Donnerstag, 07. Juli 2022

Niklas Süle - Vom Sandkasten, über Rot-Weiß Walldorf, in die Bundesliga und zum Nationalspieler

erstellt am Freitag, 09 September 2016
Niklas Süle (TSG 1899 Hoffenheim) wird im Vereinsheim von seinem ehemaligen Verein Rot-Weiss Walldorf und seiner Heimatstadt für den Gewinn der Silbermedaille in Rio von RW Walldorf Vereinspräsident Manfred Knacker geehrt. Niklas Süle (TSG 1899 Hoffenheim) wird im Vereinsheim von seinem ehemaligen Verein Rot-Weiss Walldorf und seiner Heimatstadt für den Gewinn der Silbermedaille in Rio von RW Walldorf Vereinspräsident Manfred Knacker geehrt. Bild: Marc Schüler

sport-kurier. Groß war der Andrang im Vereinsheim von Rot-Weiß Walldorf am Donnerstagabend.

Silbermedaillengewinner Niklas Süle, der bei Rot-Weiß das Fußballspielen erlernte, war zu Besuch und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

"Eigentlich war meine Ansprache jetzt zu Ende, aber Du musstest ja noch einen drauflegen", ‚schimpfte' der Vorsitzende von Rot-Weiß Walldorf Manfred Knacker in seiner Ansprache. "Kurz nachdem ich die Rede fertig geschrieben hatte, hast Du auch noch das Debüt bei der A-Nationalmannschaft von Joachim Löw gefeiert. Du warst beim Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger dabei und hast sogar von Beginn an gespielt. Wir hoffen, dass noch viele Spiele folgen werden", so Knacker unter dem Beifall der Anwesenden.

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Niklas Süle (TSG 1899 Hoffenheim) bekommt von Rot-Weiss Walldorf das Trikot mit der Nr. 25 überreicht.Bild: Marc Schüler

Für die E1 und C1 Jugend war die Veranstaltung eine Alternative zum Training, die von den Jugendspielern des Vereins nur zu gerne wahrgenommen wurde, denn wann hat man schon die Gelegenheit einen Bundesliga-Star und Nationalspieler zu treffen?

Knacker ließ noch einmal die Anfänge der Karriere von Niklas Süle Revue passieren. "Im Alter von drei Jahren übte sein Vater Georg mit seinem Bruder Fabian den Ball zu stoppen, Niklas saß im Sandkasten. Plötzlich kam er und wollte das auch mal probieren. Georg dachte sich ‚na gut, dann lass ihn mal' und überraschender Weise machte Niklas das genau richtig, bevor er verkündete die beiden weiter üben zu lassen und wieder in den Sandkasten zu gehen", berichtete Knacker.

Auch bei Rot-Weiß Walldorf zeigte Süle schnell ein großes Talent am Ball und avancierte als Stürmer zum Matchwinner und Goalgetter, bevor er als "Strafe" in die Abwehr beordert wurde. "Da überzeugte er aber auch und dabei ist es dann geblieben", sagte Knacker. Mit einem Film mit Bildern aus der Zeit des Fußballers bei Rot-Weiß Walldorf, Eintracht Frankfurt, Darmstadt 98 bis hin zu seinem aktuellen Verein TSG 1899 Hoffenheim und den Auftritten in den Nationalmannschaften seit der U16, wurde Niklas Süle geehrt.

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Auch der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Mörfelden-Walldorf durfte nicht fehlen. Foto: Marc Schüler.

Der Vereinsvorsitzende lobte, dass Niklas Süle sehr heimatverbunden sei und immer wieder bei Spielen von Rot-Weiß Walldorf anzutreffen wäre, wo sein älterer Bruder Fabian spiele, sowie die Jugendcamps des Vereins immer wieder mal besuche. Am Ende seiner Ansprache legte ihm Knacker einen Vorvertrag für ein erneutes Engagement bei Rot-Weiß Walldorf vor. "Der Vertrag ist für die Saison 2032/33. Da gibt es ab 20 Spielen eine Einsatzprämie von 25 Euro, Deine Fußballrente ist also sicher", verkündete der Vereinsvorsitzende unter dem Gelächter von Süle und allen Anwesenden und überreichte ihm gleich ein Trikot für diese Spielzeit mit der Nummer 25.

Auch Bürgermeister Heinz-Peter Becker zeigte sich Stolz auf die Erfolge des Sohns aus der Doppelstadt. "Wir haben hier alle im Vereinsheim von Rot-Weiß mitgezittert, als Du im Endspiel der Olympischen Spiele standst. Und auch beim Debüt in der Nationalmannschaft haben wir hier zugesehen, das wird uns ewig in Erinnerung bleiben."

Überrascht zeigte sich der Fußballprofi vom großen Interesse an seiner Person und den zahlreichen Besuchern im bis auf den letzten Platz gefüllten Vereinsheim.

"Es ist schön so viele Gesichter zu sehen, die ich lange nicht gesehen habe." Noch immer schwer zu fassen sind für ihn die Ereignisse des vergangenen Monats. "Wir haben bei den Olympischen Spielen schwach begonnen und gleich wurde unsere Mannschaft schlecht geredet. Dass wir am Ende im legendären Maracana-Stadion spielen durften, das war ein ganz tolles Erlebnis. Einige Tage später stand ich an der Tankstelle als mich eine unbekannte Nummer anrief. Dran war Bundestrainer Joachim Löw, da war ich sehr aufgeregt. Ich habe ihn gebeten, dass ich ihn nach dem Tanken zurückrufen kann und habe das dann auch mit zitternden Knien gemacht", berichtete Süle seinen Zuhörern.

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Der begeisterte Nachwuchs der Walldorfer ließ es sich nicht nehmen, von Niklas Süle Autogrammkarten zu bekommen. Foto: Marc Schüler.

"Ganz tolle Erfahrungen, kaum zu fassen was alles passiert ist, aber jetzt bin ich erst einmal relativ kaputt." Zwei Aufgaben standen ihm jedoch nach seiner Ansprache noch bevor. Zuerst durfte sich der Silbermedaillengewinner von Rio den Janeiro ins Goldene Buch der Stadt Mörfelden-Walldorf eintragen, anschließend war noch eine Autogrammstunde im Vereinsheim von Rot-Weiß angekündigt, bei der Niklas Süle geduldig alle Wünsche der Fans erfüllte, die dabei seine Silbermedaille bestaunten.

Auch Landrat Thomas Will ließ es sich nicht nehmen zur Ehrung zu kommen. Er überreichte Süle ein Radtrikot im Design des Kreis Groß-Gerau. "Es ist toll, dass wir hier im Kreis Groß-Gerau einen so erfolgreichen Sportler haben, der fast Olympiasieger geworden wäre. Beeindruckend finde ich es, dass er sich Zeit nimmt alle Autogrammwünsche und Fotowünsche der Kinder und Fans zu erfüllen, sich sehr Fan-nah gibt und keinenfalls abgehoben ist", lobte der Landrat abschließend.

Letzte Änderung am Freitag, 09 September 2016

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