Donnerstag, 29. September 2022

Eine Nullnummer der besseren Art - Badisches Derby zwischen Hoffenheim und Freiburg endet 0:0

erstellt am Montag, 19 September 2022
Choreo der Fans der TSG Hoffenheim beim Spiel gegen den SC Freiburg. Choreo der Fans der TSG Hoffenheim beim Spiel gegen den SC Freiburg. Bild: IMAGO / HMB-Media

sport-kurier. Das Baden-Derby zwischen der TSG Hoffenheim und dem SC Freiburg endete am Sonntagabend im Sinsheimer Dauernieselregen vor 24.233 Zuschauer mit einem leistungsgerechten 0:0-Unentschieden.

Auch wenn in der Partie des 7. Bundesligaspieltages das "Salz in der Suppe", sprich die Tore fehlten, so war es über die gesamte Spielzeit eng umkämpft, spannend bis zum Schluss und auch entsprechend emotional.

Durch die Punkteteilung verpassten es beide Mannschaften vor der bevorstehenden Länderspielpause mit einem Sieg auf Tabellenplatz 2 zu klettern. Freiburg belegt jetzt Rang 3, Hoffenheim zieht vorbei am FC Bayern auf Platz 4. Für TSG-Torhüter Oliver Baumann war das Duell mit seinem ehemaligen Verein etwas ganz besonders, schließlich absolvierte er sein 400. Bundesligaspiel und blieb dabei zum 100. Mal ohne Gegentor. Das Fazit des Jubilars: "Es war das erwartet schwere Spiel, ein paar Prozent haben gefehlt, um das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Es war viel Kampf, beide Teams haben sich vieles abverlangt, das Remis geht am Ende in Ordnung."

Auch wenn Hoffenheims Trainer André Breitenreiter nach Spielende seinem Team die klareren Chancen attestierte, so muss man angesichts der gesamten Spielzeit das Remis als gerecht Ergebnis bewerten. Von Beginn an war die Rivalität zwischen Nord- und Südbaden spürbar. Die TSG-Fans in der Südkurve überraschten vor Spielbeginn mit einer besonders aufwendigen Choreografie, bei der Publikumsliebling Ermin Bicakcic sichtlich malträtiert auf einem riesigen Transparent zu erkennen war und darunter zur Einstimmung der Spruch "Mit Kampfgeist und Leidenschaft für den Verein, werdet ihr heute der Sieger sein!" zu lesen war.

Die erste dicke Chance der Partie bot sich den Gastgebern, als Gischa Prömel von Andrej Kramaric steil geschickt wurde und dieser frei vor SC-Keeper Mark Flekken scheiterte (11.). Auf der anderen Seite parierte Baumann einen Schuss von Ritsu Doan aus spitzem Winkel (16.). Es ging weiter im Fünf-Minuten-Takt und erneut war es Prömel, der aus halblinker Position in Flekken seinen Meister fand (21.). Im zweiten Abschnitt in Hälfte 1 neutralisierten sich beide Teams und konnten sich keine hochkarätigen Chancen erspielen, wenngleich die Gäste etwas sicherer und eingespielter in ihrer Spielanlage wirkten. Schließlich blieb es beim torlosen Pausen-Remis.

Gleich zu Beginn der 2. Hälfte bot sich Christoph Baumgartner die Möglichkeit zur Hoffenheimer Führung, doch sein Schuss aus vollem Lauf fliegt knapp über Tor (46.). Zehn Minuten später hatte Kramaric seine beste Aktion, als er von halblinks mit einem Schlenzer knapp das lange Eck des Freiburger Tores verfehlte (56.). Danach übernahmen die Breisgauer immer mehr die Initiative und drängten die Blau-Weißen zunehmend in die Defensive. Doch weder Christian Günter (58.), Maximilian Eggestein (60.), Michael Gregoritsch (63.) und Nicolas Höfler gelang es aus ihren guten Möglichkeiten Kapital zu schlagen oder Hoffenheims unumstrittene Nummer 1 im Tor zu überwinden.

Unterstützt von zwei lautstarken Fanlager versuchten beide Teams in der Schlussphase noch den Lucky Punch zu setzen, doch bis auf eine Chance von Georginio Rutter, dessen Schuss in der Nachspielzeit von Flekkens Brust abprallte (90.+2), gab es keine klare Chance mehr. Am Ende blieb es bei der Nullnummer, die jedoch aufgrund der Intensität und Spannung zu den besseren Unentschieden zu zählen ist.

Einer der stärksten Hoffenheim, Verteidiger Ozan Kabak, sah dies ähnlich: "Ich denke, dass es ein faires Ergebnis ist. Es war sehr eng, ausgeglichen und hart. Beide Teams hatten ihre Chance. Wir haben genau diese intensive Partie erwartet. Freiburg ist sehr gut organisiert und eine starke Mannschaft. Mit dem Punkt können wir leben, auch wenn wir natürlich lieber gewonnen hätten." Dennis Geiger sprach zwar auch von einem gerechten Unentschieden, vermisste aber etwas: "Ich glaube, dass wir heute nicht ganz so gut gespielt haben, doch Freiburg hat es uns nicht einfach gemacht. Wir hatten unsere Möglichkeiten, haben gut dagegengehalten, doch es reichte nicht zum vierten Heimsieg."

Nach Abschluss des 7. Spieltages pausiert die Bundesliga nun vorerst. Für die TSG geht es nach der Länderspielphase am Sonntag (2. Oktober/15.30 Uhr) bei Hertha BSC weiter.


TSG Hoffenheim: Baumann - Ozan Kabak, Vogt, Akpoguma - Kaderabek, Geiger (64. Damar), Angelino - Prömel, Baumgartner (64. Dabbur) - Georginio, Kramaric (81. Rudy).
SC Freiburg: Flekken - Sildillia, Ginter, Lienhart, Günter - Höfler, Eggestein - Doan (78. Schade), Kyereh (78. Jeong), Grifo (78. Weißhaupt) - Gregoritsch (85. Petersen).

Tore: -
Schiedsrichter: Deniz Aytekin
Zuschauer: 24.233

 

 

Letzte Änderung am Montag, 19 September 2022

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