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Die Handschrift des neuen Trainers passte - Hoffenheim siegt unter Nagelsmann 3:2 über Mainz

erstellt am Sonntag, 21 Februar 2016
Kollektiber 1899-Jubel nach dem 2:1 durch Uth. Kollektiber 1899-Jubel nach dem 2:1 durch Uth. Bild: Siegfried Lörz

von Sportkurier. Beim abstiegsgefährdeten Bundesligisten TSG Hoffenheim war Erleichterung und neue Hoffnung nach dem 3:2 Heimerfolg gegen den FSV Mainz 05 deutlich zu spüren.

Der 28-jährige Julian Nagelsmann hat seine Heimpremiere als Cheftrainer von 1899 Hoffenheim mit Bravour bestanden.

Nach dem 1:1 vergangener Woche in Bremen siegte seine TSG, gegen die zuletzt drei Mal in Folge siegreichen Mainzer, verdient mit 3:2. Nicht nur die drei wichtigen Punkte im Kampf um den Klassenerhalt begeisterten die nur 24.019 Zuschauer, sondern auch die Art und Weise, wie die Kraichgauer zu Werke gingen.

Die zuletzt stark verunsicherten, leidenschaftslos spielenden Blau-Weißen waren gegenüber den letzten Wochen unter Trainer Huub Stevens nicht wieder zu erkennen. Mit herzerfrischendem, leidenschaftlichem Offensivfußball erspielten sie sich viele Tormöglichkeiten. Beide Mannschaften boten sich einen abwechslungsreichen, sehr unterhaltsamen Schlagabtausch - bezeichnend die Bilanz von 13:13 Torschüssen.

Die Hoffenheimer Fans glaubten an einen Heimsieg ihrer Elf. Foto: Siegfried Lörz

Die Rheinhessen gingen nach elf Minuten durch den Kolumbianer Cordoba in Führung

Hoffenheims Antwort dauerte keine zwei Minuten. Der 18-jährige Philipp Ochs, der überraschend links in der Vierer-Abwehrkette spielte, schickte Kevin Volland steil, der setzte sich im Strafraum durch, bediente Eduardo Vargas, der weiter auf Nadiem Amiri und der 19-Jährige schoss unhaltbar zum 1:1 Ausgleich ein.

Nach anfänglicher Zurückhaltung bekamen die Zuschauer ab der 60. Minute wieder abwechslungsreichen Angriffsfußball von beiden Teams geboten, wenngleich sich die Gastgeber in vorderster Front ein Stück weit etwas zurückzogen und nicht mehr so hohes Risiko gingen. In der 68. Minute dann die erstmalige Führung der Hoffenheimer. Der bärenstarke Volland setzte sich links an der Grundlinie durch, passt zu Mark Uth und der schoss mit links aus spitzem Winkel zum 2:1 ins lange Eck.

Es ging nun Schlag auf Schlag, ein ständiges hin und her

Mit Glück und Geschick kratzte der erneut starke Innenverteidiger Niklas Süle nur drei Minuten später einen Kopfball des eingewechselten Fabian Frei von der Torlinie. Nur fünf Minuten später die beste Aktion des tschechischen Außenverteidiger Pavel Kaderabek, der sich über rechts im Vollsprint durchsetzt und kurz vor dem Fünfmeterraum quer auf Uth passt und dieser unbedrängt mit seinem dritten Saisontreffer zum 3:1 einschiebt.

Doch die Freude währte nur zwei Minuten. Jairo setzt sich gegen Ochs durch und knallt von der Strafraumgrenze die Kugel zum 3:2 unhaltbar hoch in obere linke Toreck.
Die Gastgeber brachten die knappe Führung mit Glück und Geschick über die Zeit und verringerten den Abstand auf den Relegationsplatz auf zwei Punkte. Der dritte Saisonsieg war aufgrund einer couragierten und offensiven Leistung verdient. Mainz darf sich nach einer ordentlichen Partie ärgern, die offensive Spielweise des Gegners nicht besser ausgenutzt zu haben.

Nagelsmann holte bei seinem Heimdebut einen "Dreier". Entsprechend groß die Freude des Neu-Coaches der TSG 1899 Hoffenheim. Bild: Siegfried Lörz

TSG-Coach Nagelsmann erleichtert nach dem Abpfiff:

"Wir sind in der ersten Viertelstunde nicht ins Spiel gekommen. Danach wurde es besser - wir haben weniger zugelassen, aber konnten dennoch nicht alles kontrollieren. Nach der Pause waren wir sehr gut im Spiel, da gab es gute Umschaltchancen. Die haben wir meist gut, aber manchmal auch zu fehlerhaft ausgespielt. Zum Ende habe ich 7000 Mal auf meine Armbanduhr geschaut. Ich war sehr glücklich, als der Pfiff kam."

Nationalspieler Kevin Volland, der wieder auf bestem Weg zu aller Form ist: "In diesem Sieg war viel Nagelsmann. Die TSG stand in der Vergangenheit für Offensiv-Fußball und das tut sie auch jetzt wieder. Wir wollen offensiv spielen. Ganz wichtig war, dass wir nach dem frühen 0:1 sofort zurückgekommen sind. Das ist in unserer Situation nicht selbstverständlich. Ich denke, es war eine Super-Leistung von allen. Wir haben uns diesen Sieg erspielt und erkämpft. Insgesamt waren wir die bessere Mannschaft."

Hoffenheim gastiert am kommenden Sonntag um 17:30 Uhr beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund.

Letzte Änderung am Sonntag, 21 Februar 2016

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