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Wie entfesselt - Hoffenheim brennt beim 3:0 über Hannover ein Offensivfeuerwerk ab

erstellt am Sonntag, 17 Februar 2019
Demirbay (blau) krönte seine starke Leistung mit dem Treffer zum 3:0. Demirbay (blau) krönte seine starke Leistung mit dem Treffer zum 3:0. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. 10:0 oder gar ein 12:0? Am Samstag waren selbst diese Ergebnisse drin, als der Abstiegskandidat Hannover 96 in der Sinsheimer Arena aufkreuzte, um bei der TSG 1899 Hoffenheim zu bestehen.

Davon waren die Niedersachsen letztlich aber weiter entfernt als der Mond von der Erde. Am Ende hieß es 3:0 (2:0) für die "Nagelsmänner". Nur 3:0 trifft es wohl ganz gut, denn ein Spiel auf Augenhöhe war das nicht. Hoffenheim wie entfesselt, Hannover wie ein Absteiger - so könnte man die Partie beschreiben.

Die Kraichgauer versemmelten reihenweise Hochkaräter

Gestört hat's am Ende glücklicherweise niemanden, denn am Ende zählte nur eins. Und das war der Heimsieg. Dieses Gefühl ist für "Hoffe" natürlich nicht neu, trotzdem wusste der ein oder andere Fan sicher schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlt zuhause zu gewinnen. Der letzte "Dreier" lag nämlich schon eine halbe Ewigkeit zurück. Am 10. November 2018 gelang der zuvor letzte Heimsieg gegen Augsburg. 2:1 stand es damals nach 90 Minuten.

Dementsprechend groß war dann auch die Erleichterung beim Personal. Alle strahlten, freuten sich bei frühlingshaften Temperaturen über den Befreiungsschlag. "Ich bin sehr zufrieden, auch wenn wir sicherlich sehr viele Chancen liegen gelassen haben", resümierte Trainer Julian Nagelsmann. "Wir haben gezeigt, dass es für Hannover nichts zu holen gibt."

Das wussten die aber wohl schon vorher, anders ist der Auftritt in Sinsheim nämlich nicht zu erklären. Die Gäste blieben wirklich alles schuldig, hatten an diesem für sie so tristen Nachmittag wohl nicht einmal Zweitligaformat. Andererseits ist es aber eben auch kein Geheimnis, dass man immer nur so gut ist, wie es der Gegner zu lässt. Und Hoffenheim war bombastisch.

Die Defensive stand wie eine Eins und im Spiel nach vorne blühte man regelrecht auf. Eröffnet wurde der Torreigen von Joelinton, der in der 4. Spielminute eiskalt zuschlug: Ecke Hannover, Ballgewinn Hoffenheim, Kramaric spielt den Ball in die gegnerische Hälfte, Joelinton schnappt ihn sich, tunnelt Torhüter Esser: 1:0. Ein Start nach Maß!

Lange warten mussten die Fans dann auch auf das 2:0 nicht (14. Minute). Diesmal war Belfodil dran: Demirbay zirkelt eine Freistoßflanke präzise in de Strafraum, der Algerier steigt hoch, setzt den wuchtigen Kopfball ans Gebälk, von wo aus er kurz darauf in den Maschen einschlägt.

Weiter ging es mit Chancen über Chancen. Belohnt wurde der Aufwand erst in der 80. Minute wieder. Jetzt war der Vorlagengeber zum 2:0 dran. Nach einem passgenauen Zuspiel von Schulz nimmt Demirbay Mass und schlenzt den Ball aus rund 16 Metern ins rechte Eck - 3:0.

TSG 1899 Hoffenheim vs. Hannover 96v. li. im Zweikampf Nadiem Amiri (Hoffenheim), Felipe (Hannover) und Kevin Wimmer (Hannover). Bild: Siegfried Lörz

Letztlich war es ein Auftritt, der Mut macht und nach dem sich die Nagelsmann-Elf durchaus wieder große Hoffnungen auf ein Happy End machen darf. Denn wenn diese Leistung konserviert werden kann, dürfte man letztlich auf einem Platz landen, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt. Hoffenheim hat damit nahtlos an den zuletzt starken Auftritt in Dortmund angeknüpft, als man ein 0:3 noch in ein 3:3 wandelte.

Weiter geht es für Hoffenheim erst am Montag in einer Woche. Und das mit einem Spiel, das vor allem für Trainer Nagelsmann ein besonderes sein wird. Denn dann muss der Jungtrainer mit seiner Noch-Mannschaft bei seiner Bald-Mannschaft antreten. Hoffenheim gastiert in Leipzig.

Hoffenheim: Baumann - Adams, Vogt, Posch - Kaderabek, Amiri, Demirbay, Schulz - Joelinton (74. Bittencourt) - Belfodil (85. Otto), Kramaric (79. Szalai). - Trainer: Nagelsmann
Hannover: Esser - Anton, Felipe, Wimmer - Korb, Bakalorz (46. Asano), Walace (67. Schwegler), Ostrzolek - Haraguchi - Jonathas (67. Wood), Nicolai Müller. - Trainer: Doll

Tore: 1:0 Joelinton (4.), 2:0 Belfodil (14.), 3:0 Demirbay (80.)
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Zuschauer: 23404

 

 

 

 

Letzte Änderung am Sonntag, 17 Februar 2019

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