Dienstag, 18. Januar 2022

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeness: "Wir wollen vor der Länderspielpause beim VfL Bochum noch nachlegen."

erstellt am Freitag, 05 November 2021
Jacob Bruun Larsen (Hoffenheim) am Ball. Jacob Bruun Larsen (Hoffenheim) am Ball. Foto: Siegfried Lörz

sport-kurier. Mit drei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage zählt die TSG Hoffenheim nach zehn Spieltagen zu den heimstärkeren Bundesligisten.

Zuletzt gab es inklusive DFB-Pokal vier Heimsiege in Folge mit einem Torverhältnis von 15:2. In der Ferne sieht dies etwas anders aus: Nach dem 4:0-Saisonauftaktsieg in Augsburg warten die Nordbadener weiterhin auf ein Erfolgserlebnis, nachdem sie zuletzt aus vier Auswärtsspielen nur einen Zähler holen konnten.

Am letzten Spieltag gab es beim 0:4 in München die bislang höchste Saisonniederlage. Am Samstag um 15.30 Uhr soll nun bei Aufsteiger VfL Bochum ein weiterer Versuch gestartet werden. TSG-Trainer Sebastian Hoeneß: "Wir müssen hellwach sein. Bochum wird zu Hause loslegen wie die Feuerwehr. Bochum ist eine unangenehme Mannschaft, vor allem zu Hause. Wir wollen unser Spiel durchdrücken und nicht viele Momente aufkommen lassen, in denen die Fans das Team pushen können. Wir wollen dominant auftreten und diszipliniert verteidigen."

Hoffenheims dänischer Nationalspieler Jacob Bruun Larsen freut sich auf das Spiel: "Uns erwartet ein kompaktes Stadion in Bochum. In der Jugend habe ich mit dem BVB oft gegen den VfL gespielt. Wenn unsere Einstellung und unsere Vorbereitung stimmen, ist es eigentlich egal, ob wir zu Hause oder auswärts spielen. Es ist am Ende auch ein geiles Gefühl, wenn du so einen guten Auftritt hingelegt hast, dass du auswärts ausgepfiffen wirst. Das kann einen Spieler auch motivieren."

Vor der bevorstehenden dritten Länderspielpause der Saison geht es für beide Mannschaften um eine wichtige Standortbestimmung. Während die Blau-Weißen von der Castroper Straße bei einer Niederlage direkt in die Abstiegszone rutschen können, bietet sich den Blau-Weißen aus dem Kraichgau, die große Chance mit einem Auswärtssieg in die vordere Tabellenregion vorzustoßen. Dass dies jedoch beim traditionsreichen Ruhrpottklub kein leichtes Unterfangen wird, verdeutlicht die Tatsache, dass die Gastgeber bislang in drei ihrer vier Heimspiele ohne Gegentor blieben.

Was das Defensivverhalten anbelangt, teilen sich beide Mannschaften mit jeweils vier Partien ohne Gegentreffer den aktuellen Liga-Bestwert. Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass am Wochenende das fünfte Aufeinandertreffen in der Bundesliga zur Nullnummer wird, zumal im Durchschnitt bei jeweils zwei Siegen 3,25 Tore fielen.

Für die Hoffenheimer Fans dürfte sich schon allein wegen der tollen Stadionatmosphäre die Reise ins Ruhrgebiet lohnen. Das kleine, enge Bochumer Ruhrstadion an der Castroper Straße 145 ist etwas außergewöhnliches. In der Betonschüssel, in der der VfL im Jahr 1971 sein erstes Bundesligaspiel austrug und die 27.599 Zuschauern Platz bietet, ist die Stimmung vor vollen Rängen etwas besonderes. Spätestens, wenn vor Spielbeginn die inoffizielle Stadt- und Vereinshymne von Herbert Grönemeyer aus den Lautsprechern ertönt und die Fans in der Ostkurve lautstark mitsingen, ist Gänsehautatmosphäre garantiert. Dabei kommt im Liedtext die Verbundenheit zur Heimat Ruhrgebiet mehrfach zum Ausdruck: "Bochum, ich komm' aus dir! Bochum, ich häng' an dir!" Was dem FC Liverpool und Celtic Glasgow sein "You'll never walk alone" ist, ist dem VfL sein "Bochum".

Nach einer außergewöhnlichen ersten Saison als Bundesligatrainer mit zahlreichen Störfaktoren konnte TSG-Coach Hoeneß bislang ohne allzu große Personalsorgen auskommen. Auch wenn einige Langzeitverletzte zu beklagen sind, so konnte der 39-Jährige meist aus einem großen Spielerkader aus dem Vollen schöpfen.

Hoeneß: "Es geht in die richtige Richtung. Es ist extrem wichtig, eine Stabilität zu entwickeln und bis zum Hinrunden-Abschluss weiterhin zu punkten. Unser Prozess ist im vollen Gang." Angesichts der letzten Resultate wirkt der gebürtige Münchner fürs Wochenende zuversichtlich: "Wir wollen vor der Länderspielpause auch in Bochum noch nachlegen." Dabei könnte TSG-Torjäger Andrej Kramaric die Hunderter-Marke knacken, nachdem er zuletzt gegen Berlin sein 99. Pflichtspieltor für die Kraichgauer erzielt hatte.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 05 November 2021

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