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"Wir sehen uns trotz der Krise wirtschaftlich gut vorbereitet, aber nicht unendlich", so Hoffenheim-Manager Alexander Rosen

erstellt am Dienstag, 24 März 2020
Hoffenheim-Manager Alexander Rosen Hoffenheim-Manager Alexander Rosen Bild: Siegfried Lörz

sportkurier. Bei der TSG Hoffenheim ruht im Dietmar-Hopp-Sportpark in der Rauenberger Straße in Zuzenhausen

... nach wie vor der Ball, auch wenn es aktuell beim Bundesligisten keinen Infektionsfall zu verzeichnen gibt. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise wurde der Spielbetrieb komplett heruntergefahren.

Seit Dienstag letzter Woche trainiert die Mannschaft individuell. Dies geschieht aber nur unter Einhaltung großer Vorsichts- und Hygienemaßnahmen und betrifft Läufe und Übungen im Kraftraum. "Die Spieler wurden mit Trainingsplänen und Videomaterial versorgt, auch mit einer neuen App. Wir versuchen, die Jungs so gut wie möglich zu trainieren, auch die, die sich im Aufbau befinden. Ein Mannschaftstraining ist derzeit nicht möglich", informierte Hoffenheims Direktor für Profifußball Alexander Rosen am heutigen Dienstag in einer Telefonschalte mit mehreren Medien.

Die Geschäftsstelle ist mit zirka 20 Personen täglich mit einer sehr reduzierten Belegschaft besetzt. Die Geschäftsleitung und die Direktoren sind alle regelmäßig vor Ort, um sich auszutauschen. Zusätzlich finden auch Telefonkonferenzen statt, um sich abzustimmen und auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Aktuell ist auch keine Kurzarbeit in der Geschäftsstelle vorgesehen, auch Gehaltsverzicht ist noch kein Thema.

Zu den finanziellen Folgen für den allgemeinen Profifußball aufgrund der notgedrungenen Corona-Zwangspause konnte und wollte sich Rosen nicht näher äußern und verwies hier eher auf Spekulationen. Für ihn gibt es derzeit zu viele Leute, die sich zu diesen Themen äußern, ohne dies richtig bewerten zu können. Trotz eines möglichen Saisonabbruchs sieht der 40-Jährige die TSG Hoffenheim wirtschaftlich gut vorbereitet: "Wir haben in den vergangenen Jahren sehr besonnen und klug gewirtschaftet, um jetzt für das aktuelle Szenario langfristig gut aufgestellt zu sein - aber nicht unendlich."

Dass die aktuelle wirtschaftliche Situation der Nordbadener zu keinen schlaflosen Nächten führt, verdanken sie ihrer Weitsicht und Besonnenheit. "Wir wurden in der Vergangenheit öfters kritisch befragt, warum wir auf dem Transfermarkt finanziell nicht aktiver waren und die eingenommenen Transfererlöse der letzten Jahre nicht sofort reinvestiert haben. Wir haben stets darauf verwiesen, langfristig und nachhaltig Bundesligafußball zu sichern und auch Verantwortung gegenüber unserer Belegschaft - nicht nur der Profimannschaft gegenüber - zu haben", sagte Rosen zurückblickend.

Nicht zuletzt aufgrund hoher Transfereinnahmen wurden die Kraichgauer zunehmend von Mäzen und Gesellschafter Dietmar Hopp finanziell immer unabhängiger.

Inwiefern sich die Corona-Epidemie auf die weitere Entwicklung auf dem Transfermarkt auswirkt, konnte auch der TSG-Manager nicht sagen: "Die Auswirkungen sind meiner Meinung nach noch nicht abschätzbar. Dies wird davon abhängen, wie die Saison zu Ende gebracht wird oder ob sie überhaupt zu Ende gespielt wird. Dann erst kann man die Folgen abschätzen."

Während andere Profivereine derzeit um ihre Existenz bangen, sieht der gebürtige Augsburger die TSG personell sehr gut aufgestellt: "Wir können uns glücklich schätzen, dass wir nur wenige auslaufende Verträge haben. Wir sind zudem noch mit unseren Leihspielern, die uns theoretisch ab 1. Juli wieder zur Verfügung stehen, plus unseren Akademiespielern sehr gut aufgestellt."

Bis auf die auslaufenden Verträge der beiden Ersatztorhüter Alexander Stolz und Michael Esser läuft noch das Leihgeschäft mit Sebastian Rudy vom FC Schalke 04 am Saisonende aus. Der Mittelfeldspieler hat bereits signalisiert, gerne bei der TSG zu bleiben. Hoffenheim könnte hier von seiner Kaufoption Gebrauch machen.

Für den verheirateten zweifachen Familienvater ist es auch privat eine besondere Situation und große Herausforderung: "Meine Frau ist Lehrerin, die aktuell nicht arbeiten darf. Ich habe ein Kindergartenkind, das nicht in den Kindergarten kann, ein Schulkind, das nicht in die Schule gehen kann. Wie viele andere Menschen haben wir im privaten Umfeld Herausforderungen, Unsicherheiten und viele Fragezeichen, wie und wann es weitergehen kann. Als Familienvater ist es wichtig eine gewisse Zuversicht auszustrahlen."

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 24 März 2020

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