Samstag, 28. Mai 2022

Das sport-kurier Interview mit 1899-Profi Andrej Kramaric

erstellt am Freitag, 02 Dezember 2016
Das sport-kurier Interview mit 1899-Profi Andrej Kramaric Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Fußballprofi Andrej Kramaric ist im Sommer für zehn Millionen Euro von Leicester City zur TSG Hoffenheim gewechselt, wo er zuvor bereits zur Rückrunde der Vorsaison ausgeliehen war.

Für die Kraichgauer hat der kroatische Nationalspieler (14 Länderspiele, vier Tore) in 27 Bundesliga-Spielen acht Tore und neun Vorlagen beigesteuert.

Seine Karriere begann der 25-Jährige in der Jugend von Dinamo Zagreb, wo er in den verschiedenen Altersklassen mit über 450 Toren einen Vereinsrekord aufstellte.

Das Wort "Chancentod" wurde mit Ihnen zuletzt häufiger in Verbindung gebracht. Wie gehen Sie damit um?

Andrej Kramaric: Ich versuche mir keinen allzu großen Kopf darum zu machen. Es gibt solche Phasen, in denen es mit dem Tore schießen einfach nicht so klappt. Ich werde weiter hart arbeiten und versuchen, mir Chancen zu erarbeiten. Deshalb mache ich Extra-Schichten mit den Co-Trainern. Im Training schleifen sich die Abläufe ein. Jedes Tor gibt Selbstvertrauen. Ich hoffe, der Knoten platzt bald.

Trainer Julian Nagelsmann wollte Sie reizen, indem er Ihre Chancenverwertung öffentlich kritisierte.

Kramaric: Der Trainer hat das Recht, solche Dinge anzusprechen - auch öffentlich. Ich nehme das wahr und nehme es mir zu Herzen. Denn natürlich will ich so viel wie möglich zum Erfolg der Mannschaft beitragen. Ich lasse den Kopf nicht hängen, sondern gebe weiter Gas. Ich bin aber sicher, dass ich die Kaltschnäuzigkeit wieder finde.

TSG 1899 Hoffenheim vs. SC Freiburg v. li. im Zweikampf  Maximilian Philipp (Freiburg) gegen Andrej Kramaric (Hoffenheim). Bild: S. Lörz

 

Reicht es am Saisonende für einen europäischen Wettbewerb?

Kramaric: Die Frage nach einem europäischen Wettbewerb kommt viel zu früh. Das können sie mich im April noch mal fragen, wenn wir immer noch im ersten Tabellendrittel stehen. Was unsere Form angeht: Das ist das große Ziel. Gute Leistungen über eine gesamte Spielzeit zu zeigen, jede Woche über einen langen Zeitraum abzuliefern, unser Maximum zu erreichen und immer wieder Schritte nach vorne zu machen.

Unter Trainer Nagelsmann hat das Team eine tolle Entwicklung genommen. Was zeichnet die TSG Hoffenheim 2016 besonders aus?

Kramaric: Der Trainer gibt uns in jeder Partie einen sehr genauen Plan an die Hand, der die Chance erhöht, erfolgreich zu sein. Gleichzeitig sind wir aber auch taktisch flexibel. Wir können uns anpassen und auf den Gegner reagieren. Das ist eine unserer Stärken, zudem spielen wir guten Fußball. Die Betonung liegt hier auf "spielen". Wir wollen den Ball und wir wollen etwas damit anfangen.

Welchen Stellenwert nimmt die Bundesliga im Vergleich zur Premier-League für Sie ein?

Kramaric: Die Ligen befinden sich auf Augenhöhe, aber in der Bundesliga wird mehr Fußball gespielt. Mehr Teams haben den Anspruch, den Ball zu haben und das Spiel zu gestalten. In der Premier League beschränkt sich das auf die Teams ganz vorne. Die anderen spielen oft sehr defensiv und teilweise spielt auch simples "Kick and Rush" noch eine große Rolle.

Im Bundesligaheimspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln können Sie Revanche für das Pokal-Aus nehmen.

Kramaric: Wir werden alles dafür tun, drei Punkte zu holen und ich denke, dass wir die Qualität in der Mannschaft haben, um das auch zu schaffen. Das Pokal-Spiel wird dabei keine große Rolle spielen. Wenn wir auf dem Platz stehen, sind wir im Hier und Jetzt, andere Gedanken lenken da nur ab.

Letzte Änderung am Freitag, 02 Dezember 2016

1. Bundesliga