Sonntag, 19. September 2021

FSV Mainz 05 düpiert die TSG Hoffenheim ++ Enttäuschende 0:2 Niederlage ++ Erneut kein großes Zuschauerinteresse

erstellt am Sonntag, 12 September 2021
Mainz-Keeper Zentner hielt seinen Kasten gegen die TSG sauber. Mainz-Keeper Zentner hielt seinen Kasten gegen die TSG sauber. Archiv-Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Vier Punkte aus den ersten vier Bundesliga-Spieltagen sind nicht gerade der Maßstab, den sich die TSG Hoffenheim vor ihrer zwölften Erstligasaison gesetzt hatte.

Die 0:2-Niederlage der Kraichgauer gegen den FSV Mainz 05 beendete die Serie von saisonübergreifend fünf ungeschlagenen Heimspielen.

Für die Mainzer war es der vierte Sieg im sechsten Bundesligaspiel und zugleich der sechste Auswärtssieg und dritte Auswärtserfolg in Serie in Sinsheim. Vor der enttäuschenden Kulisse von nur 8.427 Zuschauern (erlaubt waren etwas mehr als 15.000 Besucher) enttäuschten die Gastgeber unter den Augen von Bundestrainer Hansi Flick über die gesamte Spielzeit. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß ließ spielerische Aspekte, Torgefährlichkeit und Offensivpower weitgehend vermissen.

Nach anfänglichem Abtasten und viel Mittelfeldgeplänkel hatten die Gäste die erste Großchance durch einen 18-Meter-Freistoß von Jeremiah St. Juste, den Keeper Oliver Baumann gerade noch mit den Fingerspitzen zur Ecke abwehren konnte (18.). Drei Minuten später war Hoffenheims Nummer 1 jedoch machtlos. Nach einem unnötigen Fehlpass von Hoffenheims Jakob Bruun Larsen landete der Ball bei Dominik Kohr, der weiterleitete auf Jonathan Burkhardt, der unhaltbar ins lange Eck zur Mainzer 1:0-Führung traf (21.).

Die Führung war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient, denn die 05er agierten bis dahin gefährlicher und aktiver. Wiederum nur drei Minuten später ergab sich die erste erwähnenswerte Toraktion der Gastgeber: Bruun Larsen setzte sich über die rechte Seite durch, doch sein Flachschuss ging um Zentimeter am kurzen Eck vorbei ans Außennetz (24.). Die Kraichgauer fanden nun besser ins Spiel, allerdings wirkten die Mainzer in den Zweikämpfen bissiger und oftmals einen Schritt schneller. Bis zur Halbzeitpause tat sich wenig vor beiden Toren und so blieb es bei der knappen Führung für die giftigeren und quirligeren Rheinhessen.

Beide Mannschaften gingen zu Beginn der zweiten Hälfte engagiert und offensiv zu Werke. In der 51. Minute kam Leandro Barreiro Martins aus 16 Metern frei zum Torschuss, doch Baumann konnte den unplatzierten Schuss mit beiden Fäusten abwehren. Auf der anderen Seite wurde ein Kopfball von Bruun Larsen aus kurzer Distanz zur Ecke abgewehrt (54.). Das Spiel verflachte danach etwas, ehe der selbsternannte Karnevalsverein in der 77. Minute durch eine Co-Produktion von zwei nur eine Minute zuvor eingewechselten Akteuren mit dem zweiten Treffer für die Vorentscheidung sorgte.

Bei einem Konter über die rechte Seite enteilte Anton Stach dem ebenfalls eingewechselten Munas Dabbur, sein Querpass in die Strafraummitte landete beim Dänen Marcus Ingvartsen, der aus 12 Metern mit links ins rechte untere Eck zum 0:2 traf. Im restlichen Spielverlauf neutralisierten sich beide Teams weitgehend, aber klare Torchancen gab keine mehr. Auch nicht von Hoffenheims Torgarant Andrej Kramaric, der zwar stets bemüht war, rackerte und mit die meisten Kilometer herunter spulte, aber im Abschluss blieb auch der Kroate erfolglos und wartet noch immer auf seinen ersten Saisontreffer.

Während bereits nach 80 Minuten die ersten Südkurvenfans und auch der Bundestrainer sich auf den Heimweg machten, skandierten ca. 1.300 rot-weißen Gästefans lautstark den dritten "Auswärtssieg" in Folge in Sinsheim. Während sich die Mainzer in der oberen Tabellenhälfte etabliert haben, hinken die Kraichgauer mit nur vier Punkten aus vier Partien ihren Erwartungen und Ansprüchen hinterher.

Selbstkritisch sagte Hoffenheims Christoph Baumgartner: "Es war heute zu wenig, wir haben uns keine einzige gute Torchance herausgespielt. Wir haben den Kampf nicht angenommen, Mainz arbeitet Fußball überragend im positivsten Sinne. Sie sind brutal intensiv unterwegs, fighten um jeden Ball, da waren wir nicht bereit, obwohl wir das ganz klar vorher angesprochen haben. Wir waren zu langsam im Ballbesitz, sind gar nicht in die Tiefe gekommen, wie wir es uns vorgenommen haben." Am nächsten Spieltag gastiert die Hoeneß-Truppe am Samstag, den 18. September um 15.30 Uhr bei Arminia Bielefeld.


TSG Hoffenheim: Baumann - Posch (46. Kaderabek), Vogt, Richards, Raum - Rudy (58. Grillitsch), Geiger (73. Dabbur) - Bruun Larsen (73. Skov), Kramari?, Gacinovic (46. Baumgartner) - Rutter
FSV Mainz 05: Zentner - Niakhate (33. Hack), Bell, St. Juste - Widmer, Boetius (76. Stach), Kohr, Barreiro (76. Lee), Lucoqui - Onisiwo (60. Szalai), Burkardt (76. Ingvartsen)

Tore: 0:1 Burkardt (21.), 0:2 Ingvartsen (77.)
Schiedsrichter: Marco Fritz
Zuschauer: 8.427

Letzte Änderung am Sonntag, 12 September 2021

1. Bundesliga