Donnerstag, 24. September 2020

Dennis Mackert: "Mit uns muss man in der Titelfrage rechnen."

erstellt am Mittwoch, 06 November 2013
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Viernheimer nach großer Verletzungsmisere wieder obenauf

von Sportkurier. Wohl selten hat es eine Mannschaft in der ersten Saisonhälfte so knüppeldick getroffen, wie den Landesligisten TSV Amicitia Viernheim.

"Wir sind seit vielen Wochen auf dem Zahnfleisch gelaufen. Von daher ist der aktuelle 3. Tabellenplatz eine mittlere Sensation", so Dennis Mackert, der Viernheimer Cheftrainer.

Bayazal Baris, Laudenklos Tobias und Pintea Silviu fehlten verletzungsbedingt einen Großteil der bisherigen Saisonspiele. Robin Hadamek (Kreuzbandriss), Nazmi Bulut (OP) und Koschmidder Jannik (Knie-OP) fielen sogar komplett aus. Dennis Ludkowski und Alexander vom Dorp waren acht Wochen wegen Doppelschrift vom Verband gesperrt geworden. Luca Stanisic und Stefan Berger hatten fast durchweg nur an den Ligaspielen teilgenommen und nicht trainiert.

Foto: Gartenstadts Richard Wegmann gegen Viernheims Christian Katins beim Spiel der Landesliga Rhein-Neckar TSV Amicitia Viernheim - VfB Gartenstadt.

Mackert: "Das hatte berufliche Gründe. Wir waren aufgrund der dünnen Personaldecke froh, zumindest an den Spieltagen auf die beiden zurückzugreifen." Zu guter Letzt war dann auch noch Abwehrchef Viktor Oppong drei Ligaspiele gesperrt, konnte erst beim 0:1 Auswärtssieg beim VfB St. Leon wieder mit von der Partie sein.    

Nun lichtet sich so langsam das Verletztenlazarett bei der Mackert-Elf. Auch die Sperren von vom Dorp und Ludkowski sind am übernächsten Spieltag beendet. Bei drei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer VfB Gartenstadt stehen die Viernheimer in der Tabelle weit oben. Vier Siege in Serie haben den Sprung auf den 3. Tabellenplatz möglich gemacht.

Wir haben uns mit TSV-Coach Dennis Mackert unterhalten.

Sportkurier: Herr Mackert, trotz sehr großer personeller Probleme stehen Sie mit ihrer Mannschaft auf dem 3. Tabellenplatz. War das zu erwarten?

DENNIS MACKERT: Nein, niemals. Solche Personalengpässe kannte ich als Spieler und als Trainer nicht. Da traf es uns mit voller Wucht. Ich hatte an einigen Trainingseinheiten nur vier, fünf Spieler auf dem Platz. Im Mittel waren das 9-10 Akteure. So kannst du natürlich nicht konstruktiv arbeiten.

Sportkurier: Die Anleihen aus der 2. Mannschaft (A-Klasse) und A-Jugend haben doch geholfen?!

DENNIS MACKERT: Großen Respekt, ja. Da sind in der 2. Mannschaft und auch in der A-Jugend gute Jungs dabei. Ohne die Anleihen hätten wir keine Mannschaft stellen können. Daher ist doch die aktuelle Platzierung auch ein sehr großer Erfolg für uns, denn damit konnte man nicht rechnen.

Foto: Trotz großer Personalsorgen hatten die Viernheimer zuletzt erfolgreich gespielt.
Sportkurier: Wer kommt jetzt alles zurück?

DENNIS MACKERT: Baris Beyazal ist ja wieder dabei die letzten Wochen. Oppongs Sperre ist abgelaufen. Pintea Silviu steht wieder zur Verfügung. Koschmidder Jannik hat diese Woche mit dem Training begonnen. Da muss man wohl noch zwei Wochen draufgeben. Dennis Ludkowski und Alexander vom Dorp stehen uns gegen Plankstadt in der nächsten Woche wieder zur Verfügung. Es sieht also langsam wieder besser aus.

Sportkurier: Richtig. Eine Aufholjagd wie letzte Saison wäre wohl auch nicht mehr zu wiederholen. Wie schätzen Sie die Situation für ihre Mannschaft aktuell und in den nächsten Wochen ein?

DENNIS MACKERT: Ab nächster Woche sind wir personell wieder ganz gut aufgestellt. Natürlich fehlen uns so wichtige Spieler wie Hadamek und Bulut weiterhin, aber wir können das sicherlich ganz gut kompensieren. In der Rückrunde stehen uns wohl beide wieder zur Verfügung. Jetzt gilt es oben dran zu bleiben, damit wir in der Rückrunde im Titelkampf bis zum Ende mitwirken können. Was die nächsten Wochen betrifft, haben wir u.a. zwei Heimspiele gegen die Spitzenteams vom TSV Wieblingen (2.) und FC Zuzenhausen (4.). Diese Spiele wollen wir natürlich auch für uns entscheiden.

Foto: Trainer Dennis Mackert (links) hat mit seinem Bruder und Co-Trainer Roman Mackert (rechts) auf Titelkurs gehalten.

Sportkurier: Die Viernheimer sind als Topfavorit in diese Saison gestartet. Wie sehen Sie das nach 13 Spieltagen?

DENNIS MACKERT: Wenn wir von solchem Verletzungspech zukünftig verschont bleiben, sehe ich uns als eines von drei, vier Teams, die um den Titel und Aufstieg spielen werden. Wir betreiben da auch kein Understatement, denn der Aufstieg ist unser Ziel. Und ich erwähne es nochmal. Nach der Verletztenmisere konnte man mit allem rechnen, aber nicht mit einer solch guten Platzierung. Da wollen wir jetzt weiter daran anknüpfen.

Sportkurier: Jetzt geht es im Heimspiel gegen Rot-Weiß Rheinau. Deren Trainer Peter Brandenburger zeigt großen Respekt, vor der Qualität in ihrem Kader. Dennoch will er nach dem 3:0 Sieg über den FV Brühl, auch aus Viernheim etwas zählbares mitnehmen. Ihre Einschätzung zu Rheinau?

DENNIS MACKERT: Die Rheinauer stehen im Tabellenkeller und dürfen deshalb aber nicht unterschätzt werden. Wir werden hier auch 90 Minuten hochkonzentriert arbeiten müssen, damit die Punkte in Viernheim bleiben. Ich bin für das Spiel recht zuversichtlich.

Sportkurier: Dann bedanken wir uns für das spontane Interview.

DENNIS MACKERT: Nichts zu danken, gerne geschehen.

Fotos: 1+4 lofi   2+3 Rhein-Neckar Picture

Gelesen 1810 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 06 November 2013