Freitag, 26. Februar 2021

Europa League: TSG Hoffenheim ist gegen den norwegischen Vizemeister Molde FK in der Favoritenrolle

erstellt am Mittwoch, 17 Februar 2021
Der Norweger Havard Nordtveit tritt zum ersten Mal nach 17 Jahren gegen seine Landsleute an. Der Norweger Havard Nordtveit tritt zum ersten Mal nach 17 Jahren gegen seine Landsleute an. Bild: Siegfried Lörz Kraichgaufoto

sport-kurier. Die TSG Hoffenheim trifft am Donnerstag (21 Uhr) im Sechzehntelfinale der Europa League im spanischen Villarreal auf den norwegischen Vizemeister Molde FK.

Für die Kraichgauer ist es die erste Teilnahme in der Vereinsgeschichte an einer europäischen K.o.-Runde. Das Los für die Zwischenrunde bescherte der TSG keinen der namhaften, klangvollen Namen des europäischen Vereinswettbewerbs, sondern eher einen unbekannten, dafür sportlich lösbaren Gegner. Havard Nordtveit war zunächst der einzige TSG-Profi, der über die Auslosung besonders glücklich war: "Ich freue mich total auf die Partie in Molde, weil ich zum ersten Mal, nachdem ich mit 17 Jahren Norwegen verlassen habe, gegen Landsleute antrete. Es macht mich stolz, dass ich das erlebe und meinen Mitspielern meine Heimat zeigen kann."

Die Vorfreude erhielt jedoch einen herben Rückschlag, da kurzfristig das Auswärtsspiel anstatt im heimischen Aker-Stadion mit einer Kapazität von 11.800 Plätze nun im spanischen Villarreal ausgetragen werden muss. Da aufgrund der Corona-Pandemie seit Ende Januar die norwegischen Grenzen dicht sind, mussten die Gastgeber sich nach einer Alternative umschauen und wurden in Spanien fündig.

Nordtveit, der 52 Länderspiele für Norwegen absolvierte, findet durchweg lobende Worte über den kommenden Gegner, der im vergangenen Jahr in der Qualifikation zur Champions League in den Playoffs nur knapp an Ferencváros Budapest scheiterte und sich zuletzt in der Gruppenphase hinter dem FC Arsenal als Zweiter für die Europa League-Endrunde qualifiziert hat: "Molde ist eine robuste und spielerisch starke Mannschaft. Das Team kann gut Fußball spielen und gilt als eines der Besten in Norwegen."

Die aktuellen Voraussetzungen sind für beide Mannschaften sehr ungleich. Während die Kraichgauer mitten im Saison-Spielrhythmus sind, befinden sich die Nordeuropäer seit Januar in der Saisonvorbereitung, wo sie bereits einige Testspiele absolviert haben. Da sich die norwegische Liga traditionell am Kalenderjahr orientiert, startet die Saison in diesem Jahr anstatt Anfang Februar erst am 5. April. Das letzte Pflichtspiel bestritt Molde am 10. Dezember, am sechsten Spieltag der Gruppenphase.

Auch in der Liga kann die Mannschaft auf eine durchaus erfolgreiche Saison zurückblicken. Am Ende belegte Molde hinter FK Bodø/Glimt den zweiten Rang. Am Saisonende verlor der Vizemeister mit Vereinslegende Mattias Moström und Torjäger Leke James zwei Leistungsträger. Doch die beiden waren nicht die einzigen Top-Spieler, die der Verein hervorbrachte. So spielte Dortmunds Top-Torjäger Erling Haaland von 2017 bis 2018 für die Blau-Weißen, ebenso Ole Gunnar Solskjær von 1994 bis 1996, ehe er als Spieler elf Jahre lang für Manchester United aktiv war und dann seit 2018 als Trainer für den englischen Traditionsverein tätig ist. Solskjær feierte als Molde-Trainer zwischen 2011 und 2013 zwei Meistertitel. Aktuell wird der 1911 gegründete Verein von Erling Moe trainiert, der Molde FK 2019 zur Meisterschaft führte.

Der 50-Jährige bevorzugt ein 4-2-3-1-System, bei dem Mittelfeldspieler Magnus Wolff Eikrem Dreh- und Angelpunkt ist. Für Nordtveit ist er der beste Spieler in Norwegen und könnte in jeder europäischen Mannschaft mitspielen. Ansonsten gibt es keine großen Namen im Team, das vielmehr als Kollektiv erfolgreich ist. Der Bundesligist geht zwar als klarer Favorit an den Start, doch fordert TSG-Profi Pavel Kaderabek eine konzentrierte und ähnlich starke Leistung wie zuletzt beim 2:2 in Dortmund.

Ob die Nordbadener dabei wieder auf ihren Torjäger Andrej Kramaric zurückgreifen können ist noch sehr fraglich. Der Kroate konnte wegen einer Sprunggelenkverletzung am letzten Bundesligaspieltag nicht auflaufen und auch am Dienstag nicht am Training teilnehmen. Für TSG-Stürmer Munas Dabbur heißt es jetzt in der K.o.-Phase nur noch: "Alles oder nichts - verlieren verboten!" Der Israeli möchte auch seinen Beitrag dazu leisten, den er kurz und treffend formuliert: "Zeit, um Geschichte zu schreiben!"

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 17 Februar 2021

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