracht war bereits das 13. Tor nach der 80. Spielminute. Dies ist zusammen mit den Bayern Liga-Spitzenwert. Nagelsmann sieht Parallelen zum Meister aus München: "Wir glauben an uns, dass wir noch Tore machen können. Das ist ja bei Bayern ähnlich. Wenn du den Gegner ständig beschäftigst, muss der immer verteidigen. So ist es auch bei Bayern. Da sagt man immer ‚Bayern-Dusel', aber meistens ist es dem geschuldet, dass der Gegner 90 Minuten verteidigen muss, und irgendwann mal eine Lücke klafft."

"Wir wollen auf jeden Fall Punkte mitnehmen."

Spielführer Sebastian Rudy vor seinem womöglich drittletzten Pflichtspiel im TSG-Dress: "Wir fahren mit viel Selbstvertrauen nach Dortmund, wir wollen auf jeden Fall Punkte mitnehmen - es ist alles möglich. Wir freuen uns auf das Spiel. Wir sind Dritter, Dortmund ist Vierter - ich denke, der Druck liegt beim Gegner und wir können befreit aufspielen und dann schauen wir mal."

Ausgerechnet vorm großen Knaller rücken die Manager beider Klubs ins Rampenlicht. Laut der englischen Tageszeitung "Mirror" stehen sowohl Hoffenheims Alexander Rosen (Vertrag bis 2018) und Dortmunds Michael Zorc (Vertrag bis 2019) beim FC Arsenal auf der Wunschliste für die neu geschaffene Stelle des Sportdirektors stehen.

Darüber hinaus ist auch ein Engagement des ehemaligen DFB-Sportdirektors Hansi Flick beim Kraichgau-Klub kurz vor dem Abschluss. Mäzen Dietmar Hopp möchte den Bammentaler vor der erstmaligen Europapokalteilnahme zusätzlich mit in die sportliche Verantwortung einbinden. Dabei sollen Rosens Kompetenzen unangetastet bleiben. Der TSG-Manager sagte noch letzte Woche in einem Interview zu einer bevorstehenden Vertragsverlängerung: "Ich fühle, dass meine Arbeit von vielen Menschen anerkannt wird. Hoffenheim ist für mich nach fast acht Jahren im Klub nicht mehr bloß ein Arbeitgeber. Da gibt es natürlich eine besondere Verbindung zu vielen Mitarbeitern und zu den Jungs."

Letzte Änderung am Mittwoch, 03 Mai 2017

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