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Das Jahr eins nach Julian Nagelsmann

erstellt am Dienstag, 02 Juli 2019
Trainingsauftakt bei der TSG 1899 Hoffenheim. Trainingsauftakt bei der TSG 1899 Hoffenheim. Bild: BWA

Mit Selbstvertrauen, Ehrgeiz und Mut möchte man ans Ziel kommen

sport-kurier. Die TSG Hoffenheim befindet sich seit vergangenem Wochenende in der Trainingsvorbereitung auf ihre zwölfte Bundesliga-Saison. Mit Applaus wurde beim Auftakt der Nachfolger von Erfolgstrainer Julian Nagelsmann, der bekanntlich zu RB Leipzig wechselte, Alfred Schreuder von rund 350 Fans auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen begrüßt.

Der 46-jährige Niederländer, der bereits unter Huub Stevens und Nagelsmann bei der TSG als Co-Trainer tätig war, fühlte sich an "alter Wirkungsstätte" gleich wie zu Hause: "Ich freue mich natürlich riesig, wieder hier zu sein. Ich fühle mich sehr stark und habe Lust, die Aufgabe hier anzugehen. Ich habe bisher viel Spielfreude gesehen und das ist wichtig."

Schreuder machte gleich deutlich, dass er nicht allzu viel verändern möchte: "An der Art und Weise wie wir spielen wird sich nicht viel ändern. Es ist wichtig, dass die Jungs unglaublich viel Selbstvertrauen und Ehrgeiz zum Gewinnen haben, aber nicht überheblich sind. Und dass sie mutig sind, denn Mut wird oft belohnt. Wir haben eine starke Truppe, und ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen werden."

Links Manager Alexander Rosen, rechts Coach Alfred Schreuder. Bild: BWA

Aktuell umfasst der Spielerkader 31 Profis, was ohne internationale Mehrfachbelastung deutlich zu viel ist. Alexander Rosen, Hoffenheims Direktor für Profifußball, sieht den vorhandenen Kader zwar sehr gut aufgestellt, stellt aber in Aussicht, "dass sich auf dem Transfermarkt noch einiges tun wird". Ziel ist es, den aufgeblähten Kader auf 24 Feldspieler plus 3 Torhüter zu reduzieren.

Was die Abgänge am Saisonende anbelangt, sagte der TSG-Manager: "Wir können stolz sein, 60 Millionen für Spielerabgänge erwirtschaftet zu haben. Dies zeigt, dass der Verein eine gute Adresse ist und längst nicht mehr als ´graue Maus` gesehen wird." Die Kasse konnte zwar kräftig gefüllt werden, jedoch hat man mit den beiden deutschen Nationalspielern Kerem Demirbay (Bayer 04 Leverkusen) und Niko Schulz (Borussia Dortmund) viel spielerische Qualität verloren.

Von den bisher getätigten vier Neuzugängen Ihlas Bebou (Hannover 96), Konstantinos Stafylidis (FC Augsburg), Sargis Adamyan und Torwart Philipp Pentke (beide Jahn Regensburg) kann man (noch) nicht erwarten, dass sie die entstandenen Lücken schließen werden.

Ebenfalls wieder im Kader sind die zurückgekehrten Leihspieler Vincenzo Grifo (SC Freiburg), Havard Nordtveit (FC Fulham), Kevin Akpoguma (Hannover 96), Justin Hoogma (St. Pauli), Robert Zulj (Union Berlin) und Philipp Ochs (Aalborg). Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Rückkehrer wieder verliehen oder gar verkauft wird, falls sich Interessenten auf dem Markt outen. Noch nicht im Training sind aufgrund Länderspieleinsätzen Nadiem Amiri, Kasim Adams, Stefan Posch, Christoph Baumgartner und Steven Zuber.

Einen besonderen Erfolgsdruck aufgrund der erfolgreichen letzten 3 1/2 Jahren unter Vorgänger Nagelsmann sieht der neue Hoffe-Trainer nicht als Belastung: "Die Zeit unter Julian war sehr erfolgreich und natürlich ist die Erwartungshaltung dadurch gestiegen. Auch bei Ajax war die Erwartungshöhe hoch, bei Feyenoord Rotterdam als Spieler vielleicht sogar noch größer. Der Druck aber liegt immer bei einem selber."

Nadiem Amiri könnte nach der U21- Europameisterschaft für andere Clubs noch begehrter sein. Bild: Siegfried Lörz

Fraglich auch, ob die Hoffenheimer ihre begehrten Offensivkräfte Andrej Kramaric und Nadiem Amiri halten können. Beide werden immer wieder trotz bestehendem Vertrag mit anderen Top-Klubs in Verbindung gebracht. Rosen denkt an das Beispiel Firmino, der nach einem Traum-Angebot vom FC Liverpool einst nicht zu halten war: "Absolut ausschließen kann ich das einfach nicht. Aktuell haben wir diese Situation nicht, auch bei keinem der genannten Spieler."

Hoffenheims Stellenwert ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Doch nicht nur die Begehrlichkeiten an den Profis sind deutlich größer geworden, auch die Ablösesummen kletterten gewaltig in die Höhe.

Ob die Blau-Weißen an die Erfolge der Nagelsmann-Ära anknüpfen können ist schwer voraus zu sagen. Um sich wieder für das internationale Geschäft qualifizieren zu können, werden die Verantwortlichen nicht herum kommen, in die gut gefüllte Finanzschatulle zu greifen und den einen oder anderen Top-Spieler an die Elsenz zu transferieren. Denn nach einem weiteren Jahr ohne Europapokalteilnahme werden sicherlich weitere Leistungsträger nach der Saison 2019/20 nicht mehr zu halten sein. Der TSG Hoffenheim steht eine spannende und interessante, aber auch richtungsweisende zwölfte Bundesliga-Saison bevor.

 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 02 Juli 2019

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