Freitag, 07. Mai 2021

Kann die TSG Hoffenheim den Abwärtstrend stoppen? ++ Bayer Leverkusen am Montagabend zu Gast

erstellt am Freitag, 09 April 2021
Sebastian Rudy steht vor seinem 250. Bundesligaeinsatz. Sebastian Rudy steht vor seinem 250. Bundesligaeinsatz. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. In der letzten Partie des 28. Bundesliga-Spieltages empfängt die TSG Hoffenheim am Montagabend (20.30 Uhr) das Team von Bayer 04 Leverkusen.

Nach drei Niederlagen in Folge sind die Kraichgauer auf Tabellenplatz 12 zurückgefallen und haben nur noch sieben Punkte Abstand zu einem direkten Abstiegsplatz. Auch wenn deshalb sieben Spieltage vor Saisonende (noch) keine Unruhe im TSG-Lager aufkommt, so waren die zuletzt gezeigten Leistungen der Hoeneß-Truppe mehr als enttäuschend.

In den nächsten Partien geht es gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel anspruchsvoll weiter. Den Anfang macht zu ungewohnter Spielzeit am Montagabend das Werksteam aus Leverkusen, das sich auf Tabellenplatz 6 hinter den punktgleichen Dortmundern unbedingt für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren möchte. Da der Rückstand zum Champions-League-Platz bereits auf sieben Punkte angewachsen ist, hat Sportdirektor Simon Rolfes das Saisonziel neu definiert: "Wir sind als derzeitiger Tabellen-Sechster auf einem Europa-League-Rang, und den wollen wir mindestens verteidigen."

Sieben Mal gelang es dem Bayer-Team bereits, in Sinsheim Auswärtssiege zu landen, wenngleich die letzten beiden Partien zu Gunsten der Gastgeber gingen. Allgemein gelten Spiele zwischen der TSG und Bayer 04 als besonders torreich. Vier der letzten sechs Bundesliga-Duelle endeten mit einem 4:1-Sieg, wobei jedes Team zwei Siege in dieser Höhe für sich verbuchen konnte. Mit diesem Ergebnis im Hinspiel übernahm Leverkusen nach dem 11. Spieltag sogar die Tabellenführung. Sebastian Rudy, der vor seinem 250. Bundesliga-Einsatz steht und seine Mannschaftskollegen wollen sich hierfür revanchieren und gegen die ehemaligen Mitspieler Kerem Demirbay und Nadiem Amiri, die jetzt in Leverkusen unter Vertrag stehen, kein zweites Mal in Folge als Verlierer vom Platz gehen.

Der wegen einer Sprunggelenkverletzung noch nicht einsatzfähige Torjäger Andrej Kramaric sagte in einem TSG-Interview über die aktuelle Situation: "Wir haben noch sieben Spiele vor uns und wollen zeigen, wofür wir eigentlich stehen. Natürlich sind wir nicht zufrieden mit den Ergebnissen und den Leistungen. Das ist nicht unser Anspruch." Über Gegner Leverkusen fand er lobende Worte: "Sie sind sehr gut besetzt und haben eine hohe individuelle Qualität. Das zieht sich durch alle Mannschaftsteile. In diesem Jahr haben sie nicht immer die gewünschten Ergebnisse erlangen können. Das hat mich überrascht, weil sie eigentlich zu den besten Teams der Liga gehören."

Auch für die Rheinländer lief es im Jahr 2021 nicht wunschgemäß. Nach einer anhaltenden Talfahrt in der Rückrunde zogen die Verantwortlichen die Reißleine und trennten sich vorzeitig von Trainer Peter Bosz. Als Nachfolger wurde vorübergehend Hannes Wolf verpflichtet, als Co-Trainer kehrte Peter Hermann zurück, der zuletzt Co-Trainer der U19-Nationalmannschaft und zuvor schon 29 Jahre für Leverkusen tätig war. Wolf wurde als U18-Nationaltrainer vom DFB für den Rest der Saison ausgeliehen, ein langfristiges Engagement ist denkbar.

Nach einer Niederlagenserie rechtfertigte Sport-Geschäftsführer Rudy Völler den Trainerwechsel: "Leider ist unsere Mannschaft zuletzt immer wieder in dieselben Muster verfallen. Wir haben es nicht geschafft, die sich wiederholenden Fehler abzustellen und in die Erfolgsspur zurückzukehren". Mit einem derart sportlichen Rückschlag hatte man unterm ambitionierten Bayer-Kreuz nicht gerechnet: Mitte Dezember war man noch Tabellenführer, danach folgten im Kalenderjahr 2021 zehn Niederlagen in 17 Pflichtspielen.

In der Europa League scheiterte der Werksklub am Schweizer Meister Young Boys Bern, im DFB-Pokal am Regionalligisten Rot-Weiss Essen. Unter dem neuen Trainer Wolf konnten die Rheinländer am vergangenen Spieltag mit einem 2:1-Sieg über Schlusslicht FC Schalke 04 ihre Negativserie beenden und wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Auch wenn dieser Sieg noch wenig aussagekräftig ist, dürfte das Duell der zuletzt kriselnden Teams aus Hoffenheim und Leverkusen einen interessanten, richtungsweisenden Verlauf nehmen. Eines ist jedoch Fakt: Wenn die Hoeneß-Truppe keine deutlichere Leistungssteigerung als zuletzt gegen Mainz und Augsburg an den Tag legt, werden sie von der Werkself die nächste bittere Pille verabreicht bekommen.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 09 April 2021

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