Sonntag, 23. Januar 2022

1899 Hoffenheim schlittert in Richtung 2. Liga +++ Für Hoffenheims Manager Rosen gilt das Motto, dass "die Totgesagten länger leben"

erstellt am Dienstag, 09 Februar 2016
TSG 1899 Hoffenheim vs. SV Darmstadt 98 links der Torschütze zum 2:0 für Darmstadt Slobodan Rajkovic. TSG 1899 Hoffenheim vs. SV Darmstadt 98 links der Torschütze zum 2:0 für Darmstadt Slobodan Rajkovic. Bild: Siegfried Lörz

von Sportkurier. Die prekäre Lage im Abstiegskampf beim Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim hat sich nach der 0:2 Heimniederlage gegen Darmstadt 98 weiter verschlechtert.

Der Abstand zum Relegationsplatz hat sich auf fünf, auf einen Nichtabstiegsplatz auf sieben Punkte vergrößert.

Die Kritik an Huub Stevens wächst spürbar

Mit Blick auf seine Bilanz - aus zehn Partien mit nur acht Punkten und sechs Toren - ist dies irgendwie auch verständlich. Bei gleicher Punktausbeute musste Trainer Markus Gisdol im vergangenen Oktober seine Koffer packen. Zur Ergebniskrise kommt noch ein Erlebnismangel, denn außer dem 3:3 gegen Mönchengladbach bekam die frustrierte Anhängerschaft meist Schmalkost geboten. Die Luft für Stevens wird zunehmend dünner, besonders wenn er und seine Mannschaft am Samstag im Auswärtsspiel bei Werder Bremen erneut mit leeren Händen dastehen. Das Duell mit dem hanseatischen Tabellennachbarn wird zu einem richtungsweisenden, finalen Match, für die TSG und auch Stevens.

Mit seiner "knorrigen und wenig kritikfähigen Art" kommt im Kraichgau nicht jeder klar. Hinzu kommt der ausbleibende Erfolg. Huub Stevens steht in der Kritik. Bild: Siegfried Lörz.

Im Verein lässt man (noch) keine Trainerdiskussion aufkommen. Nach der Darmstadt-Niederlage trafen sich die Geschäftsführer Dr. Peter Görlich und Frank Briel, sowie Vereinspräsident Peter Hofmann in den Stadion-Katakomben, um mit Manager Alexander Rosen die aktuelle Lage zu beraten. Es muss ein intensives und längeres Gespräch gewesen sein, denn Rosen trat erst kurz nach 21:00 Uhr vor die kleine, ausharrende Journalistengruppe in der Mix-Zone, um sich aktuellen Fragen zur prekären Situation zu stellen. Wie er selbst sagte, brauchte er etwas Zeit, um das Ganze etwas sacken zu lassen.

Für Rosen ist die Situation nicht vergleichbar mit der im vergangenen Oktober, als nach einer 0:1 Heimniederlage Trainer Gisdol entlassen wurde: "Damals war die Leere und Stimmungslosigkeit bei der Mannschaft sehr deutlich auf dem Feld zu spüren. Dem war gegen Darmstadt nicht so. Die Mannschaft hat gekämpft und bis zuletzt alles gegeben." Auch für den gebürtigen Augsburger ist es an der Zeit, dass sich endlich Erfolg einstellt: "Aufbruchsstimmung sollte irgendwann auch mal untermauert werden - mit positiven Erlebnissen in Form von Toren.

TSG 1899 Hoffenheim vs. SV Darmstadt 98  - große Torchance durch Andrej Kramaric (Hoffenheim) doch der Ball verfehlt knapp das Tor. Bild: Siegfried Lörz

Engagement, Bemühen und Leidenschaft kann man nicht absprechen, aber unterm Strich steht wieder ein Spiel weniger ohne Punkte

Die letzte Konsequenz eines Trainerwechsels schloss Manager Rosen aus: "Es ist richtig, dass der Trainerwechsel uns tabellarisch noch nichts gebracht hat, aber was ist die Alternative? Sollen wir zumachen, den Betrieb einstellen für die letzten Spiele? Vielleicht befreit es den einen oder anderen Spieler, weil die äußere Wahrnehmung bei den Fans deutlich zurückgegangen ist? Viele denken doch, wenn man zu Hause gegen Darmstadt nicht gewinnt, dann hat man in der 1. Liga auch nichts verloren. Das Motto könnte lauten, dass ´die Totgesagten länger leben´. Wir werden alles versuchen, Alternativen gibt es keine. Die Trainerfrage würde sich nur stellen, wenn die Mannschaft leblos gespielt und nichts in die Reihe bekommen hätte."

Die Stimmung bei den Fans ist frustrierend

Nach dem Abpfiff gegen Darmstadt gab es reichlich Pfiffe und Sprechchöre - "Wir haben die Schnauze voll". Die Spieler begaben sich daraufhin zum Meinungsaustausch in die Fankurve, diskutierten fast 15 Minuten. Innenverteidiger Ermin Bicakcic: "Die Fans sind sauer, wir Spieler sind sauer, da war es gut miteinander zu reden. Wir haben uns verständigt, gemeinsam aus dieser unbefriedigenden Situation heraus zu kommen. Nur gemeinsam geht es weiter." Klare Worte, denen jetzt aber auch Taten folgen sollten!

Letzte Änderung am Dienstag, 09 Februar 2016

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