Freitag, 27. November 2020

Nach 2:0-Europa League-Sieg geht es für die TSG Hoffenheim zu Werder Bremen

erstellt am Freitag, 23 Oktober 2020
Hoffenheims Torjäger Andrej Kramaric (weiß/am Ball) wird auch gegen Werder Bremen noch nicht spielen dürfen. Hoffenheims Torjäger Andrej Kramaric (weiß/am Ball) wird auch gegen Werder Bremen noch nicht spielen dürfen. Foto: Marc Schüler Sportpics

sport-kurier. Drei Tage nach dem 2:0-Europa League-Auftakterfolg über Roter Stern Belgrad steht für die TSG Hoffenheim der Bundesligaalltag wieder im Vordergrund.

Am 5. Spieltag gastieren die Kraichgauer am Sonntag um 18 Uhr in einem weiteren Bundesliga-Geisterspiel beim SV Werder Bremen. Ein Tabellennachbarschaftsduell zwischen dem Siebten und Achten.

Während die Blau-Weißen aufgrund ihres Europapokalauftritts womöglich noch etwas schwere Beine haben dürften, haben die Hanseaten ganz andere Probleme. Am Mittwoch wurde Werder-Profi Felix Agu positiv auf Corona getestet. Der Linksverteidiger befindet sich jetzt in Quarantäne und zeigt nach Vereinsangaben keine Symptome. Dazu hat das Bremer Gesundheitsamt entschieden, dass auch dessen Kollege Tahith Chong wie auch ein Staff-Mitglied nun 14 Tage in Quarantäne müssen.

Die Vorbereitung auf die Sonntagspartie läuft bei den Norddeutschen alles andere als optimal. So musste unter anderem das Regenerationstraining am Donnerstag abgesagt werden. Den Hoffenheimern ist vor dem letzten Spieltag ähnliches widerfahren. Auf der Länderspielreise haben sich Andrej Kramaric und Kasim Adams mit dem Corona-Virus infiziert, und auch Pavel Kaderabek musste in Quarantäne, da ein Mitglied aus dem familiären Umfeld sich angesteckt hatte. Der dreifache Ausfall wog schwer und war sicherlich mit ausschlaggebend für die erste Saison-Heimspielniederlage gegen Borussia Dortmund.

Die Werderaner haben sich nach einer enttäuschenden letzten Saison, wo sie nur hauchdünn den Abstieg in die Zweitklassigkeit verhindern konnten, inzwischen etwas stabilisiert. Vor allem die zuvor arg gescholtene Defensive steht nicht mehr in der Kritik, da man in den letzten drei Partien nur zwei Gegentreffer kassierte. Die aktuelle Entwicklung ist beachtlich. Seit drei Spielen ist Grün-Weiß ungeschlagen und steht mit sieben Punkten in der oberen Tabellenhälfte.

Sicherlich spielte auch der Ausfall von Torgarant Kramaric eine erhebliche Rolle, dass die TSG am vergangenen Samstag bei der 0:1-Heimniederlage gegen den BVB erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg blieb. Die Angriffswucht hat durch den Ausfall des Kroaten einen gewaltigen Rückschlag erlitten. Bei Gegner Bremen ist Stürmer Niclas Füllkrug so eine Art Torgarant. Der Angreifer erzielte zuletzt vier der sechs Bremer Saisontore. Damit hat er schon genauso oft getroffen wie in der gesamten vergangenen Saison, wo er aber auch länger verletzungsbedingt ausgefallen war.

Die Bilanz der Hoffenheimer gegen die Norddeutschen ist sehr positiv. In den vergangen neun Ligaspielen gab es nur eine Niederlage, die vom März 2019 datiert (0:1). Besonders schwach ist die Bremer Heimbilanz gegen die Nordbadener. Seit sechseinhalb Jahren bzw. sechs Spielen konnte man zu Hause nicht mehr gewinnen. Die allgemeine Heimschwäche von saisonübergreifenden 14 sieglosen Partien im Weserstadion konnte gestoppt werden und zwei der letzten drei Heimpartien für sich entschieden werden.

Man darf gespannt sein, mit welcher Frische und Fitness die Gäste nach zwei Bundesliganiederlagen in Folge und dem Europapokalspiel vor drei Tagen an der Weser auflaufen. Besonders motiviert dürfte auf Seiten der Gastgeber Leonardo Bittencourt sein, dessen Ausleihe von Hoffenheim sich durch den Bremer Klassenerhalt in eine Festanstellung versüßt mit einer 6-Millionen-Ablöse gewandelt hat. Der gebürtige Leipziger hat sich zu einer festen, torgefährlichen Größe im zentralen Mittelfeld entwickelt.

Auch Hoffenheims Innenverteidiger Kevin Vogt blickt auf eine Bremer Vergangenheit zurück, wenn auch nur für ein halbes Jahr. Da der ehemalige TSG-Kapitän unter Ex-Trainer Alfred Schreuder nicht mehr gesetzt war, ließ er sich in der vergangenen Rückrunde an Werder ausleihen. Nach seiner Rückkehr hat er sich unter dem neuen Trainer Sebastian Hoeneß wieder in die Stammelf zurückgekämpft, wo er zuletzt mit starken Leistungen aufwarten konnte.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 23 Oktober 2020

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