Mittwoch, 01. Februar 2023

Die TSG Hoffenheim beendet Auswärtsfluch beim VfL Wolfsburg

erstellt am Sonntag, 20 Februar 2022
Andrej Kramaric erzielte den 1:2 Siegtreffer für die TSG Hoffenheim. Andrej Kramaric erzielte den 1:2 Siegtreffer für die TSG Hoffenheim. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Die TSG Hoffenheim hat ihren Auswärtsfluch beim VfL Wolfsburg beendet und mit einem 2:1-Sieg am 23. Spieltag sich zumindest bis Sonntag auf den 4. Tabellenplatz vorgearbeitet.

In einer abwechslungsreichen und interessanten Bundesligapartie gingen die Gastgeber, die zuletzt zwei Siege in Folge landeten, durch Wind in Führung (36.), ehe Bruun Larsen (74.) und Kramaric (78.) die Partie zu Gunsten der Kraichgauer wenden konnten. Wolfsburg war in der ersten Hälfte das bessere Team, Hoffenheim zeigte sich in den zweiten 45 Minuten deutlich engagierter und effektiver.

Eine entscheidende Szene spielte sich 20 Minuten vor dem Ende ab, als der Wolfsburger Roussillon eine doppelte Großchance zum womöglich vorentscheidenden 2:0 nicht verwerten konnte und die Gäste postwendend durch Bruun Larsen zum Ausgleich kamen (73.). Am Ende konnten sich die Gäste bei ihrem Torhüter Baumann bedanken, der mit zwei Glanzparaden den vierten Saison-Auswärtserfolg fest hielt. Die Freude bei den Hoffenheimern war nach dem Abpfiff groß, schließlich gab es in den vergangenen neun Jahren kein einziges Erfolgserlebnis in der Autostadt.

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß hatte mit seiner Vorhersage recht: "Es treffen zwei Teams aufeinander, die gewillt sind, nach vorn zu spielen. Das spricht für eine attraktive Partie." Die sollte es auch werden. Die erste Torchance hatten die Gäste: Nach einem Freistoß von Raum kam Bebou aus 12 Metern zum Torschuss, doch Wolfsburgs Arnold rettete auf der Torlinie. Wolfsburg war zwar in der Anfangsphase das aktivere Team mit mehr Ballbesitz, aber gegen die gut positionierte Hoffenheimer Hintermannschaft ergaben sich nur wenige Tormöglichkeiten.

Aber auch die TSG tat sich im Spiel nach vorn schwer und fand in der gegnerischen Defensive keine Lücken. Der VfL ging nach 36 Minuten durch den 12 Mio. Euro Neuzugang Wind aus Kopenhagen in Führung. Der 23-jährige Däne zirkelte bei seinem Premierentreffer den Ball aus 14 Metern hoch ins rechte Toreck zum 1:0 (36.). Zusätzliches Pech für die TSG, als kurz vor der Pause Abwehrchef Vogt verletzt vom Feld musste und durch Nordtveit ersetzt wurde (43.).

Im zweiten Abschnitt wurden die Blau-Weißen, nicht zuletzt durch die Systemumstellung auf 4-3-2-1 deutlich stärker und setzten einige vielversprechende Offensivakzente. Die größte Ausgleichschance bot sich Kapitän Hübner, der aus kurzer Distanz eine Raum-Flanke direkt auf VfL-Keeper Casteels köpfte (69.). Auf der anderen Seite vergab Roussillon bei einer Doppelchance die Vorentscheidung (72.), was sich rächen sollte.

In Gemeinschaftsproduktion der eingewechselten Rudy und Kaderabek landete der Ball bei Bruun Larsen, der artistisch per Seitfallzieher den Ball ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich beförderte (74.). Es war bereits das neunte Joker-Tor der Nordbadener in dieser Saison. Wenig später schlug die TSG erneut zu, als der wiedergenesene Kramaric eine Raum-Flanke aus kurzer Distanz mit seinem 4. Saisontreffer zur 2:1-Führung über die Linie drückte (78.).

Wolfsburg, das in der Rückrunde noch ohne Niederlage war, setzte in der Schlussphase noch mal alles auf eine Karte und drängte auf den Ausgleich. Zunächst scheiterte Wind mit einem Kopfball am reaktionsschnellen Baumann (82.) und in der Nachspielzeit entschärfte Hoffenheims starker Keeper einen abgefälschten Schuss von Lacroix (90.+1).

Bruun Larsen, der zum "Man of the match" gewählt wurde, sagte nach dem Abpfiff: "Es war das erwartet schwierige Spiel, in dem wir gut gekämpft haben und an uns geglaubt haben. Bei meinem Tor bin ich meinem Instinkt gefolgt. Hut ab, so sollten wir weiter machen. Über die Tabelle sprechen wir nach der Saison." TSG-Trainer Hoeneß: "Die Wechsel haben heute einfach gepasst. Wir haben das Spiel innerhalb kürzester Zeit gedreht und dann mit Leidenschaft die Führung verteidigt. Heute hatten wir das nötige Quäntchen Glück. Es war ein Sieg der Moral, den wir gern mitnehmen. Ich bin stolz auf die Jungs."


VfL Wolfsburg: Casteels - Lacroix, Bornauw (83. F. Nmecha), Brooks - Baku, Arnold, Vranckx (64. Gerhardt), Roussillon (90. +2 Bialek) - Philipp (64. Lukebakio), Kruse - Wind
TSG Hoffenheim: Baumann - Posch (70. Bruun Larsen), Vogt (43. Nordtveit), Hübner - Bebou, Samassékou (70. Rudy), Raum - Kramaric, Baumgartner - Dabbur (46. Kaderabek), Rutter (86. Akpoguma)

Tore: 1:0 Wind (36.), 1:1 Bruun Larsen (74.), 1:2 Kramaric (78.)
Zuschauer: 10.000
Schiedsrichter: Zwayer

 

 

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