Donnerstag, 02. Juli 2020

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TSG Hoffenheim überrennt den VfB Stuttgart in zwölf Minuten mit 4:0 (0:0)

erstellt am Sonntag, 28 Oktober 2018
Ein Feuerwerk brannten die Stuttgarter nur im Fanblock ab - auf dem Rasen gab es die zweite 4:0 Niederlage in Folge. Ein Feuerwerk brannten die Stuttgarter nur im Fanblock ab - auf dem Rasen gab es die zweite 4:0 Niederlage in Folge. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Die TSG Hoffenheim hat das prestigeträchtige baden-württembergische Duell gegen den VfB Stuttgart mit vier Treffern innerhalb von nur zwölf Minuten zwischen der 48. und 60. Minute für sich entschieden.

Während die Schwaben damit weiterhin punktgleich mit Fortuna Düsseldorf auf den Abstiegsrängen logieren, klettern die Kraichgauer in der Tabelle um eine Position höher auf Platz 8.

Für den neuen VFB-Coach Markus Weinzierl war es nach der Heimniederlage gegen Borussia Dortmund bereits die zweite 0:4-Klatsche seit seinem Amtsantritt am Neckar. Seit 16 Pflichtspielen, genauer seit dem 2:0-Heimsieg im April diesen Jahres gegen den Hamburger SV, kassierten die Hoffenheimer erstmals in einem Pflichtspiel kein Gegentor.

Dabei sah es in der ersten Hälfte nicht nach einem derart klaren Derby-Sieg aus. Bereits nach sechs Minuten hätte der VfB durch Mario Gomez in Führung gehen können, als er alleine aufs gegnerische Tor zulief und nur knapp vorbei zielte. Die Anfangshektik bekam in der 8. Minute zusätzliches Feuer, als Stuttgarts Insua Zapata Gegenspieler Pavel Kaderabek auf Höhe der Mittellinie mit einem Karate-Kick an der rechten Schulter trifft. Schiedsrichter Willenborg zeigte daraufhin nach Überprüfung der Szene durch den Video-Bildschirm wegen rohen Spiels glatt Rot - eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

VfB-Coach Weinzierl und Co. meit betretenen Mienen. Bild: Siegfried Lörz

Während sich der VfB auf die neue Situation gut einstellte, defensiv sicher stand und wenig zuließ, verspürten die Hoffenheimer wenig Torgefahr. Auch in Überzahl fanden sie kaum ein geeignetes Mittel, sich zwingende Torchancen zu erspielen. Nachdem Stuttgarts Gonzalez eine Freistoßflanke knapp neben das Tor köpfte (12.), traf auf der anderen Seite der starke Ishak Belfodil mit einem Schlenzer aus 18 Metern nur das rechte Lattenkreuz (26.). Fast im Gegenzug landete ein Gonzalez-Kopfball nach einer Ecke am Pfosten (27.).

Ansonsten tat sich vor beiden Toren relativ wenig, die Gäste igelten sich mit zehn Mann rund um ihren eigenen Strafraum und machten es so dem Gegner schwer, Anspielstationen in vorderster Front zu finden. Eine weitere unschöne Szene dann in der 37. Minute, als Santiago Ascacibar am Anspielpunkt Florian Grillitsch mit gestrecktem Bein am rechten Knöchel traf. Der Unparteiische schaute sich auch hier die Szene nochmals am Monitor an und entschied nur auf Gelb für den Stuttgarter. Dabei hatte er noch Glück, denn für Hoffenheims Spielmacher war die Partie zu diesem Zeitpunkt beendet.

Die zweite Hälfte begann furios und wird in die Geschichte dieses Nachbarschaftsduells eingehen. Innerhalb von nur zwölf Minuten überrannten die Blau-Weißen den Gegner und schraubten das Ergebnis auf 4:0 hoch. Während die Stuttgarter nun völlig in sich zusammen brachen, drehte die TSG förmlich wie aus einem Guss auf.

Nachdem das englische Talent Reiss Nelson gleich drei Gegenspieler im Strafraum schwindlig spielte und an Torhüter Ron-Robert Zieler scheiterte, brauchte im Nachschuss Joshua Brenet aus kurzer Distanz nur noch zum 1:0 einschießen (48.). Der Bahn war nun gebrochen. Drei Minuten später setzte sich Brenet auf der linken Seite durch und spielte quer auf den freistehenden Joelinton, der locker aus vier Metern zum 2:0 nur noch einschieben brauchte (51.).

Während sich der VfB kollabierte und überhaupt nicht mehr befreien konnte, setzte die TSG entschlossen nach und erhöhte mit einem Doppelpack von Belfodil auf 3:0 bzw. 4:0. Zunächst traf er nach einem Steinpass von Joelinton rechts unten (57.) und kurz darauf traf er nach einem verhängnisvollen Fehlpass von Christian Gentner ins linke obere Eck (60.).

Mit der Vier-Tore-Führung im Rücken schraubten die Nordbadener das Tempo einen Gang herunter, und kontrollierten in der restlich verbleibenden Spielzeit Ball und Gegner. Während die Hoffe-Fans den Derby-Sieg mit dem "Abschuss der Schwaben" besangen und lautstark das Badener-Lied zelebrierten, halte es aus dem Gästeblock "Wir haben die Schnauze voll". Nachdem der eingewechselte Vincenzo Grifo mit einem Distanzschuss am rechten Außenpfosten scheiterte (86.) blieb es letztendlich beim zweiten Sieg im fünften Heimspiel.

Bereits am kommenden Mittwoch gastieren die Hoffenheimer in der 2. Runde des DFB-Pokals bei Ligakonkurrent RB Leipzig.

Julian Nagelsmann (TSG-Trainer): "Ich freue mich, dass wir ohne Gegentor geblieben sind, wobei wir in zwei Situationen Glück hatten. Nach 25 Minuten sind wir besser ins Spiel gekommen. Es ist normal nach so einem Champions-League-Spiel, dass man etwas braucht, das hat man gemerkt. Über die Rote Karte habe ich mich kurzfristig sogar geärgert, weil unser Plan nicht mehr so richtig gepasst hat. Dann mussten wir umstellen. In der zweiten Hälfte hatte der VfB keine Chance mehr. Mit so einer Leistung wie in der zweiten Halbzeit kann man auch im Pokal in Leipzig weiterkommen."

Markus Weinzierl (Trainer VfB Stuttgart): "Das Spiel wurde heute in der achten Minute entschieden. In der ersten Hälfte haben wir es zu zehnt gut gemacht. Wenn Mario Gomez unsere Führung macht, kann das Spiel anders laufen. Dann in zwölf Minuten vier Tore zu kriegen, ist natürlich brutal. Nach dem 0:1 sind wir auf die Verliererstraße gekommen. Die TSG hat einen super Kader und super Einzelspieler."

 

 

Letzte Änderung am Sonntag, 28 Oktober 2018

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