Montag, 08. August 2022

Ein famoses Halbjahr des SV Sandhausen

erstellt am Montag, 21 Dezember 2015
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SVS-Keeper Marco Knaller faustet das Leder vor den Union-Angreifern weg. SVS-Keeper Marco Knaller faustet das Leder vor den Union-Angreifern weg. Bild: AS Sportfotos

von Sportkurier. Ein Sieg zum Jahresabschluss, das wünschten sich alle Fans des SV Sandhausen.

Doch es kam anders, ernüchternder. Diesmal war Berlin für die Hardtwälder keine Reise wert. Bei "Eisern Union" setzte es eine 0:1 (0:0)-Niederlage. Das entscheidende Tor fiel 15 Minuten vor Schluss durch Daube.

Alles in allem war es eine verdiente Niederlage: Berlin hatte mehr vom Spiel, Sandhausen stand fast permanent hinten drin. Doch konnte man wirklich mehr erwarten? Nicht wirklich. Die Verletztenliste war nämlich nicht nur lang. Sie war endlos: Kratz, Hübner, Stiefler, Jovanovic, Zellner, Vunguidica, Zenga, Roßbach Kuhn und Kosecki fehlten in der Startformation. Zehn Spieler also.
 
Schmälern konnte die Pleite in der Hauptstadt das famose erste Halbjahr ohnehin nicht

Sandhausen ist und bleibt die positive Überraschung im Unterhaus. Als Siebter verabschiedet sich die Schwartz-Elf in die Weihnachtspause. Wobei die im Profibereich äußerst kurz ausfällt. Gerade mal rund zweieinhalb Wochen können die Kurpfälzer die Beine hochlegen. Schon am 5. Januar bittet Schwartz wieder zum Tanz. Dann soll der Feinschliff für die Rest-Rückrunde folgen.

Bei den Hardtwäldern gab es oft genug Grund zum jubeln.

Zuerst in heimischen Gefilden, zwischen dem 18. und 26. Januar, dann im Trainingslager in der Türkei. Dort stehen auch zwei Testspiele an. Gegen Dortmund II und Austria Wien, das vom ehemaligen Bundesliga-Profi Thorsten Fink trainiert wird. Weitere Testspielkandidaten sind Mainz 05 und Salzburg. Vier Kontrahenten, gegen die Schwartz den Ernstfall proben will -- und der tritt erstmals am 5. Februar wieder ein:

Dann geht es zum Auftakt gegen Paderborn, den Effenberg-Klub. Doch ein Event darf nicht vergessen werden: der Sparkassen-Cup. Das Hallen-Fußball-Spektakel steigt am 8. und 9. Januar in der Ketscher Neurotthalle. Der SV Sandhausen ist dann wieder traditionell der Gastgeber.
 
An dieser Stelle folgt nun ein kurzer Rückblick

In Erinnerung ist im ersten Saison-Halbjahr insbesondere das Scheibenschießen von Paderborn geblieben. Mit 6:0 fegte der SVS über den Bundesliga-Absteiger hinweg. Fußball-Deutschland hielt kurz den Atem an, staunte über einen Dorfverein, dem so etwas niemand zugetraut hatte. Selbst der Pay-TV Sender Sky schickte eigene Reporter ans Hardtwaldstadion. Plötzlich wollte jeder etwas vom Sandhäuser-Kuchen abhaben.

Auffällig ist auch, dass man die Saison bislang durchaus in zwei Hälften teilen kann. Einem Start, der einem Offensivspektakel glich (in den ersten drei Partien schoss Sandhausen 13 Tore) und einer Rückkehr zu alten Verteidiger-Tugenden. So gelang in den letzten vier Spielen vor Weihnachten nur ein mickriges Törchen und gleichzeitig auch nur ein Punkt.

SV Sandhausen vs.1.FC Kaiserslautern 2015 - Sandhausens Nr. 9 Aziz Bouhaddouz am Ball -SVS- Trainer Alois Schwartz (roter Pulli/im Hintergrund). AS Sportfotos.
 
Muss man sich etwa Sorgen machen?

Mit 26 Punkten hat man den Klassenerhalt jedenfalls noch längst nicht in der Tasche. Doch Schwartz wird es schon richten. Der gebürtige Nürtinger ist ein Glücksfall für den SV Sandhausen. Ruhig und sachlich geht er an seine Aufgaben heran. Doch momentan ist scheinbar auch er mit seinem Latein am Ende. Warum? Weil ihm die Spieler fehlen. Auch einer wie Schwartz kann sich sein Personal nicht backen.

Zehn Ausfälle sind nun mal nicht zu kompensieren. In der Winterpause sind nun also die Physios gefordert. Sie müssen aus verletzten Spielern gesunde machen. Solche, die wieder alles für die Hardtwälder geben können. Denn die Konkurrenz schläft nicht und der SVS sollte bei all der entfachten Euphorie auch den Blick nach unten nicht verlieren. Paderborn hat als 16. aktuell 16 Zähler auf dem Konto. Dementsprechend motiviert werden die Paderborner am 5. Februar dann wohl auch nach Sandhausen reisen. Effenberg wird sie heiß machen, den Tiger in ihnen wecken.

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