Sonntag, 23. Januar 2022

Vollands Formkrise - Vom "Shooting-Star" zum Bankdrücker

erstellt am Dienstag, 02 Februar 2016
Kevin Volland (Vordergrund) sucht seine Form. Dahinter Sebastian Rudy. Kevin Volland (Vordergrund) sucht seine Form. Dahinter Sebastian Rudy. Bild: Marc Schüler

von sportkurier. Kevin Volland ist derzeit auf der Suche nach alter Form.

Wie sein Verein 1899 Hoffenheim steckt auch der Offensivspieler in einer sportlichen Krise. Mit fünf Toren führt er zwar die vereinsinterne Torschützenliste an, was aber angesichts der andauernden Sturmflaute mit nur 18 Treffern in 19 Ligaspielen wenig Aussagekraft hat.

Seit dem Weggang von Firmino läuft es für die Mannschaft und Volland nicht mehr rund. Der Brasilianer und der Allgäuer haben bestens miteinander harmoniert, sich ergänzt und an guten Tagen Spiele im Alleingang entschieden. Firmino und Volland waren Hoffenheims Torfabrik, die nur knapp an der Europa-League-Quali scheiterte.

Vollands Ziel ist nach wie vor die Europameisterschaftsteilnahme im Sommer in Frankreich. Doch dafür muss er schnellstens zu alter Stärke finden. Unter Druck setzen will er sich deshalb aber nicht, schon gar nicht wegen der derzeitigen Torflaute: "Ich mache mir selber keinen großen Kopf darüber. Ich denke, wenn ich ein gutes Spiel abliefere oder eine Torvorlage gebe, freue ich mich genauso, Hauptsache wir holen Punkte."

Der gebürtige Marktoberdorfer selbstkritisch: "Mir ist auch klar, dass meine Leistungen in den letzten drei bis vier Spielen vor der Winterpause nicht so gut waren, das ist mir bewusst." Volland und Hoffenheim haben das gleiche Ziel, wollen in der Rückrunde durch Beständigkeit, Konstanz und Tore wieder zurück in die Spur kommen. Nach zwei absolvierten Spieltagen ist der Befreiungsschlag noch nicht in Sichtweite, nur ein Punkt und Tor sind deutlich zu wenig.

Der fünffache A-Nationalspieler konnte dem Werben vieler Topclubs im Sommer widerstehen, verlängerte im Bundesliga-Dorf bis 2019, um sich unter Trainer Markus Gisdol weiter zu entwickeln. Gisdol ist bekanntlich weg und Volland fand sich zuletzt auf der Ersatzbank, kam so in München erst in der 77. Minute, als die Partie entschieden war, auf´s Feld.

Wie es weiter gehen soll weiß der 23-Jährigen selbst nicht. Sein Ziel ist sich weiter zu entwickeln, um auch international spielen zu können. Davon ist Hoffenheim aber derzeit meilenweit entfernt.

Volland hat bereits abgekündigt, sich mit Verein und Berater im April/Mai zusammen zu setzen und sich Gedanken zu machen, wie es ab Sommer weitergehen soll.
Trainer Huub Stevens vertritt nach wie vor die These, nur nach Leistung aufzustellen. Namen interessieren ihn dabei, wie er immer wieder betont, nicht:

"Wenn alle das auf den Platz bringen, zu was sie in der Lage sind, dann wird es auch für mich schwierig, die ersten Elf auszuwählen." Der TSG-Coach hatte sich aus taktischen Gründe für Neuzugang Andrej Kramaric als beweglichen Stürmer entschieden.

Über Volland sagte der 62-Jährige im kleinen Journalistenkreis nach der Partie in München: "Ich möchte den Kevin auf dem Platz sehen, den ich vor zwei Jahren gesehen habe. Den möchte ich wieder im Team haben. Er ist bei seiner Einwechslung gegen die Bayern in der Schlussphase ordentlich ins Spiel reingekommen. Er muss weiter hart an sich arbeiten, um wieder zur alten Leistung zu kommen. Ich glaube nicht, dass es bei ihm eine Kopfsache ist, aber es macht mir Spaß mit ihm zu arbeiten und das hoffe ich, dass er wieder dahin kommt, um seine Leistung über 90 Minuten auf den Platz zu bekommen."

Letzte Änderung am Dienstag, 02 Februar 2016

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