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Ist bei der TSG Hoffenheim Qualität für mehr vorhanden?

erstellt am Dienstag, 22 Oktober 2019
Nach schwachem Saisonstart wird bei der TSG Hoffenheim wieder gejubelt, Ihlas Bebou (recchts) und Andrej Kramaric Nach schwachem Saisonstart wird bei der TSG Hoffenheim wieder gejubelt, Ihlas Bebou (recchts) und Andrej Kramaric Bilder: KraichgauSport / Lörz

Kraichgauer überzeugen derzeit mit Effizienz und Kompaktheit

 

sport-kurier. Die beiden letzten, eher unerwarteten Siege gegen den FC Bayern (2:1) und FC Schalke 04 (2:0) haben der TSG Hoffenheim reichlich Selbstvertrauen beschert. Die Kraichgauer haben mit elf Punkten den Anschluss an die einstelligen Tabellenränge wiederhergestellt. Man darf sich von den Ergebnissen aber auch nicht blenden lassen und sollte vielmehr dankbar sein, dass die Glücksgöttin Fortuna der Schreuder-Truppe zuletzt in der ein oder anderen Szene gutmütig zur Seite stand.

Die Effizienz bei der Chancenverwertung sowie die kompakte Defensivleistung waren zuletzt außerordentlich. Ohne diese sechs Punkte würde die TSG vor Paderborn auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen.

Mit Blick auf die absolvierten acht Saisonspiele fällt auf, dass Hoffenheim fast ausschließlich gegen die Mannschaften der oberen Tabellenhälfte gespielt hat: Gladbach, Wolfsburg, Bayern, Freiburg, Schalke, Frankfurt, Leverkusen stehen aktuell alle auf einem einstelligen Tabellenplatz. Auch wenn es in der höchsten deutschen Spielklasse bekanntlich keine leichten Gegner gibt, so ist das bislang absolvierte Programm vieldeutend.

Alexander Rosen, Hoffenheims Direktor Profifußball, verweist neben der Neustrukturierung des Spielerkaders nach den Abgängen einiger Leistungsträger auch auf das wegzusteckende Verletzungspech: "Extrem wichtige, herausragende Spieler wie Kramaric, Belfodil, Samassekou und auch Zuber stehen uns über einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung. Kramaric/Belfodil ist das zweitbeste Sturmduo der Liga, hat zusammen 33 Tore erzielt. Jetzt haben beide lange gefehlt, einer kehrt zurück, der andere fällt länger aus. So was kann man nicht so einfach ausgleichen. Das können höchstens Bayern und Dortmund, wir nicht."

Und damit, dass man dennoch in der Lage ist, solche Rückschläge sowie das fehlende Spielglück in der Saisonanfangsphase wegzustecken, bedarf es viel Selbstüberzeugung und Mut. Rosen weiter: "Gegen Schalke hat es fußballerisch nicht top geklappt, der Gegner war uns überlegen, aber dennoch hat die Mannschaft gefightet - danach wurde umgestellt. Letztendlich war es auch ein Sieg des Trainers, der die Situation richtig erkannt, darauf richtig reagiert hat und mit Bebou einen Spieler brachte, der es überragend gemacht hat."

Schwimmen auf der Erfolgswelle: Sebastian Rudy und Trainer Alfred Schreuder

Die Herangehensweise von Alfred Schreuder hat sich im Nachhinein ausgezahlt, die Taktik ist aufgegangen - auch dank der fehlenden Treffsicherheit der Königsblauen. Schreuder: "Es war unser Plan, je länger das Spiel geht und je länger es Unentschieden steht, desto mehr Räume bekommen wir, weil Schalke nicht 90 Minuten in dem Tempo spielen konnte. Wir wussten im Vorfeld, dass wir den Gegner ins Laufen bringen müssen, dann wird er müde und wir bekommen unsere Freiräume."

Der Trainer sieht einen positiven Entwicklungsprozess: "Der Reifeprozess der Mannschaft schreitet gut voran. Von der Mentalität, der Art und Weise wie das Team es angeht, wie stabil es ist und kämpft bis zum Schluss ist es sehr, sehr gut."

Und weiter: "Mit Ball können wir noch einen großen Schritt machen, das haben wir im letzten Spiel nicht gezeigt. Dafür überzeugten wir mit Leidenschaft und Einsatz."

Für den TSG-Coach ist es nach acht Spieltagen noch etwas verfrüht für ein erstes Fazit: "Natürlich schaue ich hin und wieder auf die Tabelle, doch es macht zurzeit wenig Sinn. Mit der Entwicklung der Mannschaft in den letzten 4-5 Wochen sind wir zufrieden. Vielleicht bekommen wir gegen die nächsten Gegner etwas mehr Räume zum Spielen, das ist alles gegnerabhängig. Aber wir sind noch nicht soweit, dass wir sagen können, jetzt zocken wir jeden Gegner weg." 

 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 22 Oktober 2019

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