Sonntag, 29. Mai 2022

1899 Hoffenheim will gegen Schlusslicht HSV nichts anbrennen lassen +++ Markus Gisdol an alter Wirkungsstätte

erstellt am Donnerstag, 17 November 2016
Spielszene 1899 Hoffenheim - RB Leipzig. Hoffenheims Sandro Wagner (blau) im Duell mit seinen Leipziger Gegenspielern. Spielszene 1899 Hoffenheim - RB Leipzig. Hoffenheims Sandro Wagner (blau) im Duell mit seinen Leipziger Gegenspielern. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Nach der Länderspielpause empfängt die TSG Hoffenheim am 11. Bundesliga-Spieltag am Sonntag um 15:30 Uhr Bundesliga-Dino Hamburger SV.

Das Duell zwischen den noch unbesiegten Kraichgauern und den noch sieglosen Hanseaten verspricht einiges an Brisanz. Bei den Gästen stehen mit Markus Gisdol, Frank Fröhling und Frank Kaspari drei Trainer in der Verantwortung, die noch vor gut einem Jahr das Zepter im Bundesligadorf schwangen. Für sie dürfte die Rückkehr an alter Wirkungsstätte mit ganz besonderen Motivationen in Verbindung stehen.

Kerem Demirbay kam vom HSV

Auf Hoffenheimer Seite zählte in den letzten Wochen Mittelfeldspieler Kerem Demirbay zu den herausragenden Akteuren. Er wechselte im Sommer für 1,7 Millionen Euro von der Elbe an die Elsenz, wo er schnell zum Stammspieler avancierte und in acht Partien bereits auf drei Treffer und zwei Torvorlagen kam.

Beim Bundesligagründungsmitglied hatte man keine Verwendung für den Deutsch-Türken und lieh ihn an die Zweitligisten Kaiserslautern und Düsseldorf aus.
Nach dem Bayern-Spiel sagte Demirbay im Gespräch mit dem sport-kurier: "Ich freue mich besonders auf das HSV-Spiel, da bin ich ganz ehrlich. Für mich ist es das wichtigste Spiel der Saison."

Vom Tabellenstand und der zuletzt gezeigten Leistung spricht fast alles für einen Heimsieg. Dennoch zeigen viele Beispiele aus der Vergangenheit, dass gerade solche Partien, mit derart klaren Vorzeichen, für so manche Überraschung gut sind. Trotz aller anderslautender Bekundungen dürfte die Motivation bei den Nordbadener vor dem Spiel bei Spitzenreiter Bayern München um ein vielfaches höher gewesen sein, als jetzt gegen den Tabellenletzten.

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Markus Gisdol rettete einst die Hoffenheimer vor dem Abstieg in die 2. Liga. Wenig später musste er seinen Hut nehmen. Nun kehrt er mit dem HSV nach Sinsheim zurück. Bild: Lörz

Gisdol bislang erfolglos bei den Hanseaten

Während die Hoffenheimer erstmals in der Bundesliga-Geschichte zehn Spiele ungeschlagen sind, ist Gegner Hamburg seit vier Auswärtsspielen torlos. Die bisherige Bilanz gegen den Rauten-Klub spricht bei sieben Siegen, drei Unentschieden und sechs Niederlagen für die TSG. Man darf gespannt sein, was sich HSV-Coach Gisdol einfallen lässt, um den positiven Lauf seines ehemaligen Klubs zu stoppen. Auch er konnte der Mannschaft bisher keine positiven Impulse geben. Mit vier Pleiten und einem Unentschieden ist der 47-Jährige so schlecht wie noch kein HSV-Trainer in der Bundesliga-Geschichte gestartet.

Vor allem im Angriff sollte es unter dem Nachfolger von Bruno Labbadia wieder besser laufen - immerhin steht der Konzepttrainer für eine offensive Philosophie. Ein Sieg am Sonntag käme für Gisdol einem Befreiungsschlag gleich. Es wäre zudem eine große Genugtuung, ausgerechnet beim ehemaligen Arbeitgeber, wo man ihm beim Abschied vorgeworfen hatte, die Mannschaft nicht fit bekommen zu haben, erstmals als Sieger zu triumphieren.

Rückblick: Am 2. April 2013 übernahm Gisdol die auf dem vorletzten Tabellenplatz stehende TSG vom zuvor freigestellten Marco Kurz. Nach dem Überraschungserfolg am letzten Spieltag in Dortmund und den beiden folgenden Siegen in den Relegationsspielen gegen Kaiserslautern wurde Gisdol für den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt gefeiert. In den beiden folgenden Spielzeiten erreichte die Mannschaft jeweils einen neunten (Saison 2013/14) und achten Rang (Saison 2014/15). Nach dem zehnten Spieltag der folgenden Saison 2015/16 rutschte die Mannschaft auf den 17. Tabellenplatz. Daraufhin stellte ihn Hoffenheim am 26. Oktober 2015 frei. Sein Nachfolger wurde der unvergessene Huub Stevens.

Der gebürtige Geislinger weiß sehr wohl, dass er schnellstens punkten muss, damit ihm der ohnehin raue und eisige Wind im Norden nicht noch kräftiger entgegenweht. Die leidgeplagten HSV-Fans sind zweigeteilt, ob es Gisdol und sein Team schaffen, den erstmaligen Erstligaabstieg des Gründungs-Dinos noch abzuwenden.

Das Sonntagspiel in Sinsheim wird einen weiteren Aufschluss darüber geben. Immerhin konnten die Hanseaten nach sieben torlosen Partien seit dem 10. September zuletzt beim 2:5 gegen Borussia Dortmund wieder zwei Treffer erzielen. Doch gebracht hat es am Ende, außer einem gellenden Pfeifkonzert im Volksparkstadion, nichts.

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