Freitag, 18. September 2020

Hoffenheims Joelinton - Ein außergewöhnlicher Spieler, der derzeit den Unterschied ausmacht

erstellt am Donnerstag, 22 November 2018
Hoffenheims Joelinton - Ein außergewöhnlicher Spieler, der derzeit den Unterschied ausmacht Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Als es zuletzt gegen Augsburg spielerisch nicht sonderlich lief, da erzwang Joelinton mit unerbittlichem Einsatz die Vorarbeit zur 1:0-Führung durch Andrej Kramaric.

Der Kommentar seines Trainers Julian Nagelsmann nach dem Spiel war vielsagend und in der Wortwahl doch etwas gewöhnungsbedürftig: "Um es salopp zu sagen, er ist ein Tier von Typ. Es ist wahnsinnig, wie er sich vorne durchtankt. Er ist ein Typ, der schwer kaputt zu kriegen ist, der unglaublich charakterstark ist und marschiert bis die Zunge auf den Boden hängt und versucht alles für das Team zu geben. Das zeichnet hin aus - er ist ein Maschine von Typ."

Ob der Vergleich mit einem "Tier" oder einer "Maschine" passend ist, mag mal dahingestellt sein, aber seine statistischen Saison-Werte sind außergewöhnlich und ein Top-Wert in der Liga: Wettbewerbsübergreifend kommt der Brasilianer in 17 Saison-Spielen auf acht Tore und sieben Vorlagen.

TSG-Verteidiger Ermin Bikacic sieht vor allem körperliche Vorteile bei seinem Mitspieler: "Joe ist für sein Alter ein sehr wuchtiger Spieler. Er hat viel körperliche Präsenz, die er weiß, richtig einzusetzen und seinen Körper reinzustellen. Allgemein ist er nicht einfach vom Ball zu trennen. Er ist ein lebendiger Typ, der enorm viel Qualität hat."

Manager Alexander Rosen sieht den 22-Jährigen inzwischen als Shootingstar der Liga: "Joe hat sich in kürzester Zeit zu einem wichtigen Faktor für unser Team entwickelt. Ich sehe die Grenzen bei diesem Spieler noch nicht einmal, da er über einen nicht zu brechenden Willen verfügt und täglich dazulernen will."

Die Kraichgauer wissen um die Wertschätzung ihres brasilianischen Juwels und haben daher seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis 30. Juni 2022 verlängert. Joelinton Cassio Apolinário de Lira kam im Sommer 2015 mit 18 Jahren vom brasilianischen Sport Club do Recife für zwei Millionen Euro Ablöse zur TSG. Die vorzeitige Vertragsverlängerung jetzt hat sich mit Sicherheit für beide Seiten gelohnt.

1. BL - 18/19 - TSG 1899 Hoffenheim vs. Eintracht Frankfurtv. li. im Zweikampf Danny da Costa (Frankfurt) und Joelinton Cassio Apolinaro de Lira (Hoffenheim). Bild: Siegfried Lörz

Beim Spieler kann von einer saftigen Gehaltserhöhung ausgegangen werden und der Verein wird sich für seinen erfolgreichen Angreifer eine Ausstiegsklausel in das neue Arbeitspapier schreiben lassen. Ähnlich wie bei den Brasilianern Luiz Gustavo und Roberto Firmio, die für relativ wenig Ablöse als hoffnungsvolle Talente zum Dorfverein kamen und dann einige Jahre später äußerst gewinnbringend transferiert wurden, könnte dies auch bei Joelinton der Fall sein.

Nachdem er nur einmal in der Bundesliga zum Einsatz kam, folgte eine Ausleihe zum österreichischen Erstligisten Rapid Wien, wo er in 79 Pflichtspielen mit 21 Tore und neun Vorlagen auf sich aufmerksam machte. Seit der Rückkehr im Sommer zum Champions-League-Teilnehmer ist er sowohl spielerisch als auch körperlich enorm gereift. Joelinton weiß um das Vertrauen und die Wertschätzung in Hoffenheim: "Ich lebe meinen Traum und bin Hoffenheim sehr dankbar für das Vertrauen und die Arbeit, die sie in den vergangenen Jahren in mich investiert haben. Die Vertragsverlängerung ist für mich nicht nur Anerkennung, sondern auch Ansporn, mich weiter zu verbessern".

Dabei blickt der 1,86 m große und 81 kg schwere Koloss auf ein ganz besonderes Zukunftsziel: "Bezüglich meiner Entwicklung spiele ich bei dem für mich perfekten Verein, in einer der besten Ligen Europas. Mein nächstes großes Ziel ist es, für mein Land zu spielen. Dafür werde ich weiter hart arbeiten." Bei der derzeitigen Form dürfte dieser Traum wohl nicht in allzu weiter Ferne liegen.

 

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 22 November 2018

1. Bundesliga