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Stellt der FC Schalke gegen die TSG Hoffenheim den Negativrekord von Tasmania Berlin ein?

erstellt am Donnerstag, 07 Januar 2021
Szene aus der Saison 2019/2020. TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Schalke 04v. li. im Zweikampf Stefan Posch (Hoffenheim) und Rabbi Matondo (Schalke 04). Szene aus der Saison 2019/2020. TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Schalke 04v. li. im Zweikampf Stefan Posch (Hoffenheim) und Rabbi Matondo (Schalke 04). Bild: Siegfried Lörz Kraichgaufoto

sport-kurier. Am 15. Bundesligaspieltag gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) bei Tabellenschlusslicht FC Schalke 04.

Nach der 1:3-Heimniederlage zum Jahresauftakt gegen den SC Freiburg und dem Pokal-Aus gegen die SpVgg Greuther Fürth kommt der Tabellendreizehnte zunehmend unter Zugzwang.

15 Punkte bei nur vier Saisonsiegen ist nicht der Anspruch der Kraichgauer. Mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben im Januar mit den Spielen gegen Schalke 04, Arminia Bielefeld, Hertha BSC Berlin und 1. FC Köln kommt jedoch im Blau-Weißen Umfeld die Hoffnung auf, dass es tabellarisch wieder weiter nach oben gehen könnte. Wenn nicht gegen die Mannschaften aus den Abstiegsregionen gepunktet wird, gegen wen sonst, könnte man meinen.

Rein statistisch gesehen kommen da die noch immer sieglosen Königsblauen, gegen die man in den letzten vier Duellen ungeschlagen blieb, als Aufbaugegner gerade recht. S04 ist seit 30 Spielen sieglos und würde bei einer erneuten Niederlage gegen die TSG den ewigen Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Spielzeit 1965/66 einstellen.

Mit 39 Gegentreffern ist das Team aus dem Ruhrpott aktuell die Schießbude der Liga. Die Vorzeichen im Duell der beiden einzigen Bundesligisten, die im bisherigen Saisonverlauf noch nicht zu null spielten, sprechen eigentlich eindeutig für die Gäste. Doch Vorsicht ist geboten, Schalke ist ein angeschlagener Boxer, der zwar schon bedenklich wankt, aber noch lange nicht K.o. gegangen ist. Der hochverschuldete Traditionsverein sehnt sich nach dem Befreiungsschlag, hofft mit dem ersten Saisonsieg die große Wende herbeizuführen.

Die Hoffnungen im Team des neuen Trainers Christian Gross sind dabei eng verbunden mit der Rückkehr von Sead Kolasinac, der von Arsenal London ausgeliehen wurde. Der Bosnier versprühte nach dreieinhalbjähriger Abstinenz bei seiner Vorstellung Anfang der Woche bereits Aufbruchstimmung, indem er unmissverständlich zum Ausdruck brachte, dass er "Präsenz zeigen und Verantwortung übernehmen wolle, damit der Klassenerhalt noch geschafft werden kann".

 

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß steht gegen den FC Schalke 04 ebenfalls unter Druck. Die Ergebnisse in der Liga sind nicht zufriedenstellend. Bild: Marc Schüler Sportpics.

Auch wenn Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß nach zuletzt nur zwei Siegen in zwölf Ligaspielen zunehmend unter Ergebnisdruck kommt, sieht er, zumindest nach außen hin, gelassen auf die bevorstehende Aufgabe in Gelsenkirchen: "Die Situation auf Schalke ist für die TSG irrelevant. Wir sind gut beraten, auf uns zu schauen". Aufgrund der überdurchschnittlich großen personellen und sportlichen Rückschläge bedingt durch Corona-Infektionen, vielen Verletzungen sowie der Dreifachbelastung lässt sich der gebürtige Münchner in seinem ersten Profijahr als Trainer nicht den Optimismus nehmen.

"Ich fokussiere mich voll auf uns, um uns bis Samstag so zu festigen, damit wir dieses Spiel gewinnen. Mit Qualität und Stabilität, nicht mit Ankündigungen", sagt Hoeneß vorausblickend auf die nächste Aufgabe. Der Hoffe-Coach wünscht sich neben mehr Stabilität vor allem deutlich weniger Gegentore: "Wir müssen uns sensibilisieren und fokussieren, konzentrierter in die Spiele zu gehen. Wir kassieren oft das erste Tor im Spiel". Dass seine Mannschaft bei weiterhin ausbleibendem Erfolg womöglich noch in den Abstiegskampf rutschen könnte, glaubt der 38-Jährige bei realistischer Einschätzung der aktuellen Situation nicht: "Das ist kein Thema, dafür sind wir noch viel zu früh in der Saison".

Personell müssen die Hoffenheimer "Auf Schalke" neben den Langzeitverletzten Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic und Konstantinos Stafylidis noch auf Kevin Akpoguma (Muskel- und Sehnenverletzung am Oberschenkel), Sebastian Rudy (Innenbanddehnung im Knie) und Dennis Geiger (Sehnendehnung am Oberschenkel) sowie wegen Trainingsrückstand auf Florian Grillitsch, Pavel Kaderabek und Havard Nordtveith verzichten.

Am Samstag steht für beide Mannschaften viel auf dem Spiel. Schalke hofft mit einem Heimsieg den Negativlauf zu stoppen und wieder näher ans rettende Ufer zu gelangen, während es für die favorisierten Hoffenheimer bei einer weiteren Niederlage beim Tabellenletzten es richtig ungemütlich werden kann.

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 07 Januar 2021