Mittwoch, 01. Februar 2023

Diese Niederlage haben sich die Hoffenheimer selbst zuzuschreiben ++ 3:1 bei Union Berlin

erstellt am Sonntag, 22 Januar 2023
1. FC Union Berlin - TSG 1899 Hoffenheim - Danilho Doekhi (Union Berlin, Nr. 5) köpft kurz vor Spielende zum 2:1 ein. 1. FC Union Berlin - TSG 1899 Hoffenheim - Danilho Doekhi (Union Berlin, Nr. 5) köpft kurz vor Spielende zum 2:1 ein. Bild: IMAGO / Jan Huebner

sport-kurier. Was für ein spektakulärer Bundesligaauftakt nach der zweieinhalbmonatigen WM- und Winterpause beim Duell zwischen Union Berlin und der TSG Hoffenheim.

In einer stimmungsvollen und emotionalen Partie "In der Alten Försterei" im Berliner Stadtteil Köpernick, bekamen die 21.471 Zuschauer über 96 Minuten bei dichtem Schneetreiben ein außergewöhnliches und spannendes Spiel geboten, in dem beide Mannschaften jeweils eine Halbzeit lang dominierten.

Am Ende siegten die Gastgeber dank einer deutlich kämpferischen und leidenschaftlichen Leistungssteigerung durch späte Treffer mit 3:1. Während die Eisernen weiter in der Spitzengruppe rangieren und auf Platz 3 kletterten, rutschten die Kraichgauer auf Platz 12 mit nur noch drei Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 15, den der VfB Stuttgart einnimmt.

Die Blau-Weißen starteten gut in die Partie und übernahmen bei deutlich mehr Spielanteilen und viel Ballbesitz die Initiative. Nach acht Minuten bot sich dem erstmals in der Startformation stehenden 17-jährigen Tom Bischof die erste dicke Chance, als er freistehend vom Elfmeterpunkt aus den Ball links neben das Tor setzte. Hoffenheim bestimmte zwar weiter das Spiel, konnte jedoch aus seiner Überlegenheit kein Kapital schlagen. Nachdem die Berliner nach 20 Minuten erstmals gefährlich in Tornähe kamen, bot sich wenig später die dicke Chance zur Führung, nachdem Ihlas Bebou beim Kopfballduell den Ball an die Hand bekam und Schiedsrichter Robert Hartmann zurecht auf Strafstoß entschied. Doch Jordan Siebatcheu konnte dieses Geschenk nicht verwerten und setzte den Ball an den linken Außenpfosten (25.). Für die Unioner war es der bereits vierte verschossene Elfmeter der laufenden Saison.

Die TSG spielte weiter mutig nach vorn und hatte nach knapp einer halben Stunde durch Robert Skov eine weitere gute Möglichkeit, als dieser per Freistoß am glänzend parierenden Berliner Torhüter Frederik Rönnow scheiterte (28.). In der 40. Minute war es dann endlich soweit: Nach einem schnell vorgetragenen Konter über Bischof, Dennis Geiger und Skov kam Bebou im Strafraum zum Abschluss und brachte sein Team mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck verdient 1:0 in Führung. Für den Stürmer war es nach langer Verletzungspause in seinem ersten Saisonspiel gleich der erste Treffer.

Im zweiten Abschnitt dreht sich die Partie völlig. Union kam mit großem Engagement aus der Kabine und hatte durch Timo Knoche und Janik Haberer die ersten Chancen (49.). Während die Gastgeber nun viel entschlossener und mutiger zu Werke gingen, zogen sich die Hoffenheimer zunehmend zurück und überließen dem Gegner die Spielhoheit. Angetrieben von ihren lautstarken Fans kamen die Eisernen immer öfter und gefährlicher in Torraumnähe. Nachdem Christopher Trimmel eine Direktabnahme übers TSG-Tor jagte (55.) und der überragende Keeper Baumann einen Kopfball von Niko Gießelmann mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken konnte (72.), war dieser kurz darauf machtlos, als Danilo Doekhi nach der Ecke per Kopfball den verdiente 1:1-Ausgleich erzielte (73.).

Die Breitenreiter-Truppe blieb im Spiel nach vorne weiterhin harmlos, daran änderte sich auch nichts, als in der 66. Minute für Bebou und Bischoff mit Andrej Kramaric und Kasper Dolberg zwei neue Stürmer in die Partie kamen. Berlin machte weiter Druck. Nachdem Kevin Behrens einen Kopfball knapp neben das Tor setzte (76.), erzielte kurz vor dem Ende erneut der Holländer Doekhi per Kopfball die Unioner 2:1-Führung (89.). Es war ein höchst umstrittener Treffer, dem eine nicht geahndete Abseitsstellung voraus ging und die im weiteren Verlauf zu einer Berliner Ecke führte, die schließlich der Doppeltorschütze einköpfte. Torhüter Baumann machte dabei im Luftduell keine glückliche Figur. Die TSG drängte in den wenigen noch verbleibenden Restminuten zwar noch auf den Ausgleich, musste aber in der sechsten Minute der Nachspielzeit nach einem Konter durch den eingewechselten Jamie Leweling den dritten Gegentreffer hinnehmen.

Hoffenheimer Torschützen Bebou sah die Niederlage vor allem darin begründet, "dass wir in der zweiten Hälfte überhaupt keinen Zugriff mehr zum Spiel hatten und nach vorne die Bälle nicht mehr festmachen konnten". Für Kapitän Baumann war ebenfalls der Leistungsabfall in den zweiten 45 Minuten unverständlich: "Der Druck der Berliner war enorm. Es ist wahnsinnig ärgerlich, aber wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr Fußball gespielt. In der ersten Hälfte sah das deutlich besser aus. Es ist bitter, dass wir keinen Druck mehr erzeugen konnten und keine Torchancen mehr hatten."

Die Hauptstädter bleiben nach diesem 3:1-Sieg zu Hause weiterhin ungeschlagen, während die in der zweiten Hälfte spielerisch völlig enttäuschenden Nordbadener vor ihren beiden folgenden Heimspielen am Dienstagabend gegen Stuttgart (20:30 Uhr) und am Samstag gegen Mönchengladbach (15:30 Uhr) zunehmend unter Zugzwang geraten.

Union Berlin - TSG Hoffenheim (3:1)

Union Berlin: Rönnow - Jaeckel, Knoche, Doekhi - Trimmel, Khedira, Gießelmann - Haraguchi (63. Seguin), Haberer (88. Öztunali) - Jordan (63. Behrens), Becker (88. Leweling)
TSG Hoffenheim: Baumann - Akpoguma (42. Kaderabek), Ozan Kabak (77. Bicakcic), Nsoki - Skov, Geiger, Stiller, Angelino - Bischof (66. Kramaric), Baumgartner - Bebou (66. Dolberg)

Tore: 0:1 Bebou (44.), 1:1 Doekhi (73.), 2:1 Doekhi (89.), 3:1 Leweling (90. +6)
Besondere Vorkommnisse: Jordan schießt Handelfmeter an den Pfosten (25.)
Schiedsrichter: Robert Hartmann
Zuschauer: 21.471

 

 

 

 

Letzte Änderung am Sonntag, 22 Januar 2023

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