Sonntag, 04. Dezember 2022

Kevin Vogt: "Wir fahren nach Dortmund um zu gewinnen, nichts anderes."

erstellt am Freitag, 02 September 2022
Links Marco Reus mit einem Schuss auf das Hoffenheimer Tor. Kevin Vogt (erhobene Arme) kann nicht mehr eingreifen. Links Marco Reus mit einem Schuss auf das Hoffenheimer Tor. Kevin Vogt (erhobene Arme) kann nicht mehr eingreifen. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Mit neun Punkten aus vier Bundesligaspielen hat sich die TSG Hoffenheim im oberen Tabellenbereich festgesetzt

...und geht mit viel Selbstvertrauen und Optimismus in die nächste schwierige Aufgabe am Freitagabend (20.30 Uhr) bei Borussia Dortmund. Der Saisonstart verlief trotz der Auftaktniederlage in Mönchengladbach optimal. Drei Siege mit sieben Treffern können sich sehen lassen.

Trainer André Breitenreiter tut gut daran, diese Bilanz nicht überzubewerten und seinen Spielern gegenüber den Ball flach zu halten: "Offensiv war es nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben", bemängelte er nach dem 1:0-Arbeitssieg am vergangenen Spieltag gegen den FC Augsburg. Zufrieden konnte er jedoch mit der Defensive sein, die zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor blieb. "Wir haben den Gegner vom eigenen Tor weggehalten, keine Großchance zugelassen und zu Null gespielt, das ist ganz wichtig", analysierte der Hoffe-Coach treffend.

Die personellen Veränderungen in der Hintermannschaft zeigen ihre Wirkung. Die zuvor sehr anfällige Defensive wirkt kompakter und kompromissloser. Die vielen Gegentreffer nach hohen Bällen konnten abgestellt werden, die Lufthoheit ist zurück. Für Sportdirektor Alexander Rosen ist dabei Neuzugang Ozan Kabak ein wesentlicher Stabilisator: "Da sieht man, was er für eine Wirkung hat auf unser Spiel, an Präsenz, an Körperlichkeit, an Zweikampfstärke und an Ruhe, das ist wirklich unfassbar. Da haben wir einen fehlenden Link, den wir in der Vergangenheit immer gesucht haben, gefunden für unser Spiel."

Der Glaube an die eigenen Stärken ist nach der enttäuschenden vergangenen zweiten Rückrundenhälfte wieder zurückgekehrt. Die ist sicherlich auch eng verbunden mit der positiven Ausstrahlungskraft des neuen Trainers. Die Gier, sportlich wieder erfolgreicher zu sein ist zurück. Auch Neuzugang Grischa Prömel hat dabei einen nicht unerheblichen Anteil. Der Mittelfeldspieler hat sich relativ schnell zu einem Führungsspieler entwickelt, der 27-jährige gebürtige Stuttgarter überzeugt durch Einsatz und Willen, sein Wort hat in der Mannschaft Gewicht: "Wir kommen langsam ins Rollen. Wir wollen den Schwung mitnehmen und müssen uns vor niemandem verstecken." Auch nicht vor den Ostwestfalen, die zu Hause seit 32 Spielen an einem Freitagabend ungeschlagen sind.

Nach dem Weggang von Torjäger Erling Haaland zu Manchester City ist der BVB schwerer auszurechnen, die Schützen der bislang erzielten zehn Pflichtspieltore verteilen sich auf zehn Spieler. Auch Breitenreiters Bilanz gegen die Schwarz-Gelben bei vier Niederlagen in vier Partien noch deutlich ausbaubar ist, freut er sich auf Freitagabend: "In Dortmund ist es immer ein Erlebnis zu spielen, besonders noch unter Flutlicht. Das macht es nochmal zusätzlich attraktiv." Dabei hofft er auch auf die Unterstützung der Blau-Weißen Anhängerschaft: "Ich hoffe, dass uns viele Fans begleiten werden, das haben sich die Jungs mehr als verdient nach nun drei Siegen in Folge."

Druck verspürt er nicht: "Wir können da ganz befreit aufspielen und ich bin sicher, dass das von der Art und Weise ein ganz anderes Spiel wird, weil dann nicht eine Mannschaft darauf bedacht ist, das Spiel zu zerstören." Auch Dennis Geiger, der Schütze des Siegtreffers gegen Augsburg, freut sich auf die nächste Aufgabe: "Ein Spiel in Dortmund ist immer etwas Besonderes."

Manager Rosen sieht in der aktuellen Situation eine Parallele zur Vorsaison, als sich die TSG viel Lob erwarb: "Wir haben uns jetzt wieder in eine gute Ausgangssituation gebracht. In einer vergleichbaren Situation waren wir auch im vergangenen März, als am 26. Spieltag der FC Bayern zu uns kam und wir als Tabellenvierter dem Spitzenreiter einen offenen Schlagabtausch lieferten. Das 1:1 war ein super Spiel, bei dem durchaus mehr Tore hätten fallen können und das bundesweite Anerkennung fand."

Ob sich diese bundesweite Anerkennung wiederholt, hängt sicherlich von vielen Faktoren im Dortmunder Hexenkessel ab. Fakt ist: In der aktuellen Form ist den Nordbadenern einiges zuzutrauen, auch ein Auswärtssieg vor über 80.000 lautstarken, euphorischen Fans, die nicht all zu viele Sympathien zum nächsten Gast pflegen. Hoffenheims Abwehrchef Kevin Vogt gibt die Marschroute vor: "Wir wollen ein attraktives Spiel liefern und wir fahren dort hin, um zu gewinnen, nichts anderes!"

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 02 September 2022

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