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1899 Hoffenheim will sich noch für den internationalen Wettbewerb qualifizieren

erstellt am Mittwoch, 08 Mai 2019
TSG 1899 Hoffenheim vs. 1. FC Nürnberg.  v. li. im Zweikampf Ishak Belfodil (Hoffenheim) und Hanno Behrens (Nürnberg).  TSG 1899 Hoffenheim vs. 1. FC Nürnberg. v. li. im Zweikampf Ishak Belfodil (Hoffenheim) und Hanno Behrens (Nürnberg). Foto: Siegfried Lörz

sport-kurier. Auf einer positiven Note will die TSG 1899 Hoffenheim ihre Spielzeit 2018/19 abschließen.

Dazu gehört vor allem die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb. Und diese ist in greifbarer Nähe. Dank dem DFB-Pokalfinale Bayern München gegen RB Leipzig und der fast sicheren Champions League Qualifikation beider Teilnehmer, wird auch der Siebte dieser Spielzeit in der kommenden Saison international spielen.

Trotz des Rückschlags mit 1:4 gegen den VfL Wolfsburg und dem 2:2 bei Borussia Mönchengladbach ist kurz vor dem Saisonende noch alles drin für die Nagelsmann-Truppe: Mit etwas Glück reicht es für Platz 4 und erneut für die Champions League, verliert die TSG allerdings, ist auch noch Platz 8 oder 9 möglich und die Mannschaft steht am Ende mit leeren Händen da. Dabei ist das Restprogramm jedoch kein leichtes für die TSG.

Mit Werder Bremen und dem FSV Mainz 05 haben die Hoffenheimer echte Brocken vor sich. Bremen konkurriert mit der TSG direkt um die Europapokalplätze und die Spiele gegen Mainz sind für die Kraichgauer Prestigeduelle und damit schwer vorhersehbar. Dass es gerade dieser Gegner am letzten Spieltag ist, könnte für die TSG einen bitteren Beigeschmack bekommen. Denn für die Mainzer geht es um nichts mehr, außer sich vom Heimpublikum zu verabschieden.

Mit einem Sieg gegen die nicht gerade in Mainz beliebte TSG wäre dies gleich doppelt so schön. In der Hinrunde spielte Hoffenheim gegen beide Mannschaften Unentschieden - zweifelhaft jedoch, ob ein ähnliches Ergebnis für die Qualifikation zum internationalen Wettbewerb reicht. Wenn man sich die Saison anschaut und das ausgerufene Saisonziel internationaler Wettbewerb (möglichst Champions League) heißt, dann muss man sich zwangsläufig fragen, wo denn die Punkte liegengeblieben sind.

Offensichtlich ist dies bei den wiedererstarkten Wolfsburgern, denn die Niederlage verhinderte eine vorzeitige Qualifikation für die Europa League. Dabei wäre es schon unfair diese Niederlage anzuführen, denn in der gesamten Rückrunde verlor die TSG nur drei Spiele - gegen Bayern München, in der allerletzten Sekunde bei Eintracht Frankfurt und eben gegen Wolfsburg.

TSG 1899 Hoffenheim vs. VfL Wolfsburg. Andrej Kramaric (Hoffenheim) scheitert mit einem Elfmeter am Pfosten. Bild: Siegfried Lörz

Geschmerzt haben dürfte aber das 1:1 gegen den VfB Stuttgart und das 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf, beides Spiele, die Hoffenheim durchaus auch hätte gewinnen können. Nimmt man die Partie in Frankfurt hinzu, bei der die TSG bis zur 89. Minute mit 2:1 führte, so sind dies in der Rückrunde schon sieben verpasste Zähler, sogar 11 Punkte wären es, berücksichtigt man das 1:1 bei RB Leipzig (89. Minute Ausgleich durch Willi Orban) und das 2:2 in Mönchengladbach.

Auch wenn es irrwitzig ist bei einer Beurteilung, alle diese theoretisch möglichen Punktgewinne dem Punktekonto der TSG hinzuzuzählen, so könnte es am Ende doch sein, dass nur ein oder zwei Zähler der TSG aus diesen Partien zum internationalen Wettbewerb fehlen. Insgesamt ist die Rückrunde trotzdem sehr positiv für Hoffenheim verlaufen. Der Stärke der Spitzenmannschaften in der Bundesliga ist es geschuldet, dass die TSG sich gegenüber der Hinrunde in der Tabelle nicht weiter nach vorne orientieren konnte.

Mit sieben Siegen aus 15 Spielen (7-5-3) hat sich die Mannschaft aus dem Kraichgau sehr respektabel geschlagen, vor allem wenn man auch noch die teilweise katastrophale Personalsituation im Kader in Betracht zieht. Doch wie besagt es schon das bekannte amerikanische Sprichwort? "It ain`t over, till the fat lady sings". Am Ende und gegen die direkte Konkurrenz kann erst abgerechnet werden und dann zeigt sich wie viel die "Pflichtsiege" gegen die Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel wert waren.

Kollektgive Enttäuschung bei der TSG, nachdem man zuletzt unnötig Punkte abgab. Bild: Siegfried Lörz

Positiv ist es für den Saisonendspurt sicherlich, dass Torjäger wie Andrej Kramaric (16 Bundesligatore) und Ishak Belfodil (15) derzeit gut drauf sind. Und der junge Stürmer Joelinton (7) nach seiner Verletzung zum Saisonfinale wieder zur Verfügung stehen soll. Auch in der Verteidigung profitiert die TSG von der Rückkehr von Benjamin Hübner und Kevin Vogt.

Einzig Torwart Oliver Baumann macht Sorgen - dank zweier kapitaler Patzer in den vergangenen Spielen. Sollte Baumann seine Form im Endspurt verlieren, wäre ein talentierter junger Schlussmann wichtig. Doch der (Gregor Kobel) sorgt gerade als Leih-Profi beim FC Augsburg mit guten Leistungen für Furore.

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Mai 2019