Freitag, 18. September 2020

Hoffenheim verpasst ersten Champions League-Sieg ++ 3:3 gegen Olympique Lyon

erstellt am Mittwoch, 24 Oktober 2018
CL - 18/19 - TSG 1899 Hoffenheim vs. Olympique Lyon - rechts Andrej Kramaric (Hoffenheim) jubelt nach seinem Tor zum 2:1 mit Nico Schulz (Hoffenheim) und Florian Grillitsch (Hoffenheim). CL - 18/19 - TSG 1899 Hoffenheim vs. Olympique Lyon - rechts Andrej Kramaric (Hoffenheim) jubelt nach seinem Tor zum 2:1 mit Nico Schulz (Hoffenheim) und Florian Grillitsch (Hoffenheim). Bild: Siegfried Lörz

sportkurier. Die TSG Hoffenheim wartet weiter auf ihren ersten Sieg in der Champions League.

In einem packenden und mitreisenden Heimspiel vor 24.144 Zuschauern reichte es am Ende trotz deutlicher Überlegenheit und der Mehrzahl an klaren Torchancen nur zu einem 3:3-Unentschieden gegen das französische Spitzenteam von Olympique Lyon.

Besonders ärgerlich aus Sicht der TSG, dass man bei alle drei Gegentoren kräftig mithalf und es dem Gegner dabei leicht machte. Die Treffer in diesem torreichen dritten Gruppenspiel erzielten für Hoffenheim zweimal Andrej Kramaric (33. und 47.) und Joelinton (90.+2.), für Lyon trafen Bertrand Traoré (27.) Tanguy Ndombele (59.) und Memphis Depay (67.). Durch das Remis schoben sich die Nordbadener in der Gruppe F mit zwei Punkten auf Rang drei, vorbei an Schachtar Donezk, das zu Hause gegen Manchester City 0:2 verlor.

Olympique Lyon mit dem besseren Start

Bei prächtiger Champions-League-Stimmung im ausverkauften Heim-Bereich der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena erwischte Olympique den besseren Start, indem es sehr ballsicher und technisch stark den Gastgeber gewaltig zusetzte. Bereits nach vier Minuten hatte Traoré das 1:0 auf dem Fuß, doch aus kurzer Distanz verfehlte er das TSG-Gehäuse nur um Zentimeter. Glück auch, als TSG-Verteidiger Kevin Akpoguma sich auf Höhe des Elfmeterpunktes mit vollem Einsatz in einen Schuss von Houssem Aouar warf und somit schlimmeres verhinderte (8.).

Hoffenheim löste sich nach einer Viertelstunde vom gegnerischen Druck und konnte sich immer besser auf den Gegner einstellen. Die erste gute Tormöglichkeit bot sich Ishak Belfodil, der nach Hereingabe von Adam Szalai aus kurzer Distanz links am Tor vorbeischoss (20.). Als die Gastgeber immer stärker wurden und sich eine deutliche Feldüberlegenheit erspielten, unterlief Abwehrchef und Kapitän Kevin Vogt ein folgenschwerer Patzer, als er am eigenen Sechzehnmeterraum den Ball gegen Traoré verlor und dieser Torhüter Oliver Baumann umkurvte und ins leere Tor zur 1:0-Führung vollendete (27.).

Hoffenheim ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und schlug sechs Minuten später durch Kramaric zurück. Eine Grillitsch-Flanke köpfte Pavel Kaderabek von rechts in den Strafraum, wo Jason Denayer per Kopf nicht entschlossen klären konnte, der Ball dann auf der linken Seite des Fünfmeterraums beim Kroaten landete und dieser nach schöner Annahme eiskalt zum 1:1 vollendete (33.).

CL - 18/19 - TSG 1899 Hoffenheim vs. Olympique Lyonin der Mitte Bertrand Traore (Olympique Lyon) macht das Tor zum 1:0 und jubelt mit seinen Mannschaftskollegen. Foto: Siegfried Lörz

 

In der Folge brannte die TSG ein Feuerwerk an hochkarätigen Torchancen ab

Lyon konnte sich kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien und hatte Glück, dass die Gastgeber nicht über das entsprechende Zielwasser beim Torabschluss verfügten. So konnte Marcelo im letzten Moment vor dem einschussbereiten Adam Szalai klären (36.) und Keeper Anthony Lopes eine Direktabnahme von Belfodil parieren (38.). Lyon rettet mit Glück und Geschick das Unentschieden in die Pause.

Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag. Nachdem Depay vor dem TSG-Tor eine Hereingabe knapp verpasste, ging Hoffenheim im Gegenzug in 2:1 in Führung. Dabei unterlief Traoré am Fünfmeterraum eine Demirbay-Flanke und Kramaric war erneut zur Stelle, indem er den Ball mit der Brust annahm und mit rechts ins linke untere Eck hämmerte (47.). Die Gastgeber diktierten weiter das Geschehen und hatten durch Kerem Demirbay per Kopfball aus elf Metern (54.) und Kaderabek mit einem Schuss von rechts weitere Möglichkeiten die Führung auszubauen (56.).

Plötzlich schlug der Fünfplatzierte der französischen Liga eiskalt zu. Und wieder zeigten sich die Hoffenheimer dabei in Geberlaune. Nach einem Pass von Traoré ließ sich Baumann von einem Schuss von Ndombelé aus spitzem Winkel überraschen, indem er den scharf geschossenen Ball ins kurze Eck durchrutschen ließ (59.). Nur sieben Minuten später klingelte es erneut im TSG-Gehäuse. Nachdem sich Akpoguma bei einem langen Ball von Aouar verschätzte, sprintete Depay mit Ball schneller als Akpoguma und Vogt und spitzelte die Kugel von links an Baumann vorbei ins rechte Eck zum 2:3 (67.).

Joelinton trifft in der Nachspielzeit

In Rückstand drängte die TSG nun mit aller Macht gegen einen tief stehenden Gegner, der geschickt die Räume eng machte, auf den Ausgleich. Dabei stand Torhüter Lopes jeweils bei Schüssen von Kramaric (70.) und Nico Schulz (71.) goldrichtig. Glück hatte er in der Folge, als Kramaric frei vor dem Tor den Ball, nach herrlichem Zuspiel von Demirbay, nicht kontrollieren konnte (80.), Akpoguma aus der Distanz links vorbeischoss (83.) und das spanische Schiedsrichtergespann um Alberto Undiano Mallenco eine klares Handspiel von Denayer im Strafraum nach Demirbay-Flanke übersah (85.). Nur zwei Minuten später köpfte Vogt eine Freistoßflanke von Demirbay aus vier Metern frei vor dem Tor um Zentimeter am rechten Tor-Eck vorbei.

CL - 18/19 - TSG 1899 Hoffenheim vs. Olympique Lyonv. li. im Zweikampf Martin Terrier (Olympique Lyon) und Florian Grillitsch (Hoffenheim). Bild: Siegfried Lörz

 

Es sprach für die Moral der Gastgeber, die nie aufgaben und sich in der Nachspielzeit mit dem Ausgleich noch belohnten. Nach einer scharfen Hereingabe von Schulz war der eingewechselte Joelinton zur Stelle und drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 3:3-Endstand über die Torlinie (90.+2).

Trainer Nagelsmann: "Das war ein sehr attraktives Spiel, in dem wir viele Chancen hatten. Ich bin mit der Offensive mehr als zufrieden. Wir haben einen herausragenden Fußball gespielt und nach den ersten zehn Minuten das Spiel dominiert, da war der Gegner chancenlos. Aus unserer Überlegenheit haben wir nur zu wenig Tore erzielt. Normalerweise müssten zu Hause drei Treffer ausreichen, doch wir haben dem Gegner sehr großzügig drei Eigentore geschenkt. Dies gilt es in Zukunft abzustellen. Am Ende war ich bin froh, dass wir noch den Punkt geholt haben. Er wird für die Tabelle noch wichtig werden."

Olympique-Coach Bruno Genesio war mit dem Punktgewinn sehr zufrieden: "Ich bin etwas enttäuscht, dass wir die drei Punkte nicht mit nach Hause genommen haben. Das wäre aber auch nicht verdient gewesen. Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber dann war Hoffenheim besser. In der zweiten Hälfte haben wir erst den Ausgleich erzielt und dann sogar die Führung, aber gegen Ende haben wir zu oft den Ball verloren."

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Oktober 2018

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