Samstag, 29. Februar 2020

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Neue Gesichter in der Rückrunde - Viele Personalien prägen die Wintervorbereitung der TSG Hoffenheim

erstellt am Donnerstag, 16 Januar 2020
Kevin Akpoguma bleibt der TSG langfristig treu Kevin Akpoguma bleibt der TSG langfristig treu Bild: KraichgauSport / Lörz

sport-kurier. Nach einer kurzen Winterpause startet Bundesligist TSG Hoffenheim am Wochenende mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in die Rückrunde 2019/20.

Der Jahresabschluss mit einem überraschenden und etwas glücklichen 2:1-Heimerfolg über Borussia Dortmund hat die Kraichgauer mit einem positiven Gefühl in den zweiwöchigen Weihnachtsurlaub verabschiedet.

Mit 27 Punkten hat das Team von Trainer Alfred Schreuder mehr als in den beiden Vorjahren zu diesem Zeitpunkt unter Vorgänger Julian Nagelsmann (25 bzw. 26 Zähler) geholt. Zum dritten Mal in Folge sind die Blau-Weißen nach der Halbserie Tabellensiebter.

Die Trainingsvorbereitungen für die zweite Saisonhälfte absolvierte die TSG im spanischen Marbella, wo bei optimalen Voraussetzungen neben zahlreichen Übungseinheiten auch zwei Testspiele auf dem Programm standen. Beide Partien gingen dabei gegen die niederländischen Erstligisten Feyenood Rotterdam (2:3) und ADO Den Haag (1:2) verloren.

Trainer Schreuder ließ jeweils zwei komplett verschiedene Teams auflaufen, die dem jeweiligen Gegner zwar spielerisch überlegen waren, jedoch in der Schlussphase aufgrund von Unkonzentriertheit und späten Gegentreffern jeweils Führungen unnötig abgaben. Bei der Niederlage gegen Rotterdam gab es innerhalb von nur zehn Minuten (!) drei Gegentreffer.

Personell hat sich im Spielerkader in den zurückliegenden Tagen einiges verändert. Dabei wurde dem Trainer-Wunsch entsprochen und mit dem israelischen Nationalspieler Munas Dabbur für 12 Millionen Euro Ablöse ein torgefährlicher Stürmer verpflichtet. Der 27-jährige wechselte vom spanischen Europa-League-Rekordsieger FC Sevilla in den Kraichgau, wo er einen langfristigen Vertrag bis 30. Juni 2024 unterschrieb.

Nach dem langfristigen verletzungsbedingten Ausfall von Stürmer Ishak Belfodil sahen die Verantwortlichen Handlungsbedarf, um im Sturmzentrum nachzubessern. Manager Alexander Rosen beschrieb seinen Neuzugang als "klasse Stürmer, der agil, reaktionsschnell, mit präzisem Timing, guter Technik und gefährlichem Abschluss ausgestattet ist". Der 1,82 Meter lange Stürmer war zuletzt bei Sevilla nicht mehr erste Wahl, weckte dennoch bei über einem Duzend Vereinen Begehrlichkeiten.

Ebenfalls nachgebessert wurde auf der Torhüterposition. Nach dem Ausfall von Stammtorhüter Oliver Baumann (Meniskus-OP), Ersatzkeeper Alexander Stolz (Sehnen-Entzündung im Ellenbogen) und Nachwuchstorwart Daniel Klein (Handbruch) stand mit Philipp Pentke nur noch ein etatmäßiger Torhüter zur Verfügung.

Aufgrund der Verletztenmisere wurde daraufhin bis zum Saisonende Michael Esser vom Zweitligisten Hannover 96 ablösefrei verpflichtet. Der 32-jährige stand seit Sommer 2017 bei den Niedersachsen unter Vertrag, wo er seinen Stammplatz zu Saisonbeginn an Neuzugang und Weltmeister Ron-Robert Zieler verloren hatte. Der 1,98 Meter lange Esser spielte davor für Darmstadt 98, Sturm Graz und den VfL Bochum. Insgesamt blickt er zurück auf 63 Bundesliga-Einsätze, 25 Zweitliga-Spiele, fünf DFB-Pokal-Partien, 36 Erstliga-Einsätze in Österreich und zwei Europa League Qualifikations-Spiele.

Als weiterer Zugang im Profiteam darf auch der israelische A-Nationalspieler Ilay Elmkies gezählt werden. Der 19-jährige Mittelfeldspieler unterschrieb einen Lizenzspielervertrag bis zum 30. Juni 2023. Der Mittelfeldspieler stand zuletzt im Regionalliga-Kader der Hoffenheimer U23 und nahm bereits am Trainingslager in Spanien teil. Für Manager Rosen ist Elmkies "ein talentierter Spieler mit großem Potenzial, der aber auch noch Zeit braucht und diese auch bekommt".

Neben den drei Neuen haben auch drei Stammkräfte die TSG verlassen. Defensivspieler Kevin Vogt wurde auf eigenen Wunsch bis Saisonende an den abstiegsbedrohten SV Werder Bremen ausgeliehen. Die Leihgebühr soll bei 750.000 Euro liegen. Der 28-jährige Vogt, der vertraglich noch bis Sommer 2022 an Hoffenheim gebunden ist, war am Ende des vergangenen Jahres bei Trainer Schreuder durchgefallen.

Nachdem er seinen Stammplatz verloren hatte und er das für ihn fehlende Vertrauen als Spielführer vermissen ließ, gab er sein Kapitänsamt ab. Als der 1,94 Meter große Abwehrspieler im Trainingslager gegen Den Haag nur eine Halbzeit zum Einsatz kam, zeichnete es sich bereits ab, dass man in der Rückrunde nicht mehr auf ihn setzen würde.

Außerdem wechselt Mittelfeldspieler Lukas Rupp mit sofortiger Wirkung zu Norwich City (die Ablöse soll 500 000 Euro betragen) und Robert Zulj schließt sich dem VfL Bochum an. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind auch die weiterhin chancenlosen Philipp Ochs und Joshua Brenet. Ihnen wurde bereits von Vereinsseite nahegelegt, sich neue Vereine zu suchen.

Eine Zukunft bei der TSG hat dagegen Kevin Akpoguma. Der 24-jährig hat seinen Vertrag im Kraichgau vorzeitig bis zum 30. Juni 2024 verlängert. Sein ursprünglicher Kontrakt wäre bis zum Sommer 2021 gelaufen. "Akpo ist ein extrem zielstrebiger Spieler, der sich über unsere U23 und zwei Leihstationen zum verlässlichen Bundesliga-Profi entwickelt hat. Er ist ein starker Charakter, mit klarem Kopf und herausragender Mentalität", wird Rosen in einer Pressemitteilung der TSG zitiert. Akpoguma verkörpere den Typus des modernen Verteidigers - mit einer unglaublichen Athletik. "Seine Unterschrift ist ein klares Bekenntnis zur TSG und deren Weg", sagt Rosen.

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Januar 2020

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