Dienstag, 22. Juni 2021

Revanche für die 4:0 Klatsche aus dem Hinspiel nehmen

erstellt am Donnerstag, 06 Mai 2021
Archivbild: Spoielzeit 2019-2020. TSG Hoffenheim-FC Schalke 04. Archivbild: Spoielzeit 2019-2020. TSG Hoffenheim-FC Schalke 04. Bild:Siegfried Lörz.

sport-kurier. Noch drei Spieltage, dann endet die Bundesliga-Saison 2020/21, die aufgrund der Corona-Pandemie als eine der außergewöhnlichsten Spielzeiten in die Geschichte eingehen wird.

Während die Meisterschaft höchstwahrscheinlich bereits am Wochenende zum neunten Mal in Folge an den FC Bayern geht und der FC Schalke 04 bereits als 145. Bundesligaabsteiger feststeht, ist besonders der Abstiegskampf hartumkämpft.

Die TSG Hoffenheim möchte am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Heimsieg über die Königsblauen bei deren Abschiedstournee den endgültigen Klassenerhalt festmachen. Mit den dann erzielten 39 Punkten dürfte für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß anschließend, gegen die noch um den Klassenerhalt ringenden Bielefelder und Herthaner nichts mehr anbrennen lassen. Die Kraichgauer haben nach der überraschenden 0:4-Hinspielpleite in der Veltins-Arena noch eine Rechnung offen. Die zugleich höchste Pflichtspielniederlage für Hoeneß als TSG-Trainer war für S04 zugleich der erste Saisonsieg und zudem der erste Dreier nach zuvor 30 sieglosen Bundesliga-Spielen.

Für einen erneuten Schalker Sieg spricht herzlich wenig, zumal der Traditionsverein aus dem Westen nach wie vor noch ohne Auswärtssieg ist und bei seinen bislang zwölf Gastspielen in Sinsheim nur einmal in der Saison 2015/16 mit einem 4:1-Erfolg als Sieger vom Platz ging. Zudem müssen die Gäste am Wochenende auf die gesperrten Thiaw, Stambouli und Sané sowie auf William verzichten, der sich im Training einen Kreuzbandriss zuzog.

Für die Schalker, die in dieser Woche ihr 117-jähriges Bestehen feiern, ist der Abstieg ganz besonders schmerzhaft. Nach dem Saisonabpfiff am 22. Mai werden die Knappen nach 111 Spieltagen als Tabellenschlusslicht einen historischen Bundesliga-Rekord aufstellen. Viele Fußballfans stellen sich die Frage, wie es so weit kommen konnte, zumal S04 vor drei Jahren noch die Vizemeisterschaft feierte. Nach einer katastrophalen Personalpolitik, fünf verschiedenen Cheftrainern in dieser Saison, zwei Vorständen, die ihren Rücktritt erklärten, einer finanziellen Schieflage mit 217 Millionen Euro Verbindlichkeiten und internen Streitereien musste es soweit kommen.

21 Saisonniederlagen sowie die magere Ausbeute von 13 Punkten nach 30 Spieltagen sind ein außergewöhnlicher Negativrekord. Ob es die Königsblauen nach einem Zwangsjahr Zweitklassigkeit als 143. direkter Aufsteiger zurück in die Eliteliga schaffen, darf bezweifelt werden. Es gibt genügend Beispiele von Traditionsvereinen, bei denen der Abwärtstrend nicht gebremst werden konnte. Zu wünschen ist dies den Schalkern nicht, schon allein wegen ihrer außergewöhnlichen Fankultur und den bundesweit zahlreichen Anhängern.

Personell wurden bereits einige Entscheidungen für die neue Saison getroffen: Rouven Schröder wird neuer Sportdirektor, Mathias Schröder fungiert als Direktor für die Knappenschmiede und Entwicklung, Youri Mulder - wie Schröder ein ehemaliger Eurofighter von 1997 - wechselt in den Aufsichtsrat und mit Danny Latza (FSV Mainz) und Simon Terodde (Hamburger SV) wurden zwei ablösefreie Neuzugänge verpflichtet.

Während bei S04 Negativrekorde vorherrschen, strebt bei der TSG, die seit vier Bundesligaspielen ungeschlagen sind, Torjäger Andrej Kramaric einen persönlichen Rekord an. Ihm fehlt noch ein Treffer, um den Vereinsrekord von Vedad Ibisevic aus der Saison 2008/09 mit 18 Treffern einzustellen. Kramaric über die aktuelle Situation in einem Vereinsinterview: "Wir haben noch drei Spiele zu absolvieren und ich kann meinen persönlichen Torrekord brechen. Ich bin glücklich über die Ausbeute, aber insgesamt nicht vollends zufrieden, da wir alle besser spielen können."

Personell können die Nordbadenern nach der einwöchigen Ligapause wieder auf die genesenen Stefan Posch, Chris Richards, Kevin Vogt, Sebastian Rudy, Kevin Akpoguma, Marco John und Mijat Gacinovic zurückgreifen. Demgegenüber ist für Munas Dabbur und Harvard Nordtveit die Saison beendet. Während der 28-jährige Dabbur wegen privater Probleme in Zusammenhang mit der Aufenthaltsgenehmigung seiner Frau in seine israelische Heimat reiste, verabschiedete sich der 30-jährige Nordtveit in Richtung norwegische Heimat. Hoffenheims "Wikinger" plagen schon länger Fußprobleme, die nun unbedingte Ruhe benötigen. Es bleibt in diesen Tagen noch abzuwarten, ob weitere Spieler beim speziellen Quarantäne-Endspurt der Bundesligisten fehlen werden.

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 06 Mai 2021

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