Donnerstag, 24. September 2020

Dennis Mackert: "Wir wollen aufsteigen."

erstellt am Montag, 06 Januar 2014
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Der TSV Amicitia Viernheim-Coach im Gespräch mit dem Sportkurier

von Sportkurier. In der Landesliga Rhein-Neckar geht es eng zu, an der Tabellenspitze.

Foto oben: Viernheimer Jubel nach einem Treffer. Geht es nach Dennis Mackert, dann soll es in der Rückrunde möglichst oft in des Gegners Tor einschlagen.

Über die Winterpause hinweg belegt der VfB Gartenstadt mit 40 Punkten den "Platz an der Sonne", aber nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz sind die Viernheimer auf dem 2. Tabellenplatz platziert. "Wenn man die gesamte Hinrunde analysiert, dann können wir nur selbst überrascht sein, über unseren Tabellenplatz", sagt Dennis Mackert.

Viele verletzte und gesperrte Leistungsträger standen den Südhessen nicht zur Verfügung. Nur mit Anleihen aus der 2. Mannschaft (Kreisklasse A) und der A-Jugend war es möglich, eine Mannschaft zu stellen. "Unter diesen Voraussetzungen haben wir eine sehr gute Hinrunde gespielt. In der Rückserie haben wir andere Möglichkeiten, sodass wir unsere Zielsetzung klar auf den Aufstieg fokussieren", so der Ex-Fußballprofi Dennis Mackert.

Foto: Viernheims Luka Stanisic am Ball gegen Gartenstadts Hakan Yildiz beim Spiel der Landesliga Rhein-Neckar TSV Amicitia Viernheim - VfB Gartenstadt.
Der Sportkurier hat sich mit dem Viernheimer Coach unterhalten.

Sportkurier: Herr Mackert, was hat sich personell in der Winterpause getan. Wer hat den Verein verlassen?

DENNIS MACKERT: Mit Christopher Pisch hat uns ein talentierter Mittelfeldspieler in Richtung Fortuna Heddesheim verlassen. Fatih Kandogmus ist zu seinem Stammverein VfL Kurpfalz Neckarau zurück und Luca Stanisic wird wieder für seinen ehemaligen Verein SC Ludwigshafen spielen. Aus beruflichen Gründen war es ihm nicht mehr möglich, regelmäßig zu trainieren. Da er aus Ludwigshafen kommt, hat sich der Wechsel zu seinem ehemaligen Verein angeboten.

Sportkurier: Und Neuzugänge?

DENNIS MACKERT: Vom Regionalligisten Spvgg. Neckarelz kam Benjamin Waldecker. Er ist ja wohnhaft in Viernheim und hat sein Studium nun beendet. Auch beruflich kann er in Viernheim tätig werden, sodass wir somit das Glück hatten, die Dienste von Waldecker zu sichern. Sebastian Scheidel kehrt nach einem halbjährigen Gastspiel beim SC Erlensee wieder zu uns zurück. Beide Spieler werden uns verstärken.

Sportkurier: Mit Benjamin Waldecker haben Sie natürlich einen für die Landesliga "dicken Fisch" an Land gezogen. Was erwarten Sie von Waldecker?

DENNIS MACKERT (Foto rechts): Benjamin und ich kennen uns aus gemeinsamen Waldhöfer Zeiten. Wir standen auch in der Vergangenheit immer wieder in Kontakt. Er kann uns mit all seiner Erfahrung natürlich behilflich sein - unsere Ziele zu verwirklichen. Waldecker wird mit Sicherheit aufgrund seiner Persönlichkeit und seinen Fähigkeiten auf und außerhalb des Platzes Verantwortung übernehmen.

Sportkurier: Wie sieht es ansonsten personell aus für die Rückserie? Sie hatten in der Hinrunde viele verletzte, aber auch gesperrte Spieler zu beklagen.

DENNIS MACKERT: Es sieht gut aus - wesentlich besser, als in der Hinrunde. Stefan Berger, der in der Hinrunde aus beruflichen Gründen kaum trainieren konnte - wird wieder regelmäßiger am Trainingsbetrieb teilnehmen können. Torjäger Nazmi Bulut steht uns nach seiner langen Verletzungszeit wieder zur Verfügung. Jannik Koschmidder ist auch wieder einsatzfähig. Robin Hadamek wird nach seiner schweren Verletzung mit leichtem Lauftraining beginnen. Aber bei ihm wird es sicher noch zwei, drei Monate dauern, bevor mit Einsätzen zu rechnen ist.

Sportkurier: Wie groß ist der Kader für die Rückserie?

DENNIS MACKERT: Wir haben 16 + 2 Spieler. Dabei auch den großen Vorteil, dass alle 16 Spieler auf einem guten Niveau Fußball spielen können, sodass wir auch sehr gute Alternativen haben. Dazu kommen noch einige Talente aus der A-Jugend (Landesligaspitzenreiter) und der 2. Mannschaft. Ich kann jetzt endlich auch wieder andere bzw. mehr Trainingsformen durchführen. Das war in der Hinrunde kaum möglich.  

Foto: Rückkehrer Sebastian Scheidel (rotes Trikot) gegen St. Leons Aaron Wöhr.
Sportkurier: Im ersten Tabellendrittel sind die Teams dicht beieinander. Wen sehen Sie in der Rückserie ganz vorne?

DENNIS MACKERT: Ja, es sind 5,6 Mannschaften die gute Chancen haben, auch am Ende der Saison ganz oben zu stehen. Ich sehe den VfB Gartenstadt natürlich als einen der Topfavoriten. Die haben sehr gute Einzelspieler und somit auch ein großes Potenzial. Aber auch der TSV Wieblingen, VfB St. Leon und FC Zuzenhausen werden weiterhin oben anklopfen wollen. Mein Team sehe ich sehr gut aufgestellt und natürlich wollen wir aufsteigen.


Sportkurier: Viele Trainer betreiben Understatement, wenn es um große Zielsetzungen geht. Sie haben da schon eine klare Aussage getroffen. Könnte es die Rückrunde für den TSV Amicitia Viernheim werden?

DENNIS MACKERT: Natürlich bin ich kein Hellseher, aber unser Kader ist sehr stark bestückt - wir haben eine hohe Qualität in unseren Reihen. Mit Scheidel und Waldecker haben wir uns sicher verstärkt. Daher wollen wir auch unsere Zielsetzung klar formulieren. Wenn wir von größerem Verletzungspech oder Sperren verschont bleiben, dann geht kein Weg an uns vorbei. Wichtig wird sein, gut aus den Startlöchern zu kommen und nicht in diese Rückrunde "reinzudümpeln".

Foto: Viernheims Jannik Koschmidder (weißes Trikot) gegen Zuzenhausens Mike Kappes beim Spiel in der Landesliga TSV Amicitia Viernheim - FC Zuzenhausen.
Sportkurier: Wie sieht das Vorbereitungsprogramm aus?

DENNIS MACKERT: Wir spielen gegen SV 98 Schwetzingen, SV Rohrhof, VfR Mannheim, VfR Frankenthal, Phönix Mannheim und TSG 62/09 Weinheim. Da sind einige harte Prüfsteine darunter, aber so wollten wir das auch.

Sportkurier: Sie haben beim gestrigen Gutperle-Cup den 2. Tabellenplatz belegt. Zufrieden?

DENNIS MACKERT: Ja, natürlich. Wir sind bei dem Hallenturnier mit einer gemischten Mannschaft angetreten. Die Jungs haben sich gut präsentiert und sind erst im Finale mit 1:0 an der TSG 62/09 Weinheim gescheitert.

Foto: Viernheims Christian Katins gegen Gartenstadts Oliver Hoerber beim Spiel der Landesliga Rhein-Neckar TSV Amicitia Viernheim - VfB Gartenstadt.
Sportkurier: Sie sind in ihrer ersten Saison bei den Viernheimern in den Entscheidungsspielen zur Verbandsliga Nordbaden an der SG Heidelberg-Kirchheim gescheitert. Die tolle Aufholjagd unter ihrer Führung blieb unbelohnt - ihr Team musste absteigen. Letzte Saison spielte ihre Mannschaft in der Rückserie Fußball vom Feinsten, war das Maß aller Dinge. Am Ende hatte es aber nicht mehr für den Direktaufstieg gereicht. In den Entscheidungsspielen unterlagen Sie erneut, diesmal am ASV Karlsruhe-Durlach. Diese Saison könnte es wieder in die Aufstiegsspiele gehen, sofern ihr Team Zweiter werden würde. Denkt man da an die beiden gescheiterten Versuche?

DENNIS MACKERT: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich nicht beschäftigt. Wenn man zwei Mal hintereinander in Auf- Abstiegsspielen scheitert, dann ist das bitter. Da hinterfragst du dich auch als Trainer. Hast du alles richtig gemacht? Woran lag es? Aber das ist jetzt abgehakt, denn wir beschäftigen uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit einem etwaigen 2. Tabellenplatz. Die Saison ist noch lange und wir wollen möglichst den Direktaufstieg schaffen.

Sportkurier: Dann bedanken wir uns für das etwas längere Interview und wünschen Ihnen mit ihrem Team eine möglichst störungsfreie und gute Vorbereitung.

DENNIS MACKERT: Vielen Dank, das können wir gebrauchen.

Fotos: alle Rhein-Neckar Picture

Gelesen 2219 mal Letzte Änderung am Dienstag, 07 Januar 2014