Samstag, 28. Mai 2022

Hinrunden-Fazit TSG 1899 Hoffenheim +++ Ungeschlagen +++ Internationalen Wettbewerb im Visier

erstellt am Donnerstag, 29 Dezember 2016
TSG 1899 Hoffenheim vs. Bor. Dortmund. Der Freistoss von Pierre-Emerick Aubameyang (Dortmund) geht über das Tor. TSG 1899 Hoffenheim vs. Bor. Dortmund. Der Freistoss von Pierre-Emerick Aubameyang (Dortmund) geht über das Tor. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Platz 5 zur Winterpause und 28 Punkte auf dem Konto.

Besser als Dortmund, Leverkusen und Schalke - kaum jemand hatte dies vor Saisonbeginn bei der TSG 1899 Hoffenheim für möglich gehalten. Doch hat Trainer Julian Nagelsmann die richtige Mischung an Spielern gefunden und versteht es diese effektiv einzusetzen.

Dass es für die TSG 1899 Hoffenheim richtig war auf Risiko zu spielen und dem damals erst 28-jährigen Nagelsmann die Cheftrainerrolle als Nachfolger von Huub Stevens zu überlassen, kristallisiert sich immer mehr heraus. Hatte Nagelsmann bis zum Frühjahr noch die Doppelbelastung mit DFB-Fußballlehrer-Lehrgang und Cheftrainerposten, kann er seit dem Sommer nun der Mannschaft voll und ganz seinen Stempel aufdrücken.

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Nagelsmann zeigt sich an der Seitenlinie sehr oft emotional. Bild: Siegfried Lörz.

Und dies zeigt sich in den jüngsten Erfolgen. Allerdings dürfen sich die Spieler keinesfalls auf den Lorbeeren ausruhen, wenn man endlich das Ziel Europapokalteilnahme erreichen möchte, denn traditionell schwächer treten die Hoffenheimer in der Rückrunde auf. Dies wird der ewig ehrgeizige Nagelsmann aber mit Sicherheit nicht zulassen. Der Cheftrainer versteht es den Wettbewerb und die Motivation seiner Spieler hoch zu halten und diese täglich aufs Neue zu fordern.

Von seinen hohen Ansprüchen nimmt er sich jedoch nicht aus, was auch seine Spieler registrieren. Als akribischer Arbeiter und Taktiker gilt Nagelsmann, der stets seinen Gegner umfangreich analysiert und im Spiel einige Überraschungen bereithält. Dass das System Nagelsmann funktioniert merken auch seine Spieler und ziehen daher voll und ganz mit.

Dies hat sich für etliche Spieler bezahlt gemacht. Innenverteidiger Niklas Süle wurde für seine guten Auftritte bei Olympia mit seiner ersten Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw belohnt und zählt zum erweiterten Kader, der sich im Juni beim Confed-Cup im Team des amtierenden Weltmeiters in Russland präsentieren soll. Für den Walldorfer die Chance sich weiter zu beweisen und sich für die WM 2018 zu empfehlen. Wie gut Süle ist haben die internationalen Spitzenclubs mit ihrem Interesse bereits bewiesen, nur noch Formsache soll sein Wechsel nach Saisonende zum FC Bayern München sein, auch wenn es Stimmen gibt, die warnen, dass ein Platz hinter Mats Hummels und Jerome Boateng sicher seiner Karriere nicht so förderlich wäre wie ein Verbleib in Hoffenheim.

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Niklas Süle - sein Wechsel zum FC Bayern München soll anscheinend nur noch Formsache sein. Bild: Siegfried Lörz.

Richtig war es vorzusorgen und neben Süle, dem Schweizer Nationalspieler Fabian Schär, und Ermin Bicakcic mit Kevin Vogt vom 1. FC Köln und Florian Hübner vom FC Ingolstadt zwei weitere starke Innenverteidiger zu verpflichten. Diese präsentierten sich in der Hinrunde sogar so stark, dass Schär nun einen schweren Stand im Team hat und von einem Transfer des Schweizer EM-Teilnehmers im Winter auszugehen ist.

Gute Verstärkungen sind auch die beiden Mittelfeldspieler Lukas Rupp (vom VfB Stuttgart) und Kerem Demirbay (vom Hamburger SV), doch die größten Verstärkungen erfuhr das Team im Sturm. Andrej Kramaric (vom englischen Sensationsmeister Leicester City nach Leihe in der vergangenen Rückrunde für 10 Millionen fest verpflichtet) und Sandro Wagner (von Darmstadt 98 für 2,8 Millionen) haben zusammen 12 der 28 Hoffenheimer Tore geschossen.

Mit neun Toren hat Wagner allerdings einen großen Anteil an der Erfolgsgeschichte der Hoffenheimer in dieser Saison, auch wenn er sich vielleicht etwas zu selbstbewusst um einen Platz in der Nationalmannschaft bewarb. Die in der Vorsaison oft gesetzten Mark Uth und Adam Szalai wurden damit in eine Reservistenrolle verdrängt, wobei Uth mit der Jokerrolle besser klarkommt und ebenfalls bereits 5 Treffer auf seinem Konto hat, während das teure Missverständnis Szalai als Winterabgang Richtung China gehandelt wird.

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TSG 1899 Hoffenheim vs. Bor. Dortmund. Das 2:1 durch Hoffenheims Sandro Wagner (blau). Bild: Siegfried Lörz

Ein wenig Sand im Getriebe war bei der TSG 1899 Hoffenheim zu Saisonbeginn zu beobachten. Vier Unentschieden hintereinander gegen Aufsteiger Leipzig, Mainz, Wolfsburg und Darmstadt ließen eine schwere Saison erahnen. Doch seit dem 2:1 Sieg gegen Schalke hat die TSG einen Lauf erwischt und stieg stetig in der Tabelle nach oben. Fünf Siege in Folge gelangen den Hoffenheimern und der Aufstieg auf Platz 3 hinter Leipzig und Bayern, ehe man in München ein 1:1 holte. Nur einen Sieg (4:0 gegen Köln) konnte man allerdings in den letzten 7 Spielen feiern, trotzdem können die Spieler der TSG 1899 Hoffenheim auf einen Fakt stolz sein: nach 16 Spieltagen sind sie die einzige Mannschaft in der Bundesliga ohne Niederlage.

Allerdings könnten in der Endabrechnung einige der Unentschieden der Mannschaft weh tun, wenn die Europacup-Plätze vergeben werden. Unvergessen ist in Hoffenheim die Aufstiegssaison, als man die Herbstmeisterschaft feierte, am Ende aber den internationalen Wettbewerb knapp verpasste. Seitdem kämpft die TSG darum diesen erstmals zu erreichen, weshalb in der Endabrechnung Unentschieden wie die gegen Darmstadt, Hamburg und Bremen doppelt bitter sein könnten. Diese muss man in der Rückrunde in Siege umwandeln, denn um den internationalen Wettbewerb zu erreichen braucht das Team mindestens 50 Punkte.

Letzte Änderung am Donnerstag, 29 Dezember 2016

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